Los 190
H. C. Königsmarck. Schriftstück mit eigenh. U. Halberstadt, 4.XII.1643.
Schätzpreis
€ 400
Ausrufpreis
€ 300
Zuschlag
€ 300
Los:
190
Kategorie:
Manuskripte und Autographen
KÖNIGSMARCK, HANS CHRISTOPH VON (1605 Kötzlin - 1663 Stockholm)
Schriftstück mit eigenhändiger Unterschrift („Hans Christoff Von Königsmarck“). Halberstadt, 4. Dezember 1643. 1 Blatt. Mit Ringsiegel. 30,3 x 18,8 cm.
(Gebräunt. Minimale Randläsuren.)
„[...] Eß hatt mich mein Zue Querfourt stehender RegimentsQuartirmeister berichtet, wie das die Herrn in Bezahlung der Gellter, so ihm vom Commissario, vor die Garnison daselbst assignirt, sich so säumig Erweißen, das sie ihm noch bey Sechshundert Rthlr in List sein, unnd Er dannenhero Zu Unterhallt der Garnison meine daselbst habende Mittel angreiffen müßen, Nach dem mann aber darin denselben nicht nach zusehen, Allß wird den Herrn hirmitt ahngefügt, es angesichtes dießes auff dem fues berichten, das gemeltes RegimentsQuartir meistens drauf wartende leuten der List ohngesaumbt Zugestellet, unndt außgezahlet werde, Wiederiges falls werde ich solche Mittel verordtnen müßen, daß sie ihres allemahl geffürten saumfahls wegen es zu empfinden haben sollen, Wormitt ich dieselbe Gottlicher Obsicht Empfehle [...]“.
Der aus einem alten brandenburgischen Adelsgeschlecht stammende Hans Christoph Graf von Königsmarck wurde als Page am Hof von Braunschweig unter Friedrich Ulrich von Braunschweig-Lüneburg erzogen. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges trat er in das kaiserliche Regiment Sachsen-Lauenburg ein, wurde nach der Auflösung der Truppen Wallensteins abgedankt und trat 1630 in das schwedische Heer ein. Seit 1636 Oberst, focht er 1640-1641 unter Banér, zeichnete sich unter Torstensson 1642 bei Schweidnitz und Leipzig aus, vertrieb 1643 die kaiserlichen Truppen aus Pommern, wurde 1645 Generalgouverneur der von ihm eroberten Herzogtümer Bremen und Verden, und zwang den sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. zum Waffenstillstand von Kötzschenbroda. Seit 1646 Kavalleriegeneral, entschied er zwei Jahre später mit der schwedischen Hauptarmee unter Wrangel den Sieg bei Zusmarshausen und eroberte im selben Jahr die Kleinseite von Prag, wo er ungeheure Beute machte. 1651 wurde er in den Grafenstand erhoben. Nachdem er 1655 zum Feldmarschall befördert worden war, begab er sich im Folgejahr auf den Kriegsschauplatz nach Preußen, wo er in die Hände der Polen fiel, die ihn bis 1660 in Weichselmünde gefangen hielten.
Schriftstück mit eigenhändiger Unterschrift („Hans Christoff Von Königsmarck“). Halberstadt, 4. Dezember 1643. 1 Blatt. Mit Ringsiegel. 30,3 x 18,8 cm.
(Gebräunt. Minimale Randläsuren.)
„[...] Eß hatt mich mein Zue Querfourt stehender RegimentsQuartirmeister berichtet, wie das die Herrn in Bezahlung der Gellter, so ihm vom Commissario, vor die Garnison daselbst assignirt, sich so säumig Erweißen, das sie ihm noch bey Sechshundert Rthlr in List sein, unnd Er dannenhero Zu Unterhallt der Garnison meine daselbst habende Mittel angreiffen müßen, Nach dem mann aber darin denselben nicht nach zusehen, Allß wird den Herrn hirmitt ahngefügt, es angesichtes dießes auff dem fues berichten, das gemeltes RegimentsQuartir meistens drauf wartende leuten der List ohngesaumbt Zugestellet, unndt außgezahlet werde, Wiederiges falls werde ich solche Mittel verordtnen müßen, daß sie ihres allemahl geffürten saumfahls wegen es zu empfinden haben sollen, Wormitt ich dieselbe Gottlicher Obsicht Empfehle [...]“.
Der aus einem alten brandenburgischen Adelsgeschlecht stammende Hans Christoph Graf von Königsmarck wurde als Page am Hof von Braunschweig unter Friedrich Ulrich von Braunschweig-Lüneburg erzogen. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges trat er in das kaiserliche Regiment Sachsen-Lauenburg ein, wurde nach der Auflösung der Truppen Wallensteins abgedankt und trat 1630 in das schwedische Heer ein. Seit 1636 Oberst, focht er 1640-1641 unter Banér, zeichnete sich unter Torstensson 1642 bei Schweidnitz und Leipzig aus, vertrieb 1643 die kaiserlichen Truppen aus Pommern, wurde 1645 Generalgouverneur der von ihm eroberten Herzogtümer Bremen und Verden, und zwang den sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. zum Waffenstillstand von Kötzschenbroda. Seit 1646 Kavalleriegeneral, entschied er zwei Jahre später mit der schwedischen Hauptarmee unter Wrangel den Sieg bei Zusmarshausen und eroberte im selben Jahr die Kleinseite von Prag, wo er ungeheure Beute machte. 1651 wurde er in den Grafenstand erhoben. Nachdem er 1655 zum Feldmarschall befördert worden war, begab er sich im Folgejahr auf den Kriegsschauplatz nach Preußen, wo er in die Hände der Polen fiel, die ihn bis 1660 in Weichselmünde gefangen hielten.