Los 230

J. v. Werth. Eigenh. Brief mit U. Benatek, 21.V.1651.

Schätzpreis
€ 2.000
Ausrufpreis
€ 1.500
Zuschlag
€ 1.500
Los: 230
Kategorie: Manuskripte und Autographen
WERTH, JOHANN VON (1591 Büttgen - 1652 Schloss Benatek)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Benatek, 21. Mai 1651. 1 Doppelblatt (2 beschriebene Seiten). 32,7 x 20 cm.

(Gebräunt. Minimale Randläsuren.)

An einen Fürsten: „Durchleuchtiger Fürst [...] habe dersoselben mit disem wenigen meiner obligenden Schuldigkeit nach gehen semblich aufwarten sollen, dan ob zwar persöhnlich diß zuverichten herzlich verlange, so thut doch immer main (Schenkhel) mich sollicher gestalten discommodiren, daß einen Ritt nacher Egger, umb aldar mich deß Sauerbrunn zugebrauchen, auf etliche Wochen habe vernehmen müssen, nach so dan beschehner Zurubhraiß meinem schuldigen obligo nach Euer Fürstl. G[naden] selbst die hendt zu küssen [...] In dessen deroselben den Obristen Leutenant Rambstett auf sein [...] Ansuchen nochmahlen dahin reommendire [...] er ja in dem Dhanischen Krieg so grossen Lust hat, und ohne dem ein gutter Soldat ist, möchte doch accommodirt werden [...]“.

Johann (Jan) von Werth war einer der berühmtesten Kavalleriegeneräle des Dreißigjährigen Krieges und kämpfte zunächst auf spanischer bzw. kurkölnischer, dann auf bayerischer und schließlich auf kaiserlicher Seite. Nach der Schlacht von Nördlingen wurde er vom Kaiser zum Feldmarschallleutnant und Freiherrn erhoben. Im Jahr 1635 zog von Werth bis in das Elsass, eroberte Speyer, belagerte Lüttich und drang in Frankreich ein. 1637 zog er gegen Bernhard von Sachsen-Weimar an den Oberrhein, schlug dessen Heer, fiel 1638 aber einem Überfall Bernhards auf die Kaiserlichen zum Opfer, wurde verwundet und gefangen genommen. Auf Verlangen Richelieus im Triumphzug nach Paris gebracht, wurde er dort in ehrenvoller Haft mit Jagdausflügen und Audienzen bei König Ludwig XIII. gehalten, bis er 1642 gegen den schwedischen General Gustaf Horn ausgetauscht wurde. Von Werth war beinahe über den gesamten Zeitraum des Dreißigjährigen Krieges an Kriegshandlungen beteiligt und verbrachte den Großteil seines Lebens auf dem Schlachtfeld.