Los 594
Biblia cambriana. - Y Bibl Cyssegr-lan, sef yr Hen Destament a’r Newydd. London um 1881.
Schätzpreis
€ 300
Ausrufpreis
€ 200
Los:
594
Kategorie:
Geschichte, Kulturgeschichte und Varia
Biblia cambriana. - Y Bibl Cyssegr-lan, sef yr Hen Destament a’r Newydd. London: British and Foreign Bible Society (1881). 13,8 x 10,2 cm. Mit 6 Karten. 1010 SS. Schwarzes blindgepr. Leder mit Deckelapplikationen aus Olivenholz (Vorderdeckel mit Bordürenschmuck, Rückdeckel mit der Aufschrift „Jerusalem“ in lateinischen und hebräischen Lettern) und goldgepr. Rt.; Vollgoldschnitt.
(Berieben und mit kleineren Bezugsdefekten, die Holzapplikationen mit kleinen Kratzern. Buchschnitt etwas stockfleckig. Minimal gebräunt, vereinzelt alters- und stockfleckig. 4 Bll. mit größeren Braunflecken.)
Vgl. Darlow/Moule 9661. - Provenienz: Mit handschriftlichem Besitzvermerk von W. H. Phillips, datiert 16. Mai 1891, auf dem vorderen Vorsatz. In der Lasche des hinteren Deckels befindet sich ein mehrfach gefaltetes, gestempeltes Vermittlungs- bzw. Freigabezertifikat der No. 2 Royal Lodge (Grand Lodge New Zealand) des Oranier-Ordens für William Phillipps, datiert auf den 23. April 1894, mit den eigenhändigen Unterschriften von Joseph Carnahan und G. Dorner.
Eine interessante walisische Provenienz, deren weitere Geschichte sich nur in Umrissen erschließen lässt. Der Besitzvermerk von 1891 und das drei Jahre später ausgestellte Zertifikat weisen zunächst auf einen William (W.) H. Phillips/Phillipps als Vorbesitzer bzw. Angehörigen des Umfelds der walisischen Bibel hin. Das Zertifikat der Grand Lodge New Zealand belegt, dass der Besitzer zu einem späteren Zeitpunkt mit Neuseeland verbunden gewesen ist; möglicherweise durch Auswanderung oder als Angehöriger einer in Neuseeland ansässigen Familie walisischer Herkunft. Der Oranier-Orden war im britischen Empire weit verbreitet und verband insbesondere protestantische Gemeinschaften auch über die Grenzen Großbritanniens hinweg. Die handliche, zugleich ausgesprochen solide gebundene Bibel hätte sich zudem gut als persönliches Reise- und Gebrauchsobjekt für einen Angehörigen des britischen Militärs oder der kolonialen Verwaltung geeignet. Denkbar wäre daher, dass sie einen ihrer Besitzer auf einer längeren Reise in das östliche Mittelmeer begleitet hat. Besonders reizvoll wäre in diesem Zusammenhang die Möglichkeit eines Aufenthalts im damaligen Palästina. Das Gebiet geriet im Ersten Weltkrieg zum Kriegsschauplatz zwischen britischen und osmanischen Truppen und stand nach dem Krieg unter britischer Militärverwaltung, bevor es ab 1922 als Mandatsgebiet des Völkerbundes unter britischer Verwaltung stand. Ein walisischer Soldat, Verwaltungsangehöriger oder Angehöriger der britischen Streitkräfte hätte die Bibel durchaus in diese Region mitführen können. Ob sie auf diesem oder einem anderen Weg schließlich nach Neuseeland gelangte und von dort (etwa im Zusammenhang mit einem späteren Aufenthalt oder Einsatz eines neuseeländischen Soldaten im britischen Empire) wieder nach Europa zurückkehrte, lässt sich nicht belegen.
(Berieben und mit kleineren Bezugsdefekten, die Holzapplikationen mit kleinen Kratzern. Buchschnitt etwas stockfleckig. Minimal gebräunt, vereinzelt alters- und stockfleckig. 4 Bll. mit größeren Braunflecken.)
Vgl. Darlow/Moule 9661. - Provenienz: Mit handschriftlichem Besitzvermerk von W. H. Phillips, datiert 16. Mai 1891, auf dem vorderen Vorsatz. In der Lasche des hinteren Deckels befindet sich ein mehrfach gefaltetes, gestempeltes Vermittlungs- bzw. Freigabezertifikat der No. 2 Royal Lodge (Grand Lodge New Zealand) des Oranier-Ordens für William Phillipps, datiert auf den 23. April 1894, mit den eigenhändigen Unterschriften von Joseph Carnahan und G. Dorner.
Eine interessante walisische Provenienz, deren weitere Geschichte sich nur in Umrissen erschließen lässt. Der Besitzvermerk von 1891 und das drei Jahre später ausgestellte Zertifikat weisen zunächst auf einen William (W.) H. Phillips/Phillipps als Vorbesitzer bzw. Angehörigen des Umfelds der walisischen Bibel hin. Das Zertifikat der Grand Lodge New Zealand belegt, dass der Besitzer zu einem späteren Zeitpunkt mit Neuseeland verbunden gewesen ist; möglicherweise durch Auswanderung oder als Angehöriger einer in Neuseeland ansässigen Familie walisischer Herkunft. Der Oranier-Orden war im britischen Empire weit verbreitet und verband insbesondere protestantische Gemeinschaften auch über die Grenzen Großbritanniens hinweg. Die handliche, zugleich ausgesprochen solide gebundene Bibel hätte sich zudem gut als persönliches Reise- und Gebrauchsobjekt für einen Angehörigen des britischen Militärs oder der kolonialen Verwaltung geeignet. Denkbar wäre daher, dass sie einen ihrer Besitzer auf einer längeren Reise in das östliche Mittelmeer begleitet hat. Besonders reizvoll wäre in diesem Zusammenhang die Möglichkeit eines Aufenthalts im damaligen Palästina. Das Gebiet geriet im Ersten Weltkrieg zum Kriegsschauplatz zwischen britischen und osmanischen Truppen und stand nach dem Krieg unter britischer Militärverwaltung, bevor es ab 1922 als Mandatsgebiet des Völkerbundes unter britischer Verwaltung stand. Ein walisischer Soldat, Verwaltungsangehöriger oder Angehöriger der britischen Streitkräfte hätte die Bibel durchaus in diese Region mitführen können. Ob sie auf diesem oder einem anderen Weg schließlich nach Neuseeland gelangte und von dort (etwa im Zusammenhang mit einem späteren Aufenthalt oder Einsatz eines neuseeländischen Soldaten im britischen Empire) wieder nach Europa zurückkehrte, lässt sich nicht belegen.