Los 174

M. Gallas. Brief mit eigenh. U. Prag, 18.XI.1639.

Schätzpreis
€ 1.000
Ausrufpreis
€ 800
Zuschlag
€ 800
Los: 174
Kategorie: Manuskripte und Autographen
GALLAS, MATTHIAS (1588 Trient - 1647 Wien)

Brief mit eigenhändiger Unterschrift („Matthias Gallaß“). Prag, 18. November 1639. 1 Blatt. 30,1 x 20,8 cm.

(Randläsuren. Im Oberrand knapp beschnitten. Im Bereich der Signatur schwach braunfleckig.)

An einen General. Seine Vollmacht als Friedensvermittler betreffend, die er mit Graf Schlick teilt und anlässlich seiner bevorstehenden Reise auf diesen überträgt: „Eur. Ex. habe Ich hiermit nicht verhalten solln, das Ich vielleicht etliche Zeit wegen anderwertiger wichtiger verrichtungen von der armata abwesendt sein möchte. Wann dann Eur. Ex. ohne das bewust das die von Ir. Kay. May. wegen des fridens geschäffts gefertigte plenipotenz auf des Herrn Graffen Schlickhens Ex. und mich sambt und sonderß lauttet. Allß habe E. Ex. Ich hierdurch allein versichern wolln, das was in wehrender meiner absenz an besagtem fridenswerckh durch [...] Herrn Graff Schlickhens Ex. abgehandelt werden möchte, für so kräfftig und vollkhomen, allß wenn ich selbst darbey gewesen [...]“.

Matthias Gallas, Spross einer Trienter Adelsfamilie, begann seine militärische Laufbahn in Diensten der spanischen Armee in den Niederlanden. Nach dem Wechsel in österreichische Dienste stand er unter dem Kommando Wallensteins und führte unter anderem den berüchtigten Italienfeldzug durch, bei dem die Stadt Mantua von kaiserlichen Truppen geplündert wurde. Für seine maßgebliche Beteiligung an der Ermordung Wallensteins erhielt Gallas als Ranghöchster neben einer hohen Geldsumme die Herrschaften Friedland und Reichenberg. In der bald folgenden Schlacht bei Nördlingen konnte Gallas das vom Kaiser in ihn gesetzte Vertrauen bestätigen und dem schwedischen Heer eine empfindliche Niederlage bereiten. Seine weitere militärische Karriere war jedoch von einigen Misserfolgen geprägt, die seinen geschickt und skrupellos konstruierten Feldherrenmythos entzauberten. - Aus der Autographensammlung von Eduard Fischer von Röslerstamm, dessen eigenhändig beschriebener Archivzettel beiliegt. Fischer von Röslerstamm gründete in Graz die Zeitschrift „Mittheilungen für Autographensammler“, die von 1884 bis 1893 in zehn Jahrgängen erschien und mehrheitlich von ihm selbst verfasste Beiträge enthielt. Aufgrund seines Fachwissens und in Anerkennung seiner zahlreichen Beiträge in der „Zeitschrift für Bücherfreunde“, dem ersten offiziellen Periodikum der Gesellschaft der Bibliophilen, erwarb sich Fischer von Röslerstamm einen hervorragenden Ruf als Autographenexperte.