Am Samstag, den 26. September, werden ab 10 Uhr moderne und zeitgenössische Graphiken und Bücher versteigert. Von den beiden Protagonisten der Kölner Progressiven Franz Wilhelm Seiwert und Gerd Arntz kommt eine kleine Sammlung früher Graphiken zum Aufruf, darunter Seiwerts Linolschnitte „Die Fabrik“ und „Profit I“ aus dem Jahr 1923 (jeweils 5.000). Die von uns angebotenen Exemplare stammen aus den Sammlungen Tristan Rémy, Mériel und Edda Maillet, Paris und waren 1993 in der Ausstellung „Otto Freundlich et ses amis“ im Musée Tavet in Pontoise zu bewundern.
Walter Dexel, ein wichtiger Vertreter des Konstruktivismus der 1920er Jahre, ist mit einer in Bleistift, Gouache und Collage ausgeführten Papierarbeit vertreten (5.000).
Unter den Werken der klassischen Moderne stechen neben Graphiken von Emil Nolde, Max Pechstein, Georges Braque, Joan Miró und Marc Chagall mehrere Zeichnungen und Lithographien von Otto Dix hervor, dabei eine Silberstiftzeichnung eines „Bruchwaldes“ (3.500) und ein „Akt mit Strümpfen“ in weiß gehöhtem Rötelstift (4.000).
Für das seltene, in nur 20 Exemplaren erschienene Portfolio „Fotografien und Fotomontagen“ mit 24 Bromsilbergelatineabzügen von 1979 nach Alexander Rodtschenko werden 6.000 € erwartet.
Oskar Kokoschkas 1964 veröffentlichtes, zweiteiliges Mappenwerk „Bekenntnis zu Hellas“ mit 24 Lithographien entstand nach der Griechenlandreise des Künstlers im Jahr 1961 und dokumentiert sein großes Interesse an der Kultur der griechischen Antike (8.000).
Höhepunkte der Werke zeitgenössischer Künstler sind die lackierte, vakuumgeformte Kunststoffplatte „Le Drapeau noir, tirage illimité“ aus dem Jahr 1968 von Marcel Broodthaers (15.000), zwei 1978 entstandene Aquarelle von Gotthard Graubner (jeweils 7.000) sowie fünf großformatige Farbserigraphien von Heinz Mack aus der Folge „12 Monate“ (jeweils 3.500 € und 4.000 €). Von Sigmar Polke werden Fotografien und Zeichnungen sowie ein umfangreicher Bestand von Druckgraphiken offeriert, u. a. ein Exemplar seiner konsumkritischen Offsetlithographie „Preisvergleich“ (4.000).
Am Nachmittag bieten wir in über 120 Losnummern den ersten Teil von Werken aus den Beständen der Kölner Galerie Der Spiegel an, darunter die Mappenwerke „Spiegel 70“ (8.000), „Kölner Kunstmarkt 70“ (9.000) und „Colour in the round“ von Rupprecht Geiger (8.000). Unser umfangreiches und spannendes Angebot von Editionen der Galerie, teils mit Widmungen an die Gründer Eva und Hein Stünke, wird durch zahlreiche Unikate unterschiedlicher Künstler wie Markus Lüpertz, Wolfgang Hollegha und Raimund Girke ergänzt.
In den letzten beiden Abteilungen mit illustrierten Büchern des 20. Jahrhunderts sind insgesamt knapp 200 Angebote katalogisiert. Aus der ehemaligen Sammlung J. Matarasso ist ein Werk von Tristan Tzara ‚Mouchoir de nuages‘ (1925) mit 9 Radierungen von Juan Gris verzeichnet (9000). Gedichte von C.P. Cavafy wurden von D. Hockney mit 12 Radierungen illustriert. Die seltene Ausgabe wurde von der Meisterbuchbinderin Mechthild Lobisch angemessen in weiches Kalbleder gebunden (10.000). Der Kölner Fotograf Chargesheimer lichtete nicht nur Zeitgenossen und Plätze seiner Heimatstadt ab, sondern beschäftigte sich auch experimentell mit der Fotografie. 1961 erschien seine Mappe ‚lichtgrafik.monoskripturen‘ in nur 25 Exemplaren. Enthalten sind jeweils 10 unikale Fotoarbeiten (9000). Sonja Dekaunay-Terk illustrierte mit 8 Farbradierungen einen Text von Tristan Tzara ‚Juste présent‘ 1961 (3000).
Weitere illustrierte Bücher von M. Chagall, J. Miró, Otto Piene, Ed Ruscha u.a. verzeichnen die beiden letzten Abteilungen.