Lot 139

K. v. Hardenberg, Manuskript der Novalis-Biographie. O. O. u. Dat. Dazu: C. Fortlage, Manuskript einer Vorlesung über Novalis. [Jena, um 1866.]

Estimate
€ 1.000
Starting Price
€ 650
Lot: 139
Category:
E. Manuskript der Biographie von Novalis (d. i. Georg Philipp Friedrich von Hardenberg). 34 x 20,5 cm. 8 Seiten. Lose Blätter.

((Angerändert und gebräunt.))

Hardenberg, Karl von: Manuskript der Biographie von Novalis (d. i. Georg Philipp Friedrich von Hardenberg). O. O. u. Dat. 34 x 20,5 cm. 8 beschriebene Seiten auf 4 losen Blättern. Braune Tinte auf Papier.

(Angerändert und gebräunt.)

Vgl. Samuel, Richard: Karl von Hardenbergs Biographie seines Bruders Novalis, in: Euphorion 52 (1958), S. 174-182. - Karl von Hardenberg, der jüngere Bruder des frühromantischen deutschen Schriftstellers und Philosophen Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis, schrieb diese Biographie wohl wenige Jahre nach dem Tod des Bruders. Laut Richard Samuel lässt sich der Entstehungszeitraum von Ende 1802 bis November 1805 eingrenzen. Dies ergibt sich aus dem Hinweis auf das „2te Sonett unter den vermischten Gedichten“, das Anfang 1803 erschien und nicht vor Ende des Jahres 1802 gedruckt gewesen sein kann. Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck hatten ursrpünglich geplant, die Biographie im zweiten Band der zweiten Auflage von Novalis' Schriften zu veröffentlichen, deren erster Band 1805 bei Reimer erschien (vgl. Goed. VI, 51). Laut eines Briefes Friedrich Schlegels an Reimer vom 24. Februar 1806 war Schlegel zu diesem Zeitpunkt bereits im Besitz des Manuskriptes bzw. einer Abschrift. Die von Schlegel und Tieck vor allem stilistisch überarbeitete Biographie wurde schließlich als Vorrede der dritten Auflage von 1815 gedruckt.
Das hier angebotene Manuskript zeigt einige der von Schlegel vorgenommenen Änderungen, die sich etwa auf das Verhältnis von Schlegel zu Novalis einerseits und von Tieck zu Novalis andererseits beziehen. Bis auf wenige Durchstreichungen lassen sich keine weiteren Stufen der Bearbeitung erkennen. Die von Samuel konsultierte Fassung des Textes befand sich ursprünglich auf Schloss Oberwiedstedt, wie aus einem Brief der Sophie von Hardenberg, einer Nichte des Dichters, an Philipp Veit vom 20. April 1871 hervorgeht. Das Manuskript verschwand unter ungeklärten Umständen aus dem Schlossarchiv und tauchte 1930 bei einem deutschen Autographenauktionshaus auf, wo es die Berliner Staatsbibliothek erwarb. Während des Zweiten Weltkriegs ging die Handschrift dort erneut verloren und ist seitdem nur in der von Samuel angefertigten diplomatischen Abschrift überliefert. Die von Schlegel und Tieck abgedruckte Variante unterscheidet sich teils deutlich vom Originaltext, sodass das Manuskript von Karl von Hardenberg authentischer, in seinen Angaben wahrheitsgemäßer und für die Novalisforschung bedeutsamer erscheint.

Dazu: Fortlage, Carl: Manuskript der Vorlesung „Ueber den Begriff der Romantik mit Beziehung auf Novalis, den Dichter und Philosophen“. [Jena, um 1866]. 29,2 x 21,9 cm. 69 beschriebene Seiten auf 36 fadengehefteten Blättern. (Leicht angerändert und gebräunt. Stellenweise gering stockfleckig. Mit wenigen hs. Korrekturen.) - Manuskript des 1869 im Druck erschienenen dritten von sechs philosophischen Vorträgen Fortlages.