Los 889
Alchemistischer Sammelband u. a. mit Pandora: das ist, die edlest Gab Gottes. Basel 1588; G. Dorn, Chymisticum artificium naturae. (Frankfurt) 1568; B. Trevisanus, Von der Hermetischenn Philosophia. Straßburg 1586.
Schätzpreis
€ 7.500
Ausrufpreis
€ 5.500
Zuschlag
€ 6.000
Los:
889
Kategorie:
Alte Drucke bis 1600
Alchemistischer Sammelband. 14 x 9,4 cm (Buchblock unregelmäßig beschnitten). Pgt. unter Verwendung eines stark beriebenen Manuskriptblattes (Textura in schwarzer Tinte) mit 2 Schließenresten.
(Schließen verloren. Stark berieben, Ecken bestoßen, Rückdeckel feuchtfleckig, kleinere Bezugsdefekte und Beschabungen. Buchschnitt auf zwei Seiten mit Monogramm „AB“ in Tinte. Die ersten beiden und der am Schluss eingebundene Text mit großem Wasserfleck. Titel des Werkes von G. Dorn im Unterrand beschnitten, mit Eckausriss und hs. Besitzvermerk in brauner Tinte. Das Werk „Pandora“ zu Beginn mit einigen Unterstreichungen und Marginalien in brauner Tinte; die weiteren Texte nur vereinzelt mit Marginalien oder Anstreichungen. Die ganzs. Holzschnitte in der „Pandora“ im rechten Rand teils bis oder knapp über die Einfassung beschnitten. Der Buchblock im Oberrand knapp beschnitten. Unterschiedlich stark gebräunt und altersfleckig. Stellenweise leicht wasserrandig. Es fehlt das Titelblatt des ersten Werkes.)
Enthält folgende Schriften:
1) Grataroli (Gratarolo), Guglielmo: (De chemia libri IV). Basel: (ohne Angabe des Druckers) 1567. 45 (von 46) Bll. (Lagen: A⁸⁻¹, B-E⁸, F⁶). - Ohne das Titelblatt. - Angebunden sind 8 Bll. einer Lage F mit einem Text von Gallus Etschenreuter, der Grataroli gewidmet und wohl in Sélestat (Schlettstadt) 1567 erschienen ist (Kolophon: „Finijt 20. Augusti 67“; Vermerk des Autors auf dem letzten Blatt: „Datum ex meo Musaeolo 16. Augusti quo die ante biennium Selestadium concessi 1567“; Kolumnentitel: „De chemia“).
2) Dorn, Gerhard: Chymisticum artificium naturae, theoricum et practicum: cuius summarium versa pagella clarius indicabit: liber plane philosophicus, in gratiam omnium verae philosophiae naturalis studiosorum aeditus. (Frankfurt: Andreas Wechel) 1568. Mit Titelholzschnitt und 5 Textholzschnitten. 156 SS. (Lagen: A-I⁸, K⁶). - Brüning 387. Ferguson I, S. 220. Duveen, S. 177. VD16 D2400. - Gerhard Dorn (1530-1584), einer der bedeutendsten Interpreten des Paracelsus, verbindet hier spekulative Naturphilosophie mit praktischer Chemie. Sein Traktat gehört zu den einflussreichen Texten der paracelsischen Reformbewegung. - Es erschienen zwei weitere Teile 1569.
3) (Reusner, Hieronymus): Pandora: Das ist, Die edlest Gab Gottes, oder der werde und heilsame Stein der Weysen, mit welchem die alten Philosophi, auch Theophrastus Paracelsus, die unvollkommene Metallen durch gewalt des Fewrs verbessert: sampt allerley schedliche und unheilsame kranckheiten, innerlich unnd eusserlich haben vertrieben. Ein Guldener Schatz, welcher durch einen Liebhaber dieser Kunst, von seinem Undergang errettet ist worden. Basel: Sebastian Henricpetri 1588. Mit 42 Textholzschnitten (davon 20 ganzs.) und Hz.-Druckermarke. 8 Bll., 317 SS., 1 Bl. (Lagen: 1⁸, A-V⁸). - Brüning 593. Duveen, S. 504 f. („extremely rare“). Ferguson II, S. 258 f. Sudhoff, Bilbiographia Paracelsica, S. 365. Weller, S. 173 (Franciscus Epimetheus). VD16 R 1363. - Zweite Ausgabe (Erstausgabe 1582) dieser „Seltenheit der alchemistischen Literatur“ (Brüning). - Eines der seltensten Bücher der alchemistischen Literatur überhaupt, das besonders wegen der zahlreichen Illustrationen von größtem Interesse ist. Die erste Ausgabe wurde wohl von Nicolaus Reusner herausgegeben, dem von manchen Bibliographen auch die Autorschaft zugeschrieben wird. Ab der zweiten Ausgabe erschien die „Pandora“ unter dem Pseudonym „Franciscus Epimetheus“ und mit der von Hieronymus Reusner unterzeichneten Vorrede. Einige der Abbildungen wurden schon in der anonymen ‚Ars Aurifera‘ von 1572 beschrieben, bereits 1550 wurden zwei im ‚Rosarium Philosophorum‘ verwendet und eine von Michael Meier in seinem ‚Symbola Aureae Mensae‘ von 1617 besprochen (vgl. Brüning). Das Werk gilt als zentrales Zeugnis der emblematischen und symbolischen Bildsprache der Alchemie und versteht sich - als „guldener Schatz“ gerühmt - als Rettung und Bewahrung verborgenen hermetischen Wissens.
4) Trevisanus, Bernhard von der Marck: Von der Hermetischenn Philosophia, das ist, vom Gebenedeiten Stain der weisen, der hocherfahrnen und fürtrefflichen Philosophen. Jetz von newem widerumb mit fleiß corrigirt, und ubersehen. Straßburg: Anton Bertram 1586. 96 nn. Bll. (das letzte leer). (Lagen: A-M⁸). - Brüning 578. Ferguson I, S. 101 Anm. Duveen, S. 69. VD 16 B 2011. - Dritte deutsche Ausgabe, herausgegeben vom Straßburger Arzt Michael Toxites (1514-1581). Enthält die deutschen Übersetzungen von Bernhards „De chemico miraculo, quod lapidem philosophorum appelant“ und der „Dicta Alani“ des Alanus von Insulis.
5) Bodenstein, Adam von: Onomasticon Theophrasti Paracelsi eigne außlegung etlicher seiner wörter und preparierungen. Basel: Peter Perna 1575. Mit Hz.-Druckermarke auf dem Titel. 8 Bll., 31 SS. (Lagen: A⁸, a-b⁸). - Brüning 483. - Adam von Bodenstein (1528-1577) zählt zu den frühesten Herausgebern und Glossatoren des Paracelsus. Sein begriffsgeschichtlicher Schlüsseltext trug erheblich zum Verständnis der paracelsischen Terminologie bei.
(Schließen verloren. Stark berieben, Ecken bestoßen, Rückdeckel feuchtfleckig, kleinere Bezugsdefekte und Beschabungen. Buchschnitt auf zwei Seiten mit Monogramm „AB“ in Tinte. Die ersten beiden und der am Schluss eingebundene Text mit großem Wasserfleck. Titel des Werkes von G. Dorn im Unterrand beschnitten, mit Eckausriss und hs. Besitzvermerk in brauner Tinte. Das Werk „Pandora“ zu Beginn mit einigen Unterstreichungen und Marginalien in brauner Tinte; die weiteren Texte nur vereinzelt mit Marginalien oder Anstreichungen. Die ganzs. Holzschnitte in der „Pandora“ im rechten Rand teils bis oder knapp über die Einfassung beschnitten. Der Buchblock im Oberrand knapp beschnitten. Unterschiedlich stark gebräunt und altersfleckig. Stellenweise leicht wasserrandig. Es fehlt das Titelblatt des ersten Werkes.)
Enthält folgende Schriften:
1) Grataroli (Gratarolo), Guglielmo: (De chemia libri IV). Basel: (ohne Angabe des Druckers) 1567. 45 (von 46) Bll. (Lagen: A⁸⁻¹, B-E⁸, F⁶). - Ohne das Titelblatt. - Angebunden sind 8 Bll. einer Lage F mit einem Text von Gallus Etschenreuter, der Grataroli gewidmet und wohl in Sélestat (Schlettstadt) 1567 erschienen ist (Kolophon: „Finijt 20. Augusti 67“; Vermerk des Autors auf dem letzten Blatt: „Datum ex meo Musaeolo 16. Augusti quo die ante biennium Selestadium concessi 1567“; Kolumnentitel: „De chemia“).
2) Dorn, Gerhard: Chymisticum artificium naturae, theoricum et practicum: cuius summarium versa pagella clarius indicabit: liber plane philosophicus, in gratiam omnium verae philosophiae naturalis studiosorum aeditus. (Frankfurt: Andreas Wechel) 1568. Mit Titelholzschnitt und 5 Textholzschnitten. 156 SS. (Lagen: A-I⁸, K⁶). - Brüning 387. Ferguson I, S. 220. Duveen, S. 177. VD16 D2400. - Gerhard Dorn (1530-1584), einer der bedeutendsten Interpreten des Paracelsus, verbindet hier spekulative Naturphilosophie mit praktischer Chemie. Sein Traktat gehört zu den einflussreichen Texten der paracelsischen Reformbewegung. - Es erschienen zwei weitere Teile 1569.
3) (Reusner, Hieronymus): Pandora: Das ist, Die edlest Gab Gottes, oder der werde und heilsame Stein der Weysen, mit welchem die alten Philosophi, auch Theophrastus Paracelsus, die unvollkommene Metallen durch gewalt des Fewrs verbessert: sampt allerley schedliche und unheilsame kranckheiten, innerlich unnd eusserlich haben vertrieben. Ein Guldener Schatz, welcher durch einen Liebhaber dieser Kunst, von seinem Undergang errettet ist worden. Basel: Sebastian Henricpetri 1588. Mit 42 Textholzschnitten (davon 20 ganzs.) und Hz.-Druckermarke. 8 Bll., 317 SS., 1 Bl. (Lagen: 1⁸, A-V⁸). - Brüning 593. Duveen, S. 504 f. („extremely rare“). Ferguson II, S. 258 f. Sudhoff, Bilbiographia Paracelsica, S. 365. Weller, S. 173 (Franciscus Epimetheus). VD16 R 1363. - Zweite Ausgabe (Erstausgabe 1582) dieser „Seltenheit der alchemistischen Literatur“ (Brüning). - Eines der seltensten Bücher der alchemistischen Literatur überhaupt, das besonders wegen der zahlreichen Illustrationen von größtem Interesse ist. Die erste Ausgabe wurde wohl von Nicolaus Reusner herausgegeben, dem von manchen Bibliographen auch die Autorschaft zugeschrieben wird. Ab der zweiten Ausgabe erschien die „Pandora“ unter dem Pseudonym „Franciscus Epimetheus“ und mit der von Hieronymus Reusner unterzeichneten Vorrede. Einige der Abbildungen wurden schon in der anonymen ‚Ars Aurifera‘ von 1572 beschrieben, bereits 1550 wurden zwei im ‚Rosarium Philosophorum‘ verwendet und eine von Michael Meier in seinem ‚Symbola Aureae Mensae‘ von 1617 besprochen (vgl. Brüning). Das Werk gilt als zentrales Zeugnis der emblematischen und symbolischen Bildsprache der Alchemie und versteht sich - als „guldener Schatz“ gerühmt - als Rettung und Bewahrung verborgenen hermetischen Wissens.
4) Trevisanus, Bernhard von der Marck: Von der Hermetischenn Philosophia, das ist, vom Gebenedeiten Stain der weisen, der hocherfahrnen und fürtrefflichen Philosophen. Jetz von newem widerumb mit fleiß corrigirt, und ubersehen. Straßburg: Anton Bertram 1586. 96 nn. Bll. (das letzte leer). (Lagen: A-M⁸). - Brüning 578. Ferguson I, S. 101 Anm. Duveen, S. 69. VD 16 B 2011. - Dritte deutsche Ausgabe, herausgegeben vom Straßburger Arzt Michael Toxites (1514-1581). Enthält die deutschen Übersetzungen von Bernhards „De chemico miraculo, quod lapidem philosophorum appelant“ und der „Dicta Alani“ des Alanus von Insulis.
5) Bodenstein, Adam von: Onomasticon Theophrasti Paracelsi eigne außlegung etlicher seiner wörter und preparierungen. Basel: Peter Perna 1575. Mit Hz.-Druckermarke auf dem Titel. 8 Bll., 31 SS. (Lagen: A⁸, a-b⁸). - Brüning 483. - Adam von Bodenstein (1528-1577) zählt zu den frühesten Herausgebern und Glossatoren des Paracelsus. Sein begriffsgeschichtlicher Schlüsseltext trug erheblich zum Verständnis der paracelsischen Terminologie bei.