Lot 260
Carl Friedr. Gauß. E. Stammbuchblatt m. U.; Göttingen, 7.II.1852. Quer-8°. - Fünfzeiliger Sinnspruch.
Estimate
€ 2.000
Starting Price
€ 1.400
Lot:
260
Category:
E. Sinnspruch m. U. auf Stammbuchblatt; 138 x 230 mm. 5 Zeilen u. Unterschrift auf losem Stammbuchblatt aus sehr dünnem Büttenpapier,
"Die meisten Menschen haben wenig Sinn für solche geistigen Genüße, die nur durch Anstrengungen errungen werden können, und die doch gerade dadurch einen eben so sehr erhöhe
Gauß, Carl Friedrich; Mathematiker (Braunschweig 1777 - 1855 Göttingen). E. Sinnspruch m. U. auf Stammbuchblatt; Göttingen, 7.II.1852. 5 Zeilen u. Unterschrift auf losem Stammbuchblatt aus sehr dünnem Büttenpapier, 138 x 230 mm.
"Die meisten Menschen haben wenig Sinn für solche geistigen Genüße, die nur durch Anstrengungen errungen werden können, und die doch gerade dadurch einen eben so sehr erhöheten als veredelten Reiz erhalten."
Das Stammbuchblatt ist ein Beitrag für das von Franz Schlodtmann herausgegebene und verlegte "Deutsches Stammbuch. Autographisches Album der Gegenwart. 2. Heft, Bremen 1852". Das vorliegende Autograph wurde darin als Faksimile in Originalgröße wiedergegeben.
Der Herausgeber Schlodtmann hatte beim Wunsch nach einem Beitrag für das Album besonderen Wert auf etwas Charakteristsches des Autors gelegt. Den Sinnspruch auf dem Stammbuchblatt kann man in gewisser Weise als ein Lebensmtto von Gauß verstehen. Bereits am 8.IX.1808 schreibt er an seinen Freund Wolfgang Bolyai: "Macht Dir das Nachforschen der Wahrheit noch eben so viel Freude wie sonst? Wahrlich es ist nicht das Wissen, sondern das Lernen, nicht das Besitzen sondern das Er-werben, nicht das Da-Seyn, sondern das Hinkommen, was den grössten Genuss gewahrt. Wenn ich eine Sache ganz ins Klare gebracht und erschöpft habe, so wende ich mich davon weg, um wieder ins Dunkle zu gehen ; so sonderbar ist der nimmersatte Mensch, hat er ein Gebäude vollendet so ist es nicht um nun ruhig darin zu wohnen, sondern um ein andres anzufangen. So stelle ich mir vor muss dem Welteroberer zu Muthe seyn, der nachdem ein Königreich kaum bezwungen ist, schon wieder nach andern seine Arme ausstreckt."
"Die meisten Menschen haben wenig Sinn für solche geistigen Genüße, die nur durch Anstrengungen errungen werden können, und die doch gerade dadurch einen eben so sehr erhöhe
Gauß, Carl Friedrich; Mathematiker (Braunschweig 1777 - 1855 Göttingen). E. Sinnspruch m. U. auf Stammbuchblatt; Göttingen, 7.II.1852. 5 Zeilen u. Unterschrift auf losem Stammbuchblatt aus sehr dünnem Büttenpapier, 138 x 230 mm.
"Die meisten Menschen haben wenig Sinn für solche geistigen Genüße, die nur durch Anstrengungen errungen werden können, und die doch gerade dadurch einen eben so sehr erhöheten als veredelten Reiz erhalten."
Das Stammbuchblatt ist ein Beitrag für das von Franz Schlodtmann herausgegebene und verlegte "Deutsches Stammbuch. Autographisches Album der Gegenwart. 2. Heft, Bremen 1852". Das vorliegende Autograph wurde darin als Faksimile in Originalgröße wiedergegeben.
Der Herausgeber Schlodtmann hatte beim Wunsch nach einem Beitrag für das Album besonderen Wert auf etwas Charakteristsches des Autors gelegt. Den Sinnspruch auf dem Stammbuchblatt kann man in gewisser Weise als ein Lebensmtto von Gauß verstehen. Bereits am 8.IX.1808 schreibt er an seinen Freund Wolfgang Bolyai: "Macht Dir das Nachforschen der Wahrheit noch eben so viel Freude wie sonst? Wahrlich es ist nicht das Wissen, sondern das Lernen, nicht das Besitzen sondern das Er-werben, nicht das Da-Seyn, sondern das Hinkommen, was den grössten Genuss gewahrt. Wenn ich eine Sache ganz ins Klare gebracht und erschöpft habe, so wende ich mich davon weg, um wieder ins Dunkle zu gehen ; so sonderbar ist der nimmersatte Mensch, hat er ein Gebäude vollendet so ist es nicht um nun ruhig darin zu wohnen, sondern um ein andres anzufangen. So stelle ich mir vor muss dem Welteroberer zu Muthe seyn, der nachdem ein Königreich kaum bezwungen ist, schon wieder nach andern seine Arme ausstreckt."