Los 1316

F. Masereel / R. Rolland, Jean-Christophe. 5 Bde. Paris 1925-27. Ex. XXXVIII/C.

Schätzpreis
€ 2.000
Ausrufpreis
€ 900
Los: 1316
Kategorie: Ill. Bücher, Mappenwerke, Kunstliteratur bis 1945
FRANS MASEREEL
ROMAIN ROLLAND: Jean-Christophe. 5 Bde. Paris: Albin Michel 1925-27. 26 x 21 cm. Mit 666 OrHolzschnitten von Frans Masereel (davon 17 blattgr., 363 im Text und 286 Schlussvignetten). Einbände der Legatoria Artistica, Ascona, 1975 (datierte Stempelsignatur in Goldprägung auf den vorderen Spiegeln): HPgt. mit Rs. und Deckeln mit Buntpapierbezügen; Kopfgoldschnitt, Buchblock sonst unbeschnitten; OrUmschläge beigebunden. In gefütterten Pp.-Schubern in Holzoptik, die Kanten der offenen Schuberseiten mit Pgt. bezogen.

(Schuber gering berieben. Das Pgt. der Bände I bis V punktuell mit der zarten Andeutung von Flecken. Wenige Blätter außerhalb von Text und Illustrationen minimal fleckig.)

Nr. 38 von 100 röm. num. Ex. der Vorzugsausgabe auf „Hollande van Gelder“ (GA 2012). - Carteret IV, 345. Von der Gabelentz C 56. - Durchgehend zweifarbiger Druck in Schwarz und Rot. Der Druck erfolgte bei Robert Coulouma, Argenteuil. - Frans Masereel (1889-1972), belgischer Maler, Zeichner und Grafiker, schloss sich unter den Eindrücken des Ersten Weltkrieges früh den pazifistisch und bibliophil orientierten Kreisen um Stefan Zweig, Henri Barbusse, George Grosz, Kurt Tucholsky und Romain Rolland an und illustrierte deren Werke. Seine Holzschnitte für Rollands ‚Jean-Christophe‘ zählen zu den besten, die Masereel je schuf. - „Der Höhepunkt [von Rollands] Schaffens ist die Verwirklichung, [...] einen Roman zu schreiben, dessen Held die Verkörperung des heroischen Idealismus sein soll: ‚Jean-Christophe‘ ist die fiktive Biographie eines genialen Musikers, der Züge von Beethoven und Wagner mit autobiographischen Elementen vereint. Man hat dieses Werk in Aufbau und Ausdehnung mit einer Symphonie verglichen; es ist eine Verherrlichung des schöpferischen Genius und enthält zugleich Rollands Glaubensbekenntnis, daß wahre Kunst die Menschen über nationale Schranken hinweg verbindet; dies ist besonders im Hinblick auf das deutsch-französische Verhältnis gesehen. So ist ‚Jean-Christophe‘ zugleich eine Auseinandersetzung des Franzosen mit deutscher Geisteskultur“ (Wilpert, Lexikon der Weltliteratur 1 (1975), 1381). - Aus der Bibliothek des Pädagogen und Bibliophilen Jürgen Engel (1933-2023; Nachlassexlibris auf den vorderen Spiegeln). - Handeinbände von zeitloser Schönheit. Die Drucke klar und kraftvoll.