Los 139
B. de las Casas, Narratio regionum Indicarum per Hispanos quosdam devastatarum verissima. Frankfurt 1598.
Schätzpreis
€ 14.000
Ausrufpreis
€ 12.000
Los:
139
Kategorie:
Alte Drucke bis 1600
Künstler*in:
Bartolomé de las Casas
Casas, Bartolomé de las: Narratio regionum Indicarum per Hispanos quosdam devastatarum verissima. Frankfurt am Main: Theodor de Bry und Johannes Saur 1598. 19,2 x 15,8 cm. Mit gest. figürl. Titelbordüre, 17 großen Textkupfern von Theodor de Bry nach Jodocus (Joos) van Winghe und einigen Hz.-Initialen. 4 Bll., 141 SS. Mod. weißes Ldr. unter Verwendung alter Pgt.-Deckelbezüge mit goldgepr. ornamentalem Mittelstück, Bordüre und Fleurs-de-lys als Eckfleurons.
(Die alten Deckelbezüge berieben und fleckig. Titel mit verblasstem Bibliotheksstempel. Titel und Folgeblatt am Außenrand hinterlegt. Die Lagen A bis C im unteren Bundsteg mit kleiner Wurmspur und teilweise geringem Buchstabenverlust. Feuchtrandig. Mit wenigen Marginalien und Unterstreichungen.)
Adams C 1419. Sabin 11283. Streit I, 228. VD16 C 1234. - Erste lateinische Ausgabe und zugleich die erste mit den drastischen Kupfern. - Bartolomé de las Casas (1484-1566), dessen Vater und Onkel bereits Kolumbus auf seiner zweiter Reise auf die Insel Hispaniola begleitet hatten, war 1502 in die Neue Welt aufgebrochen, wo er ebenfalls auf Hispaniola als Soldat an zwei Feldzügen teilnahm, in denen die letzten Ureinwohner der Insel unter spanische Herrschaft gebracht werden sollten. Nachdem er 1511 bei der Eroberung Kubas abermals Zeuge entsetzlicher Brutalität und Ausbeutung geworden war, widmete er seine Gedanken und seine Feder dem Widerstand gegen die Encomienda. Sein Umdenkprozess war tief von dem Auftreten der Dominikaner geprägt, die scharfe Predigten gegen die Sklaverei und die Misshandlung der Eingeborenenstämme gehalten und den spanischen Sklavenhaltern das Sakrament der Beichte vorenthalten hatten. Im Jahr 1522 trat las Casas als ein Mann in das Dominikanerkonvent von Santo Domingo ein, der den Mut bewiesen hatte, seine Überzeugungen und sein Engagement zugunsten der Unterdrückten zu überdenken und zu verändern. Er setzte sich weiterhin für die Abschaffung der Encomienda ein und wurde im Jahr 1543 zum ersten Bischof von Chiapas ernannt. Aufgrund ständiger Streitigkeiten mit den spanischen Landbesitzern, die ihn zudem als Miturheber der ‚Leyes Nuevas‘ und damit als Verantwortlichen für den Bürgerkrieg in Peru ansahen, war las Casas gezwungen, das Bischofsamt nur ein Jahr später aufzugeben und nach Spanien zurückzukehren, wo er die spanische Krone in Kolonialfragen beriet, als Prokurator der Ureinwohner des amerikanischen Kontinents auftrat und nach einer der ersten belegten Menschenrechtsverhandlungen der Geschichte ein temporäres Aussetzen der Conquista bewirken konnte. - Bartolomé de las Casas schrieb seine „Brevísima relación de la destrucción de las Indias“ im Jahr 1542, die Erstveröffentlichung erfolgte 1552 in Sevilla. Die lateinischen Ausgaben wurden nach der französischen Ausgabe von 1579 übersetzt. In seiner kurzgefassten Darstellung beschreibt er die Grausamkeit der spanischen Conquistadores und Kolonisatoren auf dem amerikanischen Kontinent. Sein Werk ist eine der frühesten Anklagen gegen den Völkermord an den amerikanischen Ureinwohnern. In Spanien wurden las Casas Schilderungen als antispanische Propaganda abgetan, es verwundert daher nicht, dass sie in den neuen protestantischen Ländern umso populärer wurden und Übersetzungen ins Niederländische, Englische und Deutsche folgten. Las Casas Buch ist jedoch auch als frühe und authentische Chronik der Conquista sowie als ethnographisches Zeugnis von höchster Bedeutung. - „This edition is much sought for, in consequence of the beauty of the first impressions of the plates“ (Sabin).
(Die alten Deckelbezüge berieben und fleckig. Titel mit verblasstem Bibliotheksstempel. Titel und Folgeblatt am Außenrand hinterlegt. Die Lagen A bis C im unteren Bundsteg mit kleiner Wurmspur und teilweise geringem Buchstabenverlust. Feuchtrandig. Mit wenigen Marginalien und Unterstreichungen.)
Adams C 1419. Sabin 11283. Streit I, 228. VD16 C 1234. - Erste lateinische Ausgabe und zugleich die erste mit den drastischen Kupfern. - Bartolomé de las Casas (1484-1566), dessen Vater und Onkel bereits Kolumbus auf seiner zweiter Reise auf die Insel Hispaniola begleitet hatten, war 1502 in die Neue Welt aufgebrochen, wo er ebenfalls auf Hispaniola als Soldat an zwei Feldzügen teilnahm, in denen die letzten Ureinwohner der Insel unter spanische Herrschaft gebracht werden sollten. Nachdem er 1511 bei der Eroberung Kubas abermals Zeuge entsetzlicher Brutalität und Ausbeutung geworden war, widmete er seine Gedanken und seine Feder dem Widerstand gegen die Encomienda. Sein Umdenkprozess war tief von dem Auftreten der Dominikaner geprägt, die scharfe Predigten gegen die Sklaverei und die Misshandlung der Eingeborenenstämme gehalten und den spanischen Sklavenhaltern das Sakrament der Beichte vorenthalten hatten. Im Jahr 1522 trat las Casas als ein Mann in das Dominikanerkonvent von Santo Domingo ein, der den Mut bewiesen hatte, seine Überzeugungen und sein Engagement zugunsten der Unterdrückten zu überdenken und zu verändern. Er setzte sich weiterhin für die Abschaffung der Encomienda ein und wurde im Jahr 1543 zum ersten Bischof von Chiapas ernannt. Aufgrund ständiger Streitigkeiten mit den spanischen Landbesitzern, die ihn zudem als Miturheber der ‚Leyes Nuevas‘ und damit als Verantwortlichen für den Bürgerkrieg in Peru ansahen, war las Casas gezwungen, das Bischofsamt nur ein Jahr später aufzugeben und nach Spanien zurückzukehren, wo er die spanische Krone in Kolonialfragen beriet, als Prokurator der Ureinwohner des amerikanischen Kontinents auftrat und nach einer der ersten belegten Menschenrechtsverhandlungen der Geschichte ein temporäres Aussetzen der Conquista bewirken konnte. - Bartolomé de las Casas schrieb seine „Brevísima relación de la destrucción de las Indias“ im Jahr 1542, die Erstveröffentlichung erfolgte 1552 in Sevilla. Die lateinischen Ausgaben wurden nach der französischen Ausgabe von 1579 übersetzt. In seiner kurzgefassten Darstellung beschreibt er die Grausamkeit der spanischen Conquistadores und Kolonisatoren auf dem amerikanischen Kontinent. Sein Werk ist eine der frühesten Anklagen gegen den Völkermord an den amerikanischen Ureinwohnern. In Spanien wurden las Casas Schilderungen als antispanische Propaganda abgetan, es verwundert daher nicht, dass sie in den neuen protestantischen Ländern umso populärer wurden und Übersetzungen ins Niederländische, Englische und Deutsche folgten. Las Casas Buch ist jedoch auch als frühe und authentische Chronik der Conquista sowie als ethnographisches Zeugnis von höchster Bedeutung. - „This edition is much sought for, in consequence of the beauty of the first impressions of the plates“ (Sabin).