Los 852

Francisco de Goya y Lucientes. Los caprichos. Ausgabe um 1855. 80 Blätter.

Schätzpreis
€ 12.000
Ausrufpreis
€ 10.000
Zuschlag
€ 10.000
Los: 852
Kategorie: Druckgraphiken
Künstler*in: FRANCISCO JOSÉ DE GOYA Y LUCIENTES
FRANCISCO JOSÉ DE GOYA Y LUCIENTES

Los caprichos 1799/1886

Folge von 80 Blatt Radierung, Aquatinta, Kaltnadel u. a. Komplett ohne Titelblatt. HLn., auf dem Vorderdeckel wiederholt das Selbstporträt (P. 1) auf grauem Bezugspapier. Blattgröße 30,0 x 21,5 cm; Plattengröße ca. 21,4 x 14,9 cm. Harris 36-115, 5 (von 12).
(Einband stark berieben, Gelenke oben und unten etwas aufgeplatzt, Bindung etwas gelockert. Wohl in den Rändern beschnitten. Leicht gebräunt, vereinzelt etwas fingerfleckig, die letzten Blätter unten mit Feuchtfleck. Ein Blatt verso mit Aquarellfarbe.)





5. Ausgabe, gedruckt in der Calcografia für die Real Academia zwischen 1881-1886. Gedruckt auf kräftigem Velinpapier. Mit dem Selbstportrait auf dem Vorderdeckel. Pl. 66 mit dem Kratzer im Himmel, der ab dieser Ausgabe auftaucht, aber noch vor den beiden Kratzern auf Pl. 19., die ab der 6. Ausgabe auftauchen.

Die Folge der "Caprichos", zu übersetzen etwa mit "Launen, Grillen, Einfällen", seit Vasari meist im Sinne einer Druckfolge, in denen Künstler ihren Gedanken und ihrer Kreativität freien Lauf lassen können, ist das bekannteste und zugleich rätselhafteste graphische Werk Goyas. In seinen "Caprichos" ließ der Künstler die Träume und Alpträume frei, die ihn während seiner Krankheit und der verhängnisvollen Beziehung zur Herzogin von Alba verfolgt hatten. Er stellte sie dar als satirische Verurteilung von Ignoranz, Nutzlosigkeit und Eitelkeit der Gesellschaft, in der er lebte. Im Laufe der Entwicklung der Vorzeichnungen und Radierungen wurden sie zu einer allgemeinen Verurteilung aller leeren Banalitäten, Vorurteile, Heuchelei und Verrücktheiten der nicht aufgeklärten Menschheit. Nicht umsonst trägt das bekannteste Bild der Folge den Titel "El sueño de la razon produce monstruos" (Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer). - Am 6. Februar 1799 kündigte eine Anzeige auf dem Titelblatt des 'Diario de Madrid' die Veröffentlichung der "Caprichos" an: "Eine Sammlung von Drucken launiger Bildvorwürfe [...]. Weil der Autor überzeugt ist, dass der Tadel menschlicher Irrtümer und Laster (der Redekunst und der Dichtung eigens zugebilligt) auch Gegenstand der Malerei sein kann: hat er als angemessenes Thema für seine Arbeit unter der Unzahl von Narrheiten und Torheiten, die in jeder geordneten Gesellschaft gang und gäbe sind, und unter den Vorurteilen und alltäglichen Betrügereien, wie sie durch Gewohnheiten, Unwissenheit oder Eigennutz gutgeheißen werden, jene ausgewählt, die er für besonders geeignet hielt, ihm Stoff für das Lächerliche zu liefern und gleichzeitig seine künstlerische Fantasie zu bewegen [...]"..