Los 133

Biblia latina. (Basel: Bernhard Richel, nicht nach 1474). 411 Blätter (statt 468).

Schätzpreis
€ 5.000
Ausrufpreis
€ 3.600
Zuschlag
€ 8.000
Los: 133
Kategorie: Alte Drucke bis 1600
Biblia latina. (Basel: Bernhard Richel, nicht nach 1474). 39 x 29 cm. Mit zahlr. größeren und kleineren, in Rot kolor. Hz.-Initialen. 411 (von 468) nn. Bll. Zweispaltiger Druck zu 48 Zeilen. Durchgehend rubriziert. Mod. helles Ldr. mit blindgepr. Deckelfileten (restauriert von „Köhler, Mainz, 1968“); Rückdeckel mit montierten Resten des mit blindgepr. Fileten und Einzelstempeln verzierten Schweinslederbezugs des OrEinbandes.

(Gering berieben. Rückenbezug mit kleinen Schabspuren. Es fehlen die ersten 50 und die letzten 7 Bll. mit dem Kommentar des Menardus Monachus. Vorliegendes Exemplar endet mit Blatt 462. Die Ränder der ersten 3 Bll. (= Bll. 51-53) mit Klebeband verstärkt und überklebten Einrissen. Ca. 5 Bll. mit überklebten Einrissen. Wenige Bll. mit teils überklebten Wurmspuren im weißen Unterrand. Die obere rechte Ecke überwiegend mit großem Braunfleck. Ca. 100 Bll. in der zweiten Hälfte am Außen- und Unterrand wasserfleckig. Ca. 110 Bll. mit Mäusefraß an der unteren rechten Ecke.)

GW 4212. Hain 3041. Goff B-537. BSB-Ink B-417. Vgl. Darlow/Moule II, 2, S. 909. - Die erste von Richel gedruckte Bibel und gleichzeitig die zweite, die in der Schweiz erschien. Der bedeutende Basler Drucker nutzte bei diesem Werk erstmals den Rot-Schwarz-Druck. Es handelt sich um eine der frühesten Bibelausgaben, die sowohl die Canones des Eusebius als auch Konkordanzmarginalien zu den Evangelien enthalten. - Obwohl einige Blätter fehlen, bleibt dieses Fragment von enormer Bedeutung. Weltweit sind, gemäß dem Gesamtkatalog der Wiegendrucke, lediglich 55 Exemplare bekannt, die ebenfalls teilweise fragmentarisch sind. - Bernhard Richel zählt zu den bedeutendsten Druckern der Frühzeit der Buchdruckerkunst. Sein ältester datierter Druck, der Sachsenspiegel von 1474, gilt als einer der frühesten deutschsprachigen Drucke, die in Basel entstanden sind. Die hier vorliegende, mit Holzschnittinitialen versehene Bibelausgabe wird jedoch als sein tatsächlich ältestes Druckwerk betrachtet. Richel arbeitete zeitweise eng mit Bertold Ruppel und Michel Wenssler zusammen, mit denen er Druckprojekte realisierte und deren Titel er im gesamten süddeutschen Raum vertrieb. Sein letzter datierter Druck war die lateinische Ausgabe von Werner Rolevincks „Fasciculus temporum“, die am 20. Februar 1482 erschien.