Los 260

F. Schlegel. Eigenh. Brief mit U. O. O. u. D. (um 1825).

Schätzpreis
€ 300
Ausrufpreis
€ 200
Zuschlag
€ 240
Los: 260
Kategorie: Manuskripte und Autographen
SCHLEGEL, FRIEDRICH (1772 Hannover - 1829 Dresden)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift („Friedr v. Schlegel“). Ohne Ortsangabe, „Dienstag, den 20ten“ (um 1825). 1 Doppelblatt (1 beschriebene Seite). Mit Adresse und Siegelrest auf dem Gegenblatt verso. Auf Papier mit Wasserzeichen („JWhatman“).

(Papierbedingt leicht gebräunt. Das Gegenblatt mit Ausschnitt durch Brieföffnung und stärkerer Bräunungsstelle durch Fremdpapierauflage. Das Papier unter dem Siegel gebrochen. Etwas knittrig.)

An Peter von Cornelius: „Geehrtester Freund! Baader hat mir gesagt, daß Ihnen der morgende Tag, Mittwoch, am gelegensten seyn wird, um nach Ihrer gütig Einladung den Mittag bey Ihnen zuzubringen. Wenn es Ihnen also gefellig ist, so werde ich morgens nach 1. bis gegen halb 2. zu Ihnen kommen u[nd] wünschte alsdann die Nachmittagsstunden [...] mit Ihnen in der Glyptothek zuzubringen; worauf ich mich im voraus sehr freue [...]“.

Friedrich Schlegel hat die deutsche Romantik maßgeblich geprägt. Seine Ideen beeinflussten nicht nur die Literatur, sondern auch die Philosophie, Kunst und Wissenschaft seiner Zeit. Die von ihm und seinem Bruder gegründete Zeitschrift „Athenäum“ war ein wichtiges Organ der Frühromantik und trug zur Verbreitung neuer Gedanken bei. Schlegels Betonung der Individualität, der Subjektivität und der Unendlichkeit der künstlerischen Formen hat die Entwicklung der modernen Literatur nachhaltig beeinflusst. Seine Konzepte der romantischen Ironie und der Universalpoesie sind zentrale Elemente der romantischen Theorie und werden noch heute in der Literaturwissenschaft diskutiert. Auch seine Arbeiten zur Indologie und seine Übersetzungen hatten einen bleibenden Einfluss auf die europäische Kulturgeschichte. Schlegel stand zeit seines Lebens in regem schriftlichen Austausch mit Vertretern von Wissenschaft, Kunst und Kultur. So auch mit dem deutschen Maler Peter von Cornelius (1783-1867), der 1819 von Kronprinz Ludwig von Bayern den Auftrag erhalten hatte, die Münchener Glyptothek neu zu gestalten und 1825 mit der Leitung der Akademie der Bildenden Künste betraut wurde.