Los 68

I. Kant, 2 Bde. in 1: Prolegomena. Riga 1783. / angeb.: Ueber das radikale Böse in der menschlichen Natur. 1792.

Schätzpreis
€ 240
Ausrufpreis
€ 160
Zuschlag
€ 330
Los: 68
Kategorie: Geschichte, Kulturgeschichte und Varia
Künstler*in: Immanuel Kant
Kant, Immanuel: Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik die als Wissenschaft wird auftreten können. Riga: Joh. Friedr. Hartknoch 1783. 19,5 x 11,5 cm. 222 SS., 1 w. Bl. - Angebunden Ders.: Ueber das radikale Böse in der menschlichen Natur. O. O. und Dr. 1792. 46 SS. HLdr. auf 5 Bünden mit Rs. und Rv.

(Berieben und bestoßen; etwas feucht- und altersfleckig; hs. Besitzvermerk auf dem fliegenden Vorsatzblatt.)

1) Warda 76. Ziegenfuß I, 626. Borst 460. - Zweiter Druck der ersten Ausgabe, mit dem "Zierstück mit Engel" auf S. 3 und dem "Stab mit Blattranken" auf S. 222 als Schlusszierstück. - Das Werk ist ein Versuch, die Lehre der "Critik der reinen Vernunft " knapp darzustellen und zugleich gegen Missverständnisse zu verteidigen. Erst durch die Prolegomena wurden die Gedanken der "Critik der reinen Vernunft" allgemein bekannt und akzeptiert.

2) Warda 138. - Zweiter Druck und zugleich erste selbstständige Ausgabe; zuvor im April 1792 in den Berlinischen Monatsschriften erschienen. Mit Kants Aufsatz, der im folgenden Jahr als erstes Stück in der "Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft" wieder erschien, beginnt die Subjektivierung des Bösen. Kant verlegt das Böse ganz und gar in die menschliche Natur: Der Mensch ist von seiner Natur aus böse, weil er das moralische Gesetz kennt, aber trotzdem davon abweicht. Dies lehren uns Erfahrungen aus der Geschichte. Deswegen ist dieser natürliche Hang zum Bösen ein radikal Böses, welches angeboren und selbstverschuldet ist.