Los 1243

N. A. Miljutin, Socgorod. Moskau - Leningrad 1930.

Schätzpreis
€ 250
Ausrufpreis
€ 180
Los: 1243
Kategorie: Ill. Bücher, Mappenwerke, Kunstliteratur bis 1945
(Socgorod) Problema stroitel'stva socialističeskich gorodov. ([Die sozialistische Stadt] Probleme des sozialistischen Städtebaus).

22,7 x 26,2 cm..
((Bezug etwas angeschmutzt. Schwach stockfleckig.).)





DIE SOZIALISTISCHE STADT
NIKOLAJ A. MILJUTIN: (Socgorod) Problema stroitel'stva socialističeskich gorodov. ([Die sozialistische Stadt] Probleme des sozialistischen Städtebaus). Moskau-Leningrad: Gos. izdat. 1930. 22,7 x 26,2 cm. Mit 94 Textabbildungen und 1 Farbtafel. 82 SS., 1 Bl. Flexibles OrLn.

(Bezug etwas angeschmutzt. Schwach stockfleckig. Titel mit kl. Namenszug von 1931)

Leclanche-Boulé 224. - Wichtiges und seltenes Werk über die Theorie der Neugestaltung der sowjetischen Stadt gemäß den Prinzipien der neuen sozialistischen Gesellschaft. - Miljutin (1889-1942) bekleidete nach Teilnahme an der Revolution als Gewerkschafter und Bolschewik verschiedene Führungspositionen in den Bereichen Sozialversicherung, Stadt- und Zentralplanung sowie Finanzen; 1924-1929 war er Finanzkommissar und als solcher verantwortlich für den Bau der von Moisej Ginzburg entworfenen Narkomfin-Wohnanlage in Moskau, einem hervorragenden Beispiel des Konstruktivismus.

Der Autor entwirft in 'Socgorod' (so der Deckeltitel) anhand von Planungsbeispielen für die neugegründete Stadt Magnitogorsk am Ural ein Modell der sozialistischen Stadt. Deren Grundelemente waren: Dezentralisierung, Ablösung der bürgerlichen Lebensweise durch ein vollständig kollektivistisches Lebensmodell, Stadtanlagen nach dem Bandstadt-Prinzip, eine Siedlungsstruktur aus minimierten Wohnzellen mit regelmäßig angeordneten Gemeinschaftseinrichtungen.
Mit der Ausführung des Socgorod-Projekts wurde u.a. der Frankfurter Architekt Ernst May betraut. Das Modell Miljutin blieb allerdings weitgehend Theorie, nachdem der Konstruktivismus in der Architektur ab Anfang der 30er Jahre offiziell dem Sozialistischen Realismus weichen musste.
Das Buch selbst ist in seiner Gestaltung ein schönes Beispiel für die konstruktivistische Typographie..