Los 216
H. Schlik zu Bassano und Weißkirchen. Brief mit eigenh. Coutoisie und U. Wien, 3.II.1643.
Schätzpreis
€ 800
Ausrufpreis
€ 600
Zuschlag
€ 600
Los:
216
Kategorie:
Manuskripte und Autographen
SCHLIK ZU BASSANO UND WEIßKIRCHEN, HEINRICH (1580 - 1650 Wien)
Brief mit eigenhändiger Höflichkeitsformel („E. Excl. ganz dienstwillicher diener“) und Unterschrift. Wien, 3. Februar 1643. 1 Doppelblatt (2 beschriebene Seiten). Mit Siegelresten. 30,8 x 20,5 cm.
(Auf dem Gegenblatt adressiert. Gegenblatt mit Einschnitten und kleinen Fehlstellen durch Brief- bzw. Siegelöffnung. Minimale Altersspuren und Randläsuren.)
An den in Prag weilenden Piccolomini: „[...] deroselben schreiben datirt Saatz den 28. Januarii habe ich von den anhero geschiekten Adjutanten zue recht empfangen, undt daraus, wie auch aus Ihrer Kay. May. undt Hochfürst. Drchl. schreiben E. Excell. zue deren dinsten tragenden höchst rühmblichen eyfer mit mehrern wohl vernommen. Bedancke mich demnach gegen E. Excell. ganz dinstlich das Sie mihr von dero vorhaben gegen dem feindt, wie auch was sonsten wegen Freyberg passiret, parte geben wollen, undt bin benebens E. Excell. genzlicher meinung, das mann auf alle weg dahin trachten solle, wie besagtes Freyberg [...] entsetzet werden möge [...]“.
Heinrich Graf Schlik zu Bassano und Weißkirchen kämpfte für den Kaiser in Ungarn unter Bucquoy und in Schlesien unter Maximilian von Liechtenstein. Im Jahr 1625 wurde sein Regiment in Wallensteins Armee integriert und er selbst mit der Leitung der gesamten Artillerie betraut. Nachdem er während einer Aufklärungsmission im heutigen Gebiet der Slowakei gefangen genommen wurde, konnte er sich durch die Zahlung von 20.000 Talern freikaufen. 1627 erfolgte seine Beförderung zum Feldmarschall, woraufhin er am Dänisch-Niedersächsischen Krieg teilnahm, den Wallenstein gegen König Christian IV. von Dänemark gewinnen konnte. Anschließend zog sich Schlik aus dem aktiven Kriegsdienst zurück, übernahm das Amt des Hofkriegsratspräsidenten und wurde in dieser Rolle zu einem der einflussreichsten Gegner Wallensteins. - Die wichtige Bergbaustadt Freiberg war im Dreißigjährigen Krieg immer wieder Ziel von Angriffen und Belagerungen durch schwedische Truppen, vor allem nachdem der sächsische Kurfürst 1635 in Prag einen Frieden mit dem Kaiser geschlossen und das Bündnis mit der schwedischen Krone verlassen hatte.
Brief mit eigenhändiger Höflichkeitsformel („E. Excl. ganz dienstwillicher diener“) und Unterschrift. Wien, 3. Februar 1643. 1 Doppelblatt (2 beschriebene Seiten). Mit Siegelresten. 30,8 x 20,5 cm.
(Auf dem Gegenblatt adressiert. Gegenblatt mit Einschnitten und kleinen Fehlstellen durch Brief- bzw. Siegelöffnung. Minimale Altersspuren und Randläsuren.)
An den in Prag weilenden Piccolomini: „[...] deroselben schreiben datirt Saatz den 28. Januarii habe ich von den anhero geschiekten Adjutanten zue recht empfangen, undt daraus, wie auch aus Ihrer Kay. May. undt Hochfürst. Drchl. schreiben E. Excell. zue deren dinsten tragenden höchst rühmblichen eyfer mit mehrern wohl vernommen. Bedancke mich demnach gegen E. Excell. ganz dinstlich das Sie mihr von dero vorhaben gegen dem feindt, wie auch was sonsten wegen Freyberg passiret, parte geben wollen, undt bin benebens E. Excell. genzlicher meinung, das mann auf alle weg dahin trachten solle, wie besagtes Freyberg [...] entsetzet werden möge [...]“.
Heinrich Graf Schlik zu Bassano und Weißkirchen kämpfte für den Kaiser in Ungarn unter Bucquoy und in Schlesien unter Maximilian von Liechtenstein. Im Jahr 1625 wurde sein Regiment in Wallensteins Armee integriert und er selbst mit der Leitung der gesamten Artillerie betraut. Nachdem er während einer Aufklärungsmission im heutigen Gebiet der Slowakei gefangen genommen wurde, konnte er sich durch die Zahlung von 20.000 Talern freikaufen. 1627 erfolgte seine Beförderung zum Feldmarschall, woraufhin er am Dänisch-Niedersächsischen Krieg teilnahm, den Wallenstein gegen König Christian IV. von Dänemark gewinnen konnte. Anschließend zog sich Schlik aus dem aktiven Kriegsdienst zurück, übernahm das Amt des Hofkriegsratspräsidenten und wurde in dieser Rolle zu einem der einflussreichsten Gegner Wallensteins. - Die wichtige Bergbaustadt Freiberg war im Dreißigjährigen Krieg immer wieder Ziel von Angriffen und Belagerungen durch schwedische Truppen, vor allem nachdem der sächsische Kurfürst 1635 in Prag einen Frieden mit dem Kaiser geschlossen und das Bündnis mit der schwedischen Krone verlassen hatte.