Los 187

S. Münster, Cosmographiae universalis Lib. VI. Basel 1550.

Schätzpreis
€ 20.000
Ausrufpreis
€ 15.000
Los: 187
Kategorie: Alte Drucke bis 1600
Münster, Sebastian: Cosmographiae universalis Lib. VI. in quibus, iuxta certioris fidei scriptorum traditionem describuntur. Basel: H. Petri 1550. 32,2 x 21,6 cm. Titel mit breiter illustrierter Hz.-Bordüre von H. R. Manuel Deutsch, Hz.-Porträt des Autors auf der Titelrückseite, 14 doppelblattgr. Hz.-Karten, 3 gefalt. Hz.-Stadtansichten, 37 doppelblattgr. Hz.-Ansichten und -Plänen sowie über 900 (teils wiederh.) Textholzschnitten. 12 Bll., 474 SS., 2 Bll. (Ansicht v. Speyer), S. 475-480, 2 Bll. (Ansicht v. Worms), S. 481-1162, 2 nn. SS. Späteres hellbraunes Ldr. über Holzdeckeln unter Verwendung alter blindgepr. Ldr.-Deckelbezüge (31 x 19 cm) mit goldgepr. Rt. und 2 Metallschließen an Lederbändern.

(Berieben. Titel mit Braunflecken im obersten Segment der Hz.-Bordüre, wasserrandig und mit 3 kleinen Löchlein am Oberrand, davon eines zu Buchstabenverlust führend. Die ersten 10 Blatt (Vorrede und Index) besonders im Kopf- und Außensteg stärker wasserfleckig. Die Europakarte mit 2 kleinen hinterlegten Einrissen im w. Unter- und Außenrand. Die Spanienkarte mit 2 kleinen Löchern innerhalb des Holzschnitts. Die Karten zu Nova Graecia, Afrika und Amerika außerhalb der Holzschnitte wasserfleckig. Die ersten 8 Seiten des Haupttextes schwach wasserrandig. Seite 117 mit ergänztem Eckausriss. Die doppelblattgr. Ansicht von Rom im w. Unterrand hinterlegt. Die Ansicht von Venedig mit braunfleckigem Schatten und 2 kleinen Braunflecken im Holzschnitt. Die Ansicht von Florenz stärker gebräunt. Einige Ansichten im Außenrand feuchtfleckig. Die Ansicht von Baden im Oberrand gering braunfleckig. Die gefalt. Ansicht von Worms im rechten Unterrand großflächig hinterlegt und mit 2 hinterlegten Einrissen im linken Unterrand; im Rand stark gebräunt und ausgefranst. Die gefalt. Ansicht von Wien mit kleinem Papierdefekt im ersten Falz hinterlegt. Die beiden Falze der gefalt. Heidelbergansicht mittels großer Hinterlegung verstärkt und im Rand braun- bzw. wasserfleckig. Einige Seiten mit kleinen, meist hinterlegten Einrissen im w. Rand und weiteren, meist schwachen Wasserflecken. 1 Holzschnitt auf Seite 1049 ankoloriert. Bis auf wenige stärker gebräunte Lagen von guter Papiererhaltung. Gering gebrauchs- und altersfleckig. Wenige unbedeutende Randläsuren.)

VD16 M 6714. Alden-L. 550/27. Brunet III, 1945. Burmeister 87. Graesse IV, 622. Sabin 51379. - Erste lateinische Ausgabe und zugleich die letzte Ausgabe, die noch von Sebastian Münster selbst redigiert wurde. - Die Kosmographie des humanistischen Universalgelehrten Sebastian Münster (1488-1552) stellt den Versuch dar, eine illustrierte Beschreibung des gesamten geographischen und historischen Wissens über die Welt mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands und Mitteleuropas zu liefern. Gleichzeitig ist sie das Ergebnis eines über 20 Jahre währenden Zusammentragens von Überlieferungen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungsberichten, für das Münster eine umfassende Korrespondenz mit Regenten, Bischöfen, Diplomaten und Gelehrten betrieben hatte. Der Autor hat persönlich keine ausgedehnten Forschungsreisen unternommen. Seine Beschreibungen von Ungeheuern, Fabelwesen und fremden Völkern in Wort und Bild waren einerseits darauf ausgerichtet, die Leselust und das Interesse an sensationellen Themen in der zeitgenössischen Öffentlichkeit zu befriedigen, andererseits beförderten solche Darstellungen die Verherrlichung der christlichen Reiche. - Von dieser gänzlich überarbeiteten, stark vermehrten und neu illustrierten Ausgabe erschien Ende März 1550 die lateinische und kurz darauf die deutsche Version. Erstmals enthält diese Ausgabe das nahezu blattgroße Porträt des Verfassers, die Panoramaansichten von Heidelberg, Wien und Worms, 37 doppelblattgr. Ansichten sowie über 50 neue Karten, darunter Münsters erste Karten von Polen, Preußen und der Schweiz. - Mit den 14 großen Vortextkarten (inkl. den beiden Weltkarten, Amerikakarte etc.). - Die Textholzschnitte meist nach Hans Rudolf Manuel Deutsch, David Kandel, Johannes Clauser u. a. - Insgesamt sehr gutes, breitrandiges und komplettes Exemplar dieser schönsten und äußerst seltenen Ausgabe. - Mit Exlibris der Schlossbibliothek Grandson in Blonay auf dem vorderen Spiegel.