Los 458
Sammlung handschriftlicher Journale über die Kriegshandlungen der kaiserlichen Armee im Russisch-Österreichischen Türkenkrieg 1737-39. Anonyme deutsche Handschrift auf Papier.
Schätzpreis
€ 300
Ausrufpreis
€ 200
Zuschlag
€ 750
Los:
458
Kategorie:
Manuskripte und Autographen
Sammlung handschriftlicher Journale über die Kriegshandlungen der kaiserlichen Armee im Russisch-Österreichischen Türkenkrieg 1737-39. Anonyme deutsche Handschrift auf Papier. Deutsche Kurrent in schwarzer Tinte. 32,5 x 21,5 cm. 119 Bll. (davon 24 lose beiliegend). Pp. mit Buntpapierbezug.
(Berieben und bestoßen. Rücken an den Kapitalen mit Bezugsdefekten. Journal Nr. 3 stärker gebräunt. Die losen Bll. etwas abgegriffen. Stellenweise finger- und altersfleckig.)
1) Journal über die Kriegshandlungen der Reichsarmee unter F. H. von Seckendorff im Russisch-Österreichischen Türkenkrieg. Umfasst den Zeitraum vom 29. Juni bis zum 18. September 1737. 44 Bll.
2) Journal über die kriegerischen Auseinandersetzungen unter dem Generalkommando des Herzogs von Lothringen und dessen Generalfeldmarschall Graf von Königsegg, welches vom 8. Juni bis zum 17. September 1737 reicht. 39 Bll. - Besonders interessant ist die hier enthaltene Übersicht „dererjenigen Officiers welche in beiden Actionen vor Cornia und Meadia theils geblieben theils blessirt worden“, ein den jeweiligen Befehlshabern zugeordnetes Verzeichnis der gefallenen und verwundeten Offiziere der Infanterie und Kavallerie.
3) Journal über die Aktivitäten der kaiserlichen Armee in Ungarn unter dem Kommando des Grafen von Wallis im Jahr 1739. 12 Bll.
4) Relation waß sich bey Belager- und Eroberung von Ussiza vom 18. September biß 4. October incl. zugetragen hat. 24 lose Bll.
Außergewöhnliche zeitgenössische Quelle zur Militär- und Kriegsgeschichte des 18. Jahrhunderts. Die Aufzeichnungen vermutlich eines Augenzeugen bzw. Dokumentars bieten detaillierte Einblicke in die Kriegshandlungen der kaiserlichen Armee während des Russisch-Österreichischen Türkenkriegs von 1737–1739. Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt der Perspektiven: Vom Feldzug unter Friedrich Heinrich von Seckendorff über die Operationen unter dem Herzog von Lothringen und Graf von Königsegg bis hin zu den Unternehmungen des Grafen von Wallis in Ungarn. Die enthaltenen Namensverzeichnisse gefallener und verwundeter Offiziere sind für die historische (Adels-)Forschung von hohem Quellenwert, da sie nicht nur militärische Abläufe, sondern auch personelle Verluste innerhalb der Funktionselite konkret dokumentieren. Auch die detaillierte Beschreibung der Belagerung und Eroberung von Ussiza verdeutlicht den Wert dieser Sammlung als unmittelbares Zeugnis zeitgenössischer Kriegserfahrung. - Österreich trat 1737 als Bündnispartner Russlands gegen das Osmanische Reich in den Krieg ein. Befehlshaber auf österreichischer Seite waren u. a. Prinz Eugen von Savoyens Nachfolger im Oberkommando, zunächst Friedrich Heinrich von Seckendorff, später Herzog Franz Stephan von Lothringen, Graf von Königsegg und Graf von Wallis. Die Kriegszüge fanden vor allem in Serbien, Bosnien und im Banat statt. Trotz einiger lokaler Erfolge endete der Krieg für Österreich mit militärischen Rückschlägen und wurde im Frieden von Belgrad 1739 beendet, bei dem Österreich große Teile der zuvor im Frieden von Passarowitz (1718) gewonnenen Gebiete wieder an das Osmanische Reich abtreten musste (etwa Belgrad).
(Berieben und bestoßen. Rücken an den Kapitalen mit Bezugsdefekten. Journal Nr. 3 stärker gebräunt. Die losen Bll. etwas abgegriffen. Stellenweise finger- und altersfleckig.)
1) Journal über die Kriegshandlungen der Reichsarmee unter F. H. von Seckendorff im Russisch-Österreichischen Türkenkrieg. Umfasst den Zeitraum vom 29. Juni bis zum 18. September 1737. 44 Bll.
2) Journal über die kriegerischen Auseinandersetzungen unter dem Generalkommando des Herzogs von Lothringen und dessen Generalfeldmarschall Graf von Königsegg, welches vom 8. Juni bis zum 17. September 1737 reicht. 39 Bll. - Besonders interessant ist die hier enthaltene Übersicht „dererjenigen Officiers welche in beiden Actionen vor Cornia und Meadia theils geblieben theils blessirt worden“, ein den jeweiligen Befehlshabern zugeordnetes Verzeichnis der gefallenen und verwundeten Offiziere der Infanterie und Kavallerie.
3) Journal über die Aktivitäten der kaiserlichen Armee in Ungarn unter dem Kommando des Grafen von Wallis im Jahr 1739. 12 Bll.
4) Relation waß sich bey Belager- und Eroberung von Ussiza vom 18. September biß 4. October incl. zugetragen hat. 24 lose Bll.
Außergewöhnliche zeitgenössische Quelle zur Militär- und Kriegsgeschichte des 18. Jahrhunderts. Die Aufzeichnungen vermutlich eines Augenzeugen bzw. Dokumentars bieten detaillierte Einblicke in die Kriegshandlungen der kaiserlichen Armee während des Russisch-Österreichischen Türkenkriegs von 1737–1739. Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt der Perspektiven: Vom Feldzug unter Friedrich Heinrich von Seckendorff über die Operationen unter dem Herzog von Lothringen und Graf von Königsegg bis hin zu den Unternehmungen des Grafen von Wallis in Ungarn. Die enthaltenen Namensverzeichnisse gefallener und verwundeter Offiziere sind für die historische (Adels-)Forschung von hohem Quellenwert, da sie nicht nur militärische Abläufe, sondern auch personelle Verluste innerhalb der Funktionselite konkret dokumentieren. Auch die detaillierte Beschreibung der Belagerung und Eroberung von Ussiza verdeutlicht den Wert dieser Sammlung als unmittelbares Zeugnis zeitgenössischer Kriegserfahrung. - Österreich trat 1737 als Bündnispartner Russlands gegen das Osmanische Reich in den Krieg ein. Befehlshaber auf österreichischer Seite waren u. a. Prinz Eugen von Savoyens Nachfolger im Oberkommando, zunächst Friedrich Heinrich von Seckendorff, später Herzog Franz Stephan von Lothringen, Graf von Königsegg und Graf von Wallis. Die Kriegszüge fanden vor allem in Serbien, Bosnien und im Banat statt. Trotz einiger lokaler Erfolge endete der Krieg für Österreich mit militärischen Rückschlägen und wurde im Frieden von Belgrad 1739 beendet, bei dem Österreich große Teile der zuvor im Frieden von Passarowitz (1718) gewonnenen Gebiete wieder an das Osmanische Reich abtreten musste (etwa Belgrad).