Los 528

(J. M. Moscherosch), Visiones de Don Quevedo. 2 Tle. in 1 Bd. Frankfurt 1647.

Schätzpreis
€ 200
Ausrufpreis
€ 140
Zuschlag
€ 170
Los: 528
Kategorie: Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts
(Moscherosch, Johann Michael): Visiones de Don de Quevedo. Das ist: Wunderliche Satirische und warhafftige Gesichte Philander von Sittewalt. In welcher aller Welt Wesen ... einen Spiegel dargestellet. Jetzo auffs Newe mit Summarien verbessert, in zwey Theil abgetheilet ... mit vollkömmlichem Register. o. O. und Dr. 1645 (d. i.: Frankfurt a. M.: Johann Gottfried Schönewetter, recte 1647). 13,6 x 7,5 cm. Mit illustr. Kupfertitel und 11 Kupfertafeln. 5 Bll., SS. 13-706 (recte 976), 14 Bll. Ldr.

(Lederbezug stark abgerieben. Kupfertitel verso gestempelt. Papier t. mit Knitterspuren, stellenweise etwas feucht- und altersfleckig sowie etwas gebräunt. SS. 884 -888 mit Tintenspuren.)

Dünnhaupt S. 2855, 5.I.2. Goed. III, 233, 11.2. - Neusatz mit veränderter Paginierung; mit den gleichen 11 Gesichten wie bei den beiden vorhergehenden Drucken von 1644 und 1645. Teil II beginnt ohne Zwischentitel auf S. 576. - "Die sechs ersten Kapitel der „Gesichte“ folgen relativ eng der Vorlage des Spaniers Don Francisco Gomez de Quevedo y Villegas (1580–1645) „Sueños“, die Moscherosch mit Hilfe von La Genestes franz. Übersetzung von 1633 benutzte. M.s Prosasatire läßt sich als spezielle Zeitkritik der zweiten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges und zugleich als allgemeine Warnung vor dem Verlust von moralischen Werten und von kultureller Identität auffassen; es läßt sich wegen der vielen teils zitierten, teils selbstverfaßten Sentenzen als deutsches Gegenstück der „Essays“ von Montaigne nutzen oder wegen der erkenntnisfördernden Wirklichkeitsverzerrung als menippeische Satire verstehen." (NDB XVIII, 166-168).