Los 950
Kalligraphie. - 2 anonyme Abschriften aus der 10. Folge der Blätter für die Kunst. 2 Bde.
Schätzpreis
€ 300
Ausrufpreis
€ 200
Los:
950
Kategorie:
Literatur des 20. Jahrhunderts
Kalligraphie. - 2 anonyme Abschriften aus der 10. Folge der „Blätter für die Kunst“. 2 Bde.
1) Anonyme kalligraphische Abschrift aus der 10. Folge der „Blätter für die Kunst“ (1914). 24,4 x 16,5 cm. 3 Bll., 182 hs. num. SS., 1 Bl. In schwarzer Tinte. Abschnittsüberschriften in Rot. Ln. - Auf dem vorderen Vorsatz die Initialen „W. H.“ (nicht identifziert). (Stockfleckig, Rücken gebräunt. Innen leicht gebräunt.)
2) Anonyme kalligraphische Abschrift aus der 10. Folge der „Blätter für die Kunst“ (1914). 25,5 × 21,5 cm. 30 Bll. In schwarzer Tinte, die Abschnittsüberschriften in Rot. Auf Papier mit dem Wasserzeichen „Reichsadler-Canzlei“. HLn. mit Buntpapierbezügen.
(Berieben und gering bestoßen, kleine Bezugsdefekte. Bindung gelockert. Innen leicht gebräunt.)
Zwei private, buchförmig gestaltete Handschriften nach der 10. Folge der von Stefan George begründeten und von Carl August Klein herausgegebenen „Blätter für die Kunst“. Die 1914 nach längerer Pause erschienene 10. Folge, die sogenannte „Kriegsfolge“, nimmt innerhalb der Geschichte der Zeitschrift eine besondere Stellung ein. Die „Blätter für die Kunst“ waren keine öffentlich verbreitete Zeitschrift, sondern ein bewusst exklusiv gehaltenes Publikationsorgan des George-Kreises. Vor diesem Hintergrund zeugen die beiden offenbar unabhängig voneinander gefertigten, sorgfältig ausgeführten Abschriften von einer ungewöhnlich intensiven privaten Aneignung der Texte. Ihre Gestaltung lässt über eine bloße Gebrauchskopie hinaus an eine persönliche Hommage oder andere Form der Verehrung denken. Insbesondere die stilisierte Schrift des zweiten Bandes erinnert an die Stefan-George-Schrift, die von Melchior Lechter in enger Zusammenarbeit mit George und im Rückgriff auf historische Schriftformen entwickelt und ab 1904 in seinen Publikationen verwendet wurde. Als Zeugnisse der privaten Rezeption der „Blätter für die Kunst“ von besonderem Interesse, möglicherweise aus dem weiteren Umfeld des George-Kreises.
1) Anonyme kalligraphische Abschrift aus der 10. Folge der „Blätter für die Kunst“ (1914). 24,4 x 16,5 cm. 3 Bll., 182 hs. num. SS., 1 Bl. In schwarzer Tinte. Abschnittsüberschriften in Rot. Ln. - Auf dem vorderen Vorsatz die Initialen „W. H.“ (nicht identifziert). (Stockfleckig, Rücken gebräunt. Innen leicht gebräunt.)
2) Anonyme kalligraphische Abschrift aus der 10. Folge der „Blätter für die Kunst“ (1914). 25,5 × 21,5 cm. 30 Bll. In schwarzer Tinte, die Abschnittsüberschriften in Rot. Auf Papier mit dem Wasserzeichen „Reichsadler-Canzlei“. HLn. mit Buntpapierbezügen.
(Berieben und gering bestoßen, kleine Bezugsdefekte. Bindung gelockert. Innen leicht gebräunt.)
Zwei private, buchförmig gestaltete Handschriften nach der 10. Folge der von Stefan George begründeten und von Carl August Klein herausgegebenen „Blätter für die Kunst“. Die 1914 nach längerer Pause erschienene 10. Folge, die sogenannte „Kriegsfolge“, nimmt innerhalb der Geschichte der Zeitschrift eine besondere Stellung ein. Die „Blätter für die Kunst“ waren keine öffentlich verbreitete Zeitschrift, sondern ein bewusst exklusiv gehaltenes Publikationsorgan des George-Kreises. Vor diesem Hintergrund zeugen die beiden offenbar unabhängig voneinander gefertigten, sorgfältig ausgeführten Abschriften von einer ungewöhnlich intensiven privaten Aneignung der Texte. Ihre Gestaltung lässt über eine bloße Gebrauchskopie hinaus an eine persönliche Hommage oder andere Form der Verehrung denken. Insbesondere die stilisierte Schrift des zweiten Bandes erinnert an die Stefan-George-Schrift, die von Melchior Lechter in enger Zusammenarbeit mit George und im Rückgriff auf historische Schriftformen entwickelt und ab 1904 in seinen Publikationen verwendet wurde. Als Zeugnisse der privaten Rezeption der „Blätter für die Kunst“ von besonderem Interesse, möglicherweise aus dem weiteren Umfeld des George-Kreises.