Los 421

O. Heurnius, Barbaricae Philosophiae Antiquitatum, lib. II. Leiden 1600.

Schätzpreis
€ 200
Ausrufpreis
€ 140
Los: 421
Kategorie: Alte Drucke bis 1600
Künstler*in: Otto Heurnius
Heurnius, Otto: Barbaricae Philosophiae Antiquitatum libri duo. Leiden: Plantin-Raphelengius 1600. 11,5 x 7 cm. Mit Hz.-Druckermarke auf dem Titel. 12 Bll., 314 SS., 7 Bll. Späteres weißes Leder mit Schließband.

(Einband leicht fleckig. Autorenname auf dem Titel von Hand durchgestrichen und ergänzt. Außenrand des Titels ergänzt. Die ersten 3 Bll. angerändert, ein weiteres Blatt des Prologs auf einen Falz montiert. Wurmspuren an den Rändern teils hinterlegt. 5 Bll. des Index teils mit Wortverlust aufgezogen. Gebräunt. Am Oberrand knapp beschnitten.)

VD16 ohne Nummer. - Einer der frühesten systematischen Versuche, nichtgriechische und nichtlateinische Philosophie in die gelehrte Diskussion Europas einzuführen. Das Werk des niederländischen Mediziners und Humanisten Otto Heurnius (Otto van Heurne; 1577-1652) ist besonders bemerkenswert, da zur Zeit der Veröffentlichung das klassische Erbe Griechenlands und Roms als nahezu einzige Quelle philosophischer Autorität galt. Unter ‚barbarischer Philosophie‘ versteht Heurnius die Denksysteme der Ägypter, Hebräer, Perser, Chinesen und - wie in vorliegender Schrift - der Chaldäer und Inder. Heurnius betont den Ursprung der Weisheit nicht exklusiv im griechischen Denken, sondern macht eine differenzierte philosophische Überlieferung sichtbar und leistet damit einen Beitrag zur Erosion des klassischen Kanons zugunsten einer umfassenderen Perspektive auf die Geschichte des Denkens. Obwohl seine Darstellungen häufig spekulativ, eurozentrisch und auf christliche Konzepte ausgerichtet sind, kann Heurnius als Wegbereiter der interkulturellen Philosophie angesehen werden. - Exlibris „Andrzeja Awtuszewskiego“ auf dem vorderen Spiegel.