Los 864
F. de Goya, Desastres de la guerra. Madrid 1903.
Schätzpreis
€ 8.000
Ausrufpreis
€ 5.000
Zuschlag
€ 5.000
Los:
864
Kategorie:
Druckgraphiken
Künstler*in:
FRANCISCO JOSÉ DE GOYA Y LUCIENTES
FRANCISCO JOSÉ DE GOYA Y LUCIENTES
Los desastres de la guerra 1810-1820/1903
Folge von 80 Blatt Radierung mit Aquatinta, Kaltnadel u. a.; 2 Bll. Titel und Vorwort. An Falzen in HLn. gebunden. Blattgröße 23,8 x 32,4 cm; Plattengröße von ca. 14,5 x 16,5 cm bis 17,5 x 22,0 cm. Harris 121-200, III, 3 (von 7).
(Einband an Ecken, Kanten und Deckeln berieben. Innen vor allem in den Rändern gebräunt, 2 Blätter mit Braunfleck am Bildrand. Mäßige Altersspuren.)
3. Ausgabe, gedruckt in der Calcografia für die Real Academia 1903. Druck in schwarzer Tinte auf Velin in einer Auflage von 100 Exemplaren. Titel in der zweiten, von Harris erwähnten Variante.
In der Folge "Los desastres de la guerra" verarbeitete Goya die erlebten Gräueltaten während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel zwischen 1808 und 1814 (Taf. 2-47) und die schreckliche Hungersnot in Madrid von 1811-12 (Taf. 48-64). Den dritten Teil der Folge bilden die sog. Caprichos enfáticos, welche politische und gesellschaftliche Themen der Restaurationszeit thematisieren (Taf. 65-80). Dabei ergreift Goya in seinen Darstellungen keine Partei, vielmehr richtet sich die Anprangerung der Kriegsgräuel gegen alle Kriegsteilnehmer, unabhängig von ihrer nationalen Zugehörigkeit. Das Opfer des Krieges und der Verantwortliche dafür ist der Mensch als Kollektiv; dieser typisierte und anonyme Mensch ist das Subjekt der Handlungen und auch der Adressat der expliziten Botschaft der Bilder. Während Goya hier im Gegensatz zu der vorangehenden Folge der "Caprichos" von 1799 konkrete historischen Ereignisse verarbeitet, stellen die Bilder jedoch eine Meditation universeller Natur über den Krieg, nicht über einen bestimmten Kriegskonflikt, dar. Eine Veröffentlichung der Folge zu Lebzeiten des Künstlers wurde nie umgesetzt, womöglich weil er befürchtete, dass die morbiden Themen nach Abklingen der Konflikte keinen Anklang finden würden und er keinen weiteren finanziellen Misserfolg riskieren wollte, wie er ihn zuvor mit den "Caprichos" erlebt hatte. Die erste offizielle Ausgabe erschien erst 1863.
Los desastres de la guerra 1810-1820/1903
Folge von 80 Blatt Radierung mit Aquatinta, Kaltnadel u. a.; 2 Bll. Titel und Vorwort. An Falzen in HLn. gebunden. Blattgröße 23,8 x 32,4 cm; Plattengröße von ca. 14,5 x 16,5 cm bis 17,5 x 22,0 cm. Harris 121-200, III, 3 (von 7).
(Einband an Ecken, Kanten und Deckeln berieben. Innen vor allem in den Rändern gebräunt, 2 Blätter mit Braunfleck am Bildrand. Mäßige Altersspuren.)
3. Ausgabe, gedruckt in der Calcografia für die Real Academia 1903. Druck in schwarzer Tinte auf Velin in einer Auflage von 100 Exemplaren. Titel in der zweiten, von Harris erwähnten Variante.
In der Folge "Los desastres de la guerra" verarbeitete Goya die erlebten Gräueltaten während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel zwischen 1808 und 1814 (Taf. 2-47) und die schreckliche Hungersnot in Madrid von 1811-12 (Taf. 48-64). Den dritten Teil der Folge bilden die sog. Caprichos enfáticos, welche politische und gesellschaftliche Themen der Restaurationszeit thematisieren (Taf. 65-80). Dabei ergreift Goya in seinen Darstellungen keine Partei, vielmehr richtet sich die Anprangerung der Kriegsgräuel gegen alle Kriegsteilnehmer, unabhängig von ihrer nationalen Zugehörigkeit. Das Opfer des Krieges und der Verantwortliche dafür ist der Mensch als Kollektiv; dieser typisierte und anonyme Mensch ist das Subjekt der Handlungen und auch der Adressat der expliziten Botschaft der Bilder. Während Goya hier im Gegensatz zu der vorangehenden Folge der "Caprichos" von 1799 konkrete historischen Ereignisse verarbeitet, stellen die Bilder jedoch eine Meditation universeller Natur über den Krieg, nicht über einen bestimmten Kriegskonflikt, dar. Eine Veröffentlichung der Folge zu Lebzeiten des Künstlers wurde nie umgesetzt, womöglich weil er befürchtete, dass die morbiden Themen nach Abklingen der Konflikte keinen Anklang finden würden und er keinen weiteren finanziellen Misserfolg riskieren wollte, wie er ihn zuvor mit den "Caprichos" erlebt hatte. Die erste offizielle Ausgabe erschien erst 1863.