Los 1708

Entartete Kunst. Ausstellungsführer. (Berlin 1937).

Schätzpreis
€ 300
Ausrufpreis
€ 200
Los: 1708
Kategorie: Ill. Bücher, Mappenwerke, Kunstliteratur bis 1945
ENTARTETE "KUNST".
Ausstellungsführer. Berlin: Verlag für Kultur- und Wirtschaftswerbung (1937). 21 x 15 cm. Mit 57 Abb. (inkl. Umschlag) in S/W. 30 SS., 1 Bl. Illustr. OrBroschur mit Klammerheftung.

(Umschlagränder berieben, untere Ecke der Vorderseite knickspurig, kleine Einrisse. Titel mit hs. Besitzvermerk „M. Gritzner“ im Oberrand. Papierbedingt gebräunt.)

Barron, S. 356. - Mit allen Kennzeichen der von Hüneke beschriebenen ersten Ausgabe; die Preisangabe mit dem Aufkleber „Preis 30 Pfg.“ überklebt (vgl. Barron, S. 356). - Die von dem nationalsozialistischen Kunstfunktionär Adolf Ziegler organisierte Ausstellung „Entartete Kunst“ wurde am 19. Juli 1937 in München eröffnet und präsentierte rund 650 zuvor aus 32 deutschen Museen beschlagnahmte Werke der klassischen Moderne. Vertreten waren unter anderem Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Emil Nolde, Otto Dix, Max Beckmann und zahlreichen weiteren Künstlerinnen und Künstlern der Avantgarde. Ziel der propagandistisch inszenierten Schau war die öffentliche Diffamierung moderner Kunst als Ausdruck eines vermeintlichen kulturellen und moralischen Verfalls. Die Werke wurden bewusst dicht gehängt, mit spöttischen Kommentaren und polemischen Wandinschriften versehen sowie aus ihrem ursprünglichen kunsthistorischen Zusammenhang gerissen, um ihre Wirkung zu diskreditieren. Die inhaltliche Verantwortung für den Ausstellungsführer lag bei Fritz Kaiser, der zugleich die ideologischen Ziele der Ausstellung formulierte. Mit über zwei Millionen Besuchern entwickelte sich die Ausstellung zu einer der meistbesuchten Kunstausstellungen der Zeit und wurde anschließend in zahlreichen deutschen und österreichischen Städten gezeigt. Der Ausstellungsführer zählt zu den zentralen Druckerzeugnissen der nationalsozialistischen Kunstpropaganda und dokumentiert exemplarisch die kulturpolitische Instrumentalisierung des Buch- und Ausstellungswesens im „Dritten Reich“.