Los 724
Gästebuch des Kölner Restaurants „Bosporus“. Mit Zeichnungen von Penck, Baselitz, Immendorff und prominenten Einträgen. Köln (1983-2005).
Schätzpreis
€ 4.000
Ausrufpreis
€ 3.000
Los:
724
Kategorie:
Manuskripte und Autographen
Gästebuch des Kölner Kultrestaurants „Bosporus“. Köln, 1983-2005. 26,3 x 19,7 cm. Mit Gefälligkeitszeichnungen von Georg Baselitz, A. R. Penck, Jörg Immendorff u. a. 147 Blatt mit zahlreichen prominenten Eintragungen. Schwarzes Leder mit Deckelprägung in Silber. Vollgoldschnitt.
Außergewöhnliches Zeugnis der Kölner Gastronomie-, Kultur- und Migrationsgeschichte. - Das zwischen 1983 und 2005 geführte Gästebuch des legendären Kölner Restaurants „Bosporus“ dokumentiert die gesellschaftliche Ausstrahlung eines Hauses, das weit über seine Funktion als Restaurant hinaus zu einem wichtigen Ort der deutsch-türkischen Begegnung wurde. Das von Ali und Yasemin Balaban geführte Lokal in der Weidengasse 36 entwickelte sich seit seiner Eröffnung zu einer Institution der gehobenen türkischen Gastronomie und zu einem Treffpunkt von Künstlern, Politikern, Unternehmern, Diplomaten, Musikern, Schauspielern und Medienpersönlichkeiten. - Die Eintragungen sind in türkischer, deutscher und englischer Sprache verfasst und lesen sich wie ein Who’s Who der deutsch-türkischen Kulturbeziehungen der 1980er- bis frühen 2000er-Jahre. Vertreten sind u. a. Muazzez Abaci, Metin Akpinar, Sezen Aksu, Ishak Alaton, Zeki Alaysa, Reşat Arici, Nevzat Atlig, Abdullah Aykon Dogan, Ümit Besen, Alfred Biolek, Harry Blum, Deniz Bölükbasi, Cem Boyner, Norbert Burger, Mehmet Cevik, Cem’i Demiroğlu, Martin Doepke, Sertap Erener, Joschka Fischer, Gunter Gabriel, Gilbert & George, Fatma Girik, Mahmut und Selma Hekimoglu, Kareem Abdul Jabbar, Garo Mafyan, Barış Manço, Hans Meiser, Bayram Meral, Nilüfer, Nurettin Nurkan, Of Aman Nalan, Franz Xaver Ohnesorg, Dirk Oncken, Ferdi Özbeğen, Cem Özdemir, Yüksel Özkasap, Ajda Pekkan, Hartmut Priess und Bömmel (Bläck Fööss), Ercan Saatçi, Coşkun Sabah, Emel Sayin, Harald Schmidt, Birgit Schrowange, Şener Şen, Müzeyyen Senar, Naim Süleymanoğlu, Ferdi Tayfur, Mikis Theodorakis, Ahu Tuğba, Ferit Ülker, Volkan Vural, Geoffry Wharton (mit kleiner Zeichnung) und zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus Politik, Kunst, Musik, Film, Fernsehen und Wirtschaft.
Besonders bemerkenswert ist die Dichte der unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus, die sich hier begegnen. Türkische und deutsche Politiker, Unternehmer und Diplomaten stehen neben international bekannten Künstlern und Musikern, Kölner Lokalgrößen neben Stars der türkischen Unterhaltungsbranche. Das Gästebuch spiegelt damit die besondere Rolle wider, die das Restaurant „Bosporus“ innerhalb Kölns einnahm. 1997 wurde hier sogar das Partnerschaftsabkommen zwischen Köln und Istanbul im Beisein des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Norbert Burger und des späteren türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan besiegelt. Auch gastronomisch besaß das „Bosporus“ einen für Köln ungewöhnlich hohen Stellenwert. Ali Balaban, der ursprünglich aus Istanbul nach Deutschland gekommen war, um Architektur zu studieren, etablierte hier eine gehobene türkische Küche, die sich bewusst von der damals vielfach auf einfache Imbissgastronomie reduzierten Wahrnehmung der landestypischen Gastronomie unterschied. Das Haus wurde als erstes und lange Zeit einziges deutsches Restaurant in die renommierte Chaîne des Rôtisseurs aufgenommen und 2013, im letzten Jahr seines Bestehens, als ausländisches Restaurant des Jahres ausgezeichnet. Nach der Schließung übergab die Familie Balaban rund 500 Objekte bzw. wesentliche Teile der Einrichtung und Dokumentation an das Kölnische Stadtmuseum, dazu gehörten auch Gästebücher, die als Zeugnisse der Kölner Migrationsgeschichte und als Dokumente der interkulturellen Verständigung gewürdigt und 2017 in einer Ausstellung präsentiert wurden. - Das hier angebotene Gästebuch hält die Geschichte eines außergewöhnlichen Kölner Ortes unmittelbar in den Stimmen seiner Gäste fest. Die Verbindung von türkischer und deutscher Gesellschaft, internationaler Kunstszene, populärer Kultur und lokaler Kölner Öffentlichkeit wird hier auf einzigartige Weise greifbar. Ein besonders reizvoller Aspekt ist schließlich, dass die Geschichte des „Bosporus“ inzwischen selbst Eingang in die nationale Erinnerungskultur gefunden hat: 2026 wurde ein charakteristisches Relikt des Restaurants, die historische Leuchtreklame, in die neue Dauerausstellung des Hauses der Geschichte in Bonn übernommen. Das Museum versteht das „Bosporus“ damit ausdrücklich als Teil der deutschen Nachkriegs-, Migrations- und Gesellschaftsgeschichte.
Außergewöhnliches Zeugnis der Kölner Gastronomie-, Kultur- und Migrationsgeschichte. - Das zwischen 1983 und 2005 geführte Gästebuch des legendären Kölner Restaurants „Bosporus“ dokumentiert die gesellschaftliche Ausstrahlung eines Hauses, das weit über seine Funktion als Restaurant hinaus zu einem wichtigen Ort der deutsch-türkischen Begegnung wurde. Das von Ali und Yasemin Balaban geführte Lokal in der Weidengasse 36 entwickelte sich seit seiner Eröffnung zu einer Institution der gehobenen türkischen Gastronomie und zu einem Treffpunkt von Künstlern, Politikern, Unternehmern, Diplomaten, Musikern, Schauspielern und Medienpersönlichkeiten. - Die Eintragungen sind in türkischer, deutscher und englischer Sprache verfasst und lesen sich wie ein Who’s Who der deutsch-türkischen Kulturbeziehungen der 1980er- bis frühen 2000er-Jahre. Vertreten sind u. a. Muazzez Abaci, Metin Akpinar, Sezen Aksu, Ishak Alaton, Zeki Alaysa, Reşat Arici, Nevzat Atlig, Abdullah Aykon Dogan, Ümit Besen, Alfred Biolek, Harry Blum, Deniz Bölükbasi, Cem Boyner, Norbert Burger, Mehmet Cevik, Cem’i Demiroğlu, Martin Doepke, Sertap Erener, Joschka Fischer, Gunter Gabriel, Gilbert & George, Fatma Girik, Mahmut und Selma Hekimoglu, Kareem Abdul Jabbar, Garo Mafyan, Barış Manço, Hans Meiser, Bayram Meral, Nilüfer, Nurettin Nurkan, Of Aman Nalan, Franz Xaver Ohnesorg, Dirk Oncken, Ferdi Özbeğen, Cem Özdemir, Yüksel Özkasap, Ajda Pekkan, Hartmut Priess und Bömmel (Bläck Fööss), Ercan Saatçi, Coşkun Sabah, Emel Sayin, Harald Schmidt, Birgit Schrowange, Şener Şen, Müzeyyen Senar, Naim Süleymanoğlu, Ferdi Tayfur, Mikis Theodorakis, Ahu Tuğba, Ferit Ülker, Volkan Vural, Geoffry Wharton (mit kleiner Zeichnung) und zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus Politik, Kunst, Musik, Film, Fernsehen und Wirtschaft.
Besonders bemerkenswert ist die Dichte der unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus, die sich hier begegnen. Türkische und deutsche Politiker, Unternehmer und Diplomaten stehen neben international bekannten Künstlern und Musikern, Kölner Lokalgrößen neben Stars der türkischen Unterhaltungsbranche. Das Gästebuch spiegelt damit die besondere Rolle wider, die das Restaurant „Bosporus“ innerhalb Kölns einnahm. 1997 wurde hier sogar das Partnerschaftsabkommen zwischen Köln und Istanbul im Beisein des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Norbert Burger und des späteren türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan besiegelt. Auch gastronomisch besaß das „Bosporus“ einen für Köln ungewöhnlich hohen Stellenwert. Ali Balaban, der ursprünglich aus Istanbul nach Deutschland gekommen war, um Architektur zu studieren, etablierte hier eine gehobene türkische Küche, die sich bewusst von der damals vielfach auf einfache Imbissgastronomie reduzierten Wahrnehmung der landestypischen Gastronomie unterschied. Das Haus wurde als erstes und lange Zeit einziges deutsches Restaurant in die renommierte Chaîne des Rôtisseurs aufgenommen und 2013, im letzten Jahr seines Bestehens, als ausländisches Restaurant des Jahres ausgezeichnet. Nach der Schließung übergab die Familie Balaban rund 500 Objekte bzw. wesentliche Teile der Einrichtung und Dokumentation an das Kölnische Stadtmuseum, dazu gehörten auch Gästebücher, die als Zeugnisse der Kölner Migrationsgeschichte und als Dokumente der interkulturellen Verständigung gewürdigt und 2017 in einer Ausstellung präsentiert wurden. - Das hier angebotene Gästebuch hält die Geschichte eines außergewöhnlichen Kölner Ortes unmittelbar in den Stimmen seiner Gäste fest. Die Verbindung von türkischer und deutscher Gesellschaft, internationaler Kunstszene, populärer Kultur und lokaler Kölner Öffentlichkeit wird hier auf einzigartige Weise greifbar. Ein besonders reizvoller Aspekt ist schließlich, dass die Geschichte des „Bosporus“ inzwischen selbst Eingang in die nationale Erinnerungskultur gefunden hat: 2026 wurde ein charakteristisches Relikt des Restaurants, die historische Leuchtreklame, in die neue Dauerausstellung des Hauses der Geschichte in Bonn übernommen. Das Museum versteht das „Bosporus“ damit ausdrücklich als Teil der deutschen Nachkriegs-, Migrations- und Gesellschaftsgeschichte.