Los 391

J. E. Ridinger. Das in seiner großen Mannigfaltigkeit ... geschilderte Thier-Reich. 2 Tle. in 1 Bd. (Augsburg 1768).

Schätzpreis
€ 10.000
Ausrufpreis
€ 7.000
Zuschlag
€ 7.000
Los: 391
Kategorie: Druckgraphiken
Künstler*in: JOHANN ELIAS RIDINGER
JOHANN ELIAS RIDINGER

Das in seiner grossen Mannigfaltigkeit und in seinen schönen Farben nach Original-Zeichnungen geschilderte Thier-Reich. 2 Tle. in 1 Bd. (Augsburg: Joh. Jacob und Martin Elias Ridinger 1768).

Mit 1 gest. Front. und 1 gest. Titel in Röteldruck, 1 gest. Textvignette und 127 kolor. Kupfertafeln. 24 SS., 1 Bl. (Reg.), 20, 20 SS., 1 Bl. (Reg.), 17 SS. Erneuertes HLdr. unter Verwendung des alten Rückens mit goldgepr. Rt. und blindgepr. Karréstücken. Marmoriertes Vorsatzpapier. 39,7 x 26,5 cm.
(Berieben und bestoßen. Stellenweise etwas feucht- und altersfleckig.)





Thienemann 974-1102. Nissen, ZBI 3408. – Das letzte große Tafelwerk des Augsburger Tiermalers Johann Elias Ridinger (1698-1767), das er noch in betagtem Alter begann und nicht mehr zu Ende bringen konnte. 12 Darstellungen konnte er noch selbst durchführen, stach und kolorierte manche und schrieb eine Vorrede. Seine beiden Söhne unternahmen alle weiteren Ausführungen und letztendlich die Herausgabe des Werkes. Die 127 dargestellten Tiere sind eingeteilt in die "vierfüssigen Hufthiere" und die "vierfüssigen Zehentiere" und zeigen heimische sowie exotische Tierarten, in botanischer Staffage mit französisch-deutschen Bildunterschriften. Auf die vierseitige Vorrede des Vaters zu Beginn des Bandes folgt eine Lobpreisung der Söhne, daran im Anschluss die ausführlichen Beschreibungen der dargestellten Tiere in deutscher und französischer Sprache mit zwei ebenso zweisprachigen Registerblättern. Es gibt kein typographisches Titelblatt, der eigentliche Titel wird der Seite 9 entnommen. Die hübschen Rötelkupfer, jeweils mit Versen versehen, zeigen ein Porträt Ridingers mit Tierdarstellungen am Fuß sowie eine Bärendarstellung mit Raubgut. -
Ridinger gilt als der bedeutendste Tierillustrator seiner Zeit; sein Werk wurde von den beiden Erben gut vermarktet, oft unter kleinen Veränderungen der ursprünglichen Platten. - "Das Werk ist vollständig nirgends mehr zu finden, vielen Verehrern und Sammlern Ridinger'scher Kunstblätter so gut wie gar nicht bekannt, und nur bei angestrengtesten Bemühungen ist es uns gelungen, aus ganz verschiedenen Orten diese kostbare Sammlung so ziemlich vollständig zu erhalten" (Thienemann S. 199). - Exlibris "Henry Sarasin" und "Bibliothèque Bon du Noirmont".