Los 261

Franz Grillparzer. E. Stammbuchblatt; Wien, 3.V.1852. Quer-8°. - Vierzeiler für Schlodtmanns Album.

Schätzpreis
€ 1.000
Ausrufpreis
€ 650
Los: 261
Kategorie:
E. Epigramm m. U. auf Stammbuchblatt; 138 x 228 mm. 6 Zeilen auf losem Stammbuchblatt aus sehr dünnem Büttenppier,
"Wollt ihr die freiheitsglut kuriren, / die gar so heiß in unsern dichtern brennt, / braucht ihr nicht Mittel lang erst zu probiren, / Gebt ihnen als Spezifikum : Talent."

Grillparzer, Franz; Dichter (Wien 1791 - 1872 ebda.). E. Epigramm m. U. auf Stammbuchblatt; Wien, 3.V.1852. 6 Zeilen auf losem Stammbuchblatt aus sehr dünnem Büttenpapier, 138 x 228 mm.
"Wollt ihr die freiheitsglut kuriren, / die gar so heiß in unsern dichtern brennt, / braucht ihr nicht Mittel lang erst zu probiren, / Gebt ihnen als Spezifikum : Talent."

Das Stammbuchblatt ist ein Beitrag für das von Franz Schlodtmann herausgegebene "Deutsches Stammbuch. Autographisches Album der Gegenwart. Hrsg. Franz Schlodtmann. 5. Heft. Bremen 1852". Das vorliegende Autograph wurde darin als Faksimile in Originalgröße wiedergegeben.
Franz Grillparzer, Sämtl. Werke in 42 Bden. Historisch-kritische Gesamtausgabe, Wien 1937: Gedichte, Dritter Teil, S. 238, Nr. 1292, Anmerkungssteil S. 250, Nr. 1266 u. S. 260, Nr. 1292. - Das bereits im Juni(?) 1851 verfasste Epigramm, das Grillparzer für diese Niederschrift leicht verändert hat, bezieht sich vor dem Hintergrund der damals geplanten Zensurverordnungen durch die österreichische Regierung möglicherweise auf eine Lektüre von Büchners 'Dantons Tod' (in einer Rezension in der Allgem. Zeitung vom 1. Mai 1851 wurden die Nachgelassenen Schriften Büchners besprochen). Vgl. Konrad Beste, Grillparzers Verhältnis zur politischen Tendenzliteratur seiner Zeit, Wolfenbüttel 1915, S. 37: "Die Freiheitsglut ist ihm ein Symptom der Talentlosigkeit".
Zur Zeit der Historisch-kritischen Gesamtausgabe hatte deren Herausgeber Sauer dieses Originalautograph in Wien bei Dr. Jakob Singer eingesehen und abgeschrieben.