Los 1224

DESTA Stahlmöbel. Produktkatalog. Berlin 1931. (Mit beilieg. Preisliste Jan. 1931). KEIN NACHVERKAUF

Schätzpreis
€ 1.000
Ausrufpreis
€ 700
Los: 1224
Kategorie: Ill. Bücher, Mappenwerke, Kunstliteratur bis 1945
DESTA Stahlmöbel. Produktkatalog.

14,8 x 21 cm..
((Ohne das 2. Innenblatt [lt. Liste Seite 5/6] mit 8 Modellen. Umschlag mit nur geringfügigen Gebrauchsspuren.).)





DESTA
Stahlmöbel. Produktkatalog. Berlin: Deutsche Stahlmöbel GmbH [1931]. Druck: Dr. Selle-Eysler AG, Berlin. 14,8 x 21 cm. 11 Bll. (st. 12). Mit Einzelabbildungen von 62 Modellen und 9 Raumaufnahmen. Beiliegend Preisliste Nr. 311 [Januar 1931]. 1 Bl.
OrUmschlag in Gelb, Blau u. Schwarz, Entwurf Otto Rittweger.

(Ohne das 2. Innenblatt [lt. Liste Seite 5/6] mit 8 Modellen. Umschlag mit nur geringfügigen Gebrauchsspuren.)

Vegesack/Müsers, Deutsche Stahlrohrmöbel, S. 46 ff. Vgl. Fleischmann, S. 216 (mit Firmenaufdruck auf dem hinteren Umschlagdeckel: "Goldschmidt & Schwabe · Berlin W 62 · Schillstr. 11").
DESTA (Deutsche Stahlmöbel), gegründet im September 1928 in Berlin von Anton Lorenz, produzierte Stahlrohrmöbel in verschiedenen Stilrichtungen von Designern wie Erich Mendelsohn und den Gebrüdern Luckhardt.
Der vorliegende sehr seltene DESTA-Katalog von 1931 mit Preisliste zeigt in Massenproduktion hergestellte Stahlrohr-Stühle, Tische, Hocker, Betten, Schränke u.ä. für Büros, Institutionen und Wohnungen. Die Möbel repräsentieren die Bauhaus-Ästhetik in klaren und einfachen Formen unter Verwendung moderner industrieller Materialien.

Der DESTA-Gründer Anton Lorenz gilt als eine Schlüsselfigur für die Entwicklung des modernen Stahlrohrmöbels. Der gebürtige Ungar war von 1927 bis 1928 Geschäftsführer von Standard Möbel, einer von Marcel Breuer und Kálmán Lengyel gegründeten Gesellschaft. 1928 gründete er mit DESTA seine eigene Stahlrohrmöbel-Firma.
Eine interessante Kontroverse entstand um die Rechte an der Produktion der von Mart Stam entwickelten Stahlrohr-Freischwinger (insbesondere das in diesem Katalog enthaltene Modell ST12). Lorenz erkannte das Potenzial, das in Mart Stams "Freischwinger"-Idee steckte, kam mit Stam zu einer Übereinkunft und begann eine Reihe von Prozessen gegen andere Hersteller und Plagiatoren. Diese Prozesse prägten fortan die Geschichte der industriellen Produktion des Freischwingers. 1929 übernahm der etablierte und leistungskräftige Möbelhersteller Thonet Breuers und Lengyels Standard Möbel und 1932 übertrug Lorenz alle Rechte des DESTA Sortiments an Thonet.

Der Entwurf des seltenen Katalogs stammt von Otto Rittweger (1904-1965). - Rittweger, der in der Metallwerkstatt des Bauhauses in Dessau für einige herausragende Metallarbeiten verantwortlich war, übernahm von 1930 bis 1931 die künstlerische Leitung von Goldschmidt & Schwabe in Berlin. Dieses auf Lampen spezialisierte Fachgeschäft hatte offenbar den Vertrieb der DESTA-Stahlmöbel übernommen, wie auf dem Verkaufskatalog der bei Fleischmann abgebildeten Variante zu erkennen ist. Unsere Katalogvariante trägt stattdessen die Adresse der 'Deutsche Stahlmöbel GmbH · Berlin SW 61 · Teltower Str. 47-48'. Das Monogramm "R" unten rechts auf dem Rückdeckel weist auf Rittweger als Umschlaggestalter hin..