Los 953
H. Vogeler. E. Brief m. U. Worpswede, Barkenhoff, 19.II.1904.
Schätzpreis
€ 300
Ausrufpreis
€ 200
Zuschlag
€ 220
Los:
953
Kategorie:
Manuskripte und Autographen
VOGELER, HEINRICH (1872 Bremen – 1942 Kolchos Budjonny bei Kornejewka, Kasachische SSR)
Maler und Graphiker
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Worpswede, Barkenhoff, 19. Febraur 1904. 2 Seiten auf gefalt. Bogen. 22 x 14,2 cm. Liniertes Briefpapier mit Briefkopfsignet des Barkenhoffs.
(Gelocht und leicht gebräunt.)
Inhaltlich aufschlussreiches Schreiben Vogelers an eine Ausstellungsveranstalterin, das ein charakteristisches Schlaglicht auf Selbstverständnis, Marktposition und kunstpolitische Haltung Vogelers im frühen 20. Jahrhundert wirft. Vogeler bezieht sich eingangs auf fehlende Arbeiten („kleine Blumenstudie“, „Federzeichnung“) und erkundigt sich nach übersandten Radierungen. Sodann teilt er mit, soeben Nachricht erhalten zu haben, dass sein Gemälde „Verkündigung“ versandfrei sei. Um auf der „kleinen Ausstellung“ mit einem Hauptwerk vertreten zu sein, habe er sich entschlossen, dieses Bild ebenfalls einzusenden: „Das Gemälde ist mein liebstes Bild. Jedenfalls ist es nicht verkäuflich unter der Summe von M. 20000.“ Die selbstbewusste Preisforderung unterstreicht den hohen Rang, den Vogeler dem Werk beimaß, und dokumentiert zugleich sein klares Bewusstsein für den eigenen Marktwert in einer Phase wachsenden Ruhms. Besonders bemerkenswert ist der Hinweis, dass das Bild „in Hamburg vor der Jury für St. Louis den hohen Ansprüchen dieser Herren nicht genügt hat“ - eine Anspielung auf die Auswahl zur Weltausstellung in Louisiana 1904. Die Zurückweisung durch die Jury der Hamburger Kunstgenossenschaft kommentiert Vogeler mit scharfen Worten. Er spricht von „schreienden Ungerechtigkeiten“, welche „die grosse Masse des Künstlerproletariats gegen einzelstehende Künstler auszuüben im Stande ist“, und wünscht eine Verbreitung dieses Urteils im deutschen Publikum, um „den Boden [zu] bereiten [...] für eine freie Kunstentfaltung“.
Maler und Graphiker
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Worpswede, Barkenhoff, 19. Febraur 1904. 2 Seiten auf gefalt. Bogen. 22 x 14,2 cm. Liniertes Briefpapier mit Briefkopfsignet des Barkenhoffs.
(Gelocht und leicht gebräunt.)
Inhaltlich aufschlussreiches Schreiben Vogelers an eine Ausstellungsveranstalterin, das ein charakteristisches Schlaglicht auf Selbstverständnis, Marktposition und kunstpolitische Haltung Vogelers im frühen 20. Jahrhundert wirft. Vogeler bezieht sich eingangs auf fehlende Arbeiten („kleine Blumenstudie“, „Federzeichnung“) und erkundigt sich nach übersandten Radierungen. Sodann teilt er mit, soeben Nachricht erhalten zu haben, dass sein Gemälde „Verkündigung“ versandfrei sei. Um auf der „kleinen Ausstellung“ mit einem Hauptwerk vertreten zu sein, habe er sich entschlossen, dieses Bild ebenfalls einzusenden: „Das Gemälde ist mein liebstes Bild. Jedenfalls ist es nicht verkäuflich unter der Summe von M. 20000.“ Die selbstbewusste Preisforderung unterstreicht den hohen Rang, den Vogeler dem Werk beimaß, und dokumentiert zugleich sein klares Bewusstsein für den eigenen Marktwert in einer Phase wachsenden Ruhms. Besonders bemerkenswert ist der Hinweis, dass das Bild „in Hamburg vor der Jury für St. Louis den hohen Ansprüchen dieser Herren nicht genügt hat“ - eine Anspielung auf die Auswahl zur Weltausstellung in Louisiana 1904. Die Zurückweisung durch die Jury der Hamburger Kunstgenossenschaft kommentiert Vogeler mit scharfen Worten. Er spricht von „schreienden Ungerechtigkeiten“, welche „die grosse Masse des Künstlerproletariats gegen einzelstehende Künstler auszuüben im Stande ist“, und wünscht eine Verbreitung dieses Urteils im deutschen Publikum, um „den Boden [zu] bereiten [...] für eine freie Kunstentfaltung“.