Los 153
Th. von Aquin, Catena aurea. (Basel: M. Wenssler) 1476.
Schätzpreis
€ 10.000
Ausrufpreis
€ 7.500
Zuschlag
€ 7.500
Los:
153
Kategorie:
Alte Drucke bis 1600
Thomas von Aquin: Catena aurea. (Basel: Michael Wenssler) 1476. 38,9 x 28,5 cm. Zweispaltiger, äußerst breitrandiger Druck zu 62 Zeilen. Gotische Typen. Schriftraum: 28,1 x 19,5 cm. Mit einigen mehrzeiligen Initialen in Rot. 437 nn. Bll. (von 438; ohne das letzte weiße Bl.). Blindgepr. Schweinsleder über schweren Holzdeckeln auf vier Bünden mit zwei messingbeschlagenen Lederschließen (davon eine intakt). Die Prägung mit alternierenden, ober- und unterhalb der Mittelstücke spitzeckig zusammenlaufenden einfachen, doppelten und breiten Fileten. Der Vorderdeckel mit rautenförmigen Lilienstempeln in den Ecken. Auf dem Rückdeckel mehrere kleine Schriftbandstempel (wohl mit Marienmonogramm).
(Berieben und wurmstichig. Eine Schließe defekt. Das erste weiße Blatt mit handschriftlichem Besitzvermerk, Signaturnummer in blauem Buntstift, ebenso wie die ersten Blätter wurmstichig und angestaubt. Das erste Textblatt mit gelöschtem Stempel. Blatt 359 mit Ausriss im Außenrand. Das letzte Blatt mit repariertem Einriss im unteren Außenrand. Insgesamt nur wenige kleine Papierläsuren und vereinzelte Wurmspuren. Blattweiserreste.)
GW 46089. Hain 1332. Goff T-229. BSB-Ink T-200. Proctor 7481. - Frühe Ausgabe eines der zentralen Werke des Thomas von Aquin, die vierte seit dem 1470 in Rom erschienenen Erstdruck von Sweynheym und Pannartz (GW 46094). Ein in Druck- und Papierqualität hervorragendes Beispiel für die Basler Druckkunst der Inkunabelzeit. - „Die Catena aurea ist der bekannteste der sog. Katenenkommentare. Diese zeichnen sich dadurch aus, daß jeweils ein zusammenhängender Schrifttext (z. B. ein bestimmtes Buch der Bibel) durch die Kompilation eines festgelegten Kanons von Vätertexten fortlaufend kommentiert wird. Im Gegensatz zu einer Glosse oder einem Scholienkommentar, die als Vorläufer anzusehen sind, werden also nicht nur einzelne schwierige Begriffe oder Aussagen erläutert, sondern der gesamte zugrundeliegende Text. Thomas selbst nennt sein Werk im Widmungsschreiben deswegen expositio continua [...] Schon seine Zeitgenossen erkannten den Wert dieses Werkes, mit dem zu jedem Satz aus den Evangelien das Urteil der wichtigsten Kirchenväter eingeholt werden konnte; später erhielt es deswegen den Titel ‚Goldene Kette‘ (Catena aurea)“ (Marianne Schlosser, in: Online-Projekt „Catena aurea“. URL: https://catena-aurea.de). - Auf dem ersten weißen Blatt eine interessante handschriftliche Titelei in brauner Tinte: „Apiarium patrum in quatuor evangelistas. Hoc est explicatio quatuor S. Evangelistarum ex patribus à D. Thoma theologo et scholastico acutissimo singulari judicio & diligentia collecta et caetera“. Darunter über einem von Hand gezeichneten, schwarzen Zierelement ein Besitzvermerk, nach welchem der Band einer Veronica Sturm gehörte, die ihn am 3. Januar 1566 Elias Kyber von Gengenbach überreichte: „Ex liberalitate et munificentia nobilissimae ac vicentissimae matronae Veronicae Sturmiae sum Elias Kyberj Gengebacensis 1566 3. Januarij“. Innerhalb der zum Zierelement gehörenden Kartusche ist zudem vermerkt, dass der Band anschließend im Besitz des Samuel Ammianus von Schaffhausen und danach in demjenigen des Johannes Henricus Colmannus, Pastor von Oberhochstadt, gewesen ist. - Auf dem vorderen Spiegel das Exlibris der Amsterdamer Ritman Library („Philosophia hermetica“) und das runde, bis auf die Ränder des Lorbeerkranzes beschnittene Exlibris des Elias Kyber von Gengenbach.
(Berieben und wurmstichig. Eine Schließe defekt. Das erste weiße Blatt mit handschriftlichem Besitzvermerk, Signaturnummer in blauem Buntstift, ebenso wie die ersten Blätter wurmstichig und angestaubt. Das erste Textblatt mit gelöschtem Stempel. Blatt 359 mit Ausriss im Außenrand. Das letzte Blatt mit repariertem Einriss im unteren Außenrand. Insgesamt nur wenige kleine Papierläsuren und vereinzelte Wurmspuren. Blattweiserreste.)
GW 46089. Hain 1332. Goff T-229. BSB-Ink T-200. Proctor 7481. - Frühe Ausgabe eines der zentralen Werke des Thomas von Aquin, die vierte seit dem 1470 in Rom erschienenen Erstdruck von Sweynheym und Pannartz (GW 46094). Ein in Druck- und Papierqualität hervorragendes Beispiel für die Basler Druckkunst der Inkunabelzeit. - „Die Catena aurea ist der bekannteste der sog. Katenenkommentare. Diese zeichnen sich dadurch aus, daß jeweils ein zusammenhängender Schrifttext (z. B. ein bestimmtes Buch der Bibel) durch die Kompilation eines festgelegten Kanons von Vätertexten fortlaufend kommentiert wird. Im Gegensatz zu einer Glosse oder einem Scholienkommentar, die als Vorläufer anzusehen sind, werden also nicht nur einzelne schwierige Begriffe oder Aussagen erläutert, sondern der gesamte zugrundeliegende Text. Thomas selbst nennt sein Werk im Widmungsschreiben deswegen expositio continua [...] Schon seine Zeitgenossen erkannten den Wert dieses Werkes, mit dem zu jedem Satz aus den Evangelien das Urteil der wichtigsten Kirchenväter eingeholt werden konnte; später erhielt es deswegen den Titel ‚Goldene Kette‘ (Catena aurea)“ (Marianne Schlosser, in: Online-Projekt „Catena aurea“. URL: https://catena-aurea.de). - Auf dem ersten weißen Blatt eine interessante handschriftliche Titelei in brauner Tinte: „Apiarium patrum in quatuor evangelistas. Hoc est explicatio quatuor S. Evangelistarum ex patribus à D. Thoma theologo et scholastico acutissimo singulari judicio & diligentia collecta et caetera“. Darunter über einem von Hand gezeichneten, schwarzen Zierelement ein Besitzvermerk, nach welchem der Band einer Veronica Sturm gehörte, die ihn am 3. Januar 1566 Elias Kyber von Gengenbach überreichte: „Ex liberalitate et munificentia nobilissimae ac vicentissimae matronae Veronicae Sturmiae sum Elias Kyberj Gengebacensis 1566 3. Januarij“. Innerhalb der zum Zierelement gehörenden Kartusche ist zudem vermerkt, dass der Band anschließend im Besitz des Samuel Ammianus von Schaffhausen und danach in demjenigen des Johannes Henricus Colmannus, Pastor von Oberhochstadt, gewesen ist. - Auf dem vorderen Spiegel das Exlibris der Amsterdamer Ritman Library („Philosophia hermetica“) und das runde, bis auf die Ränder des Lorbeerkranzes beschnittene Exlibris des Elias Kyber von Gengenbach.