Los 248

Christus entsendet die Apostel. Miniatur auf Pergament (Ausschnitt). Paris, Ende 13. Jh.

Schätzpreis
€ 6.000
Ausrufpreis
€ 4.000
Los: 248
Kategorie:
Christus entsendet die Apostel. - Historisierte Initiale "M" aus einem Choralbuch. 120 x 107 mm. Ausgeschnittene Initiale. Pergament, Deckfarben und teils poliertes Gold.
Der unziale Buchstabe "M" in Blau auf hellrotem Quadratmustergrund, eingefasst von einem schmalen Goldrahmen. Der Buchstabenstamm rechts und links mit Verflechtungen und Stammfüll

((Ausschnitt bis zum Rand der goldenen Rahmeneinfassung, der obere Rand mit den überstehenden Kreuzblumen und Fialspitzen. Geringe Bereibungen und Farbabsplitterungen.))

Christus entsendet die Apostel. - Historisierte Initiale "M" aus einem Choralbuch. Paris, letztes Viertel des 13. Jhs.
Ausgeschnittene Initiale. 120 x 107 mm. Pergament, Deckfarben und teils poliertes Gold.
Der unziale Buchstabe "M" in Blau auf hellrotem Quadratmustergrund, eingefasst von einem schmalen Goldrahmen. Der Buchstabenstamm rechts und links mit Verflechtungen und Stammfüllung aus goldenen Blattranken, in der Mitte vertikal durch eine hellrote Leiste mit Banderolenornament geteilt. Im Binnenfeld über blauem Quadratmustergrund links die Figur Jesu Christi, in der linken Hand einen Codex haltend, die rechte Hand zum Segen erhoben. Ihm zugewandt eine Gruppe von sechs Aposteln auf der rechten Seite, vorn Petrus mit dem Schlüssel, die rechte Hand auf das dargebotene Buch legend, rechts hinter ihm Paulus mit dem Schwert. Die Gewänder in den Farben Mauve, Rot, Blau und Grau. Die Figuren unter einem Baldachin aus zwei goldenen Wimpergen mit Dreipasswerk und Fialen, getragen von zwei fialbekrönten Säulen. - Rückseitig zwei Textzeilen mit Quadratnotation auf rotem vierlinigem System.

(Ausschnitt bis zum Rand der goldenen Rahmeneinfassung, der obere Rand mit den überstehenden Kreuzblumen und Fialspitzen. Geringe Bereibungen und Farbabsplitterungen.)

Die Ornamentik mit ihren gotischen Formen zeigt deutlich einen Bezug zur Architektur der Sainte-Chapelle in Paris. Seit der Zeit Ludwigs des Heiligen, der schöne Handschriften für die Sainte-Chapelle herstellen ließ, entwickelte sich Paris zum Zentrum der französischen Buchmalerei. Im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts arbeitete die Pariser Werkstatt des Maître Honoré, der u.a. ein Brevier für Philipp den Schönen und ein 'Decretum Gratiani' verziert hat. Die typischen Gesichtsformen in unserer Initiale und die meisterhafte Ausführung der Gewänder sowie deren Farbspektrum legen es sehr nahe, dass die außergewöhnlich schöne Miniatur im engen Umkreis des Maître Honoré, des bedeutendsten Pariser Buchmalers am Ende des 13. Jahrhunderts, entstanden ist.