Los 766

(H. L. Fischer), Das Buch vom Aberglauben. Leipzig 1790.

Schätzpreis
€ 200
Ausrufpreis
€ 140
Zuschlag
€ 330
Los: 766
Kategorie: Geschichte, Kulturgeschichte und Varia
Künstler*in: Heinrich Ludwig) (Fischer
(Fischer, Heinrich Ludwig): Das Buch vom Aberglauben. Leipzig: Schwickert 1790. 17,5 x 10,6 cm. Mit großem Titel-Hz. und 18 Text-Hz. 3 Bll., 359, 3 nn. SS. Ldr. auf 5 Bünden mit goldgepr. Rt., goldgepr. Deckelvermerk „Seminarium in Cassel“ und Signaturschildchen am unteren Rücken.

(Berieben und leicht bestoßen, Kapitale ausgefranst, Deckel mit Wurmspuren. Vorsätze leimschattig. Fliegender Vorsatz mit hs. Besitzvermerk des Landschullehrerseminars in Hamburg, Titel mit Stempel des Seminars. Titel mit Braunfleck. Auf dem vorletzten Textblatt verso zwei Wörter durchgestrichen und hs. ergänzt. Gering gebräunt, stellenweise leicht altersfleckig.)

„Des Aberglaubens alte Rechte,
Erstrecken sich auf jedes Haupt:
Noch ist im menschlichen Geschlechte,
Ihr Einfluß grösser als man glaubt“ (Untertitel).

VD18 10163050. Rümann 269. - Erste Ausgabe des seltenen Büchleins, einer „Fundgrube für die Geschichte des Aberglaubens“ (Hayn/Got. I, 489). 1793 und 1794 erschienen noch zwei weitere Teile. - Eine Auswahl behandelter Themen: der Teufel, die Einbildungskraft, Gespenster, Träume, Vorhersehungen, Nachtwandler und Mondsüchtige, Kobolde, fliegende Drachen, Kometen, Feuerregen, das Regnen von Fröschen, Himmelsmehl, die Walpurgisnacht, Bannpraktiken, Sympathie und Antipathie, die Wünschelrute, der Magnetismus, abergläubische Vorstellungen über die Entstehung des Feuers sowie verschiedene Formen der Wahrsagerei – aus den Sternen, dem Gesicht, den Händen, der Kaffeetasse, dem Wasser und dem Klingeln der Ohren. Darüber hinaus setzt sich der Autor – Lehrer am fürstlichen Schulseminar in Köthen und ordinierter Priester – mit einer Reihe grundlegender abergläubischer Fragen auseinander: Ist eine Verwandlung, etwa in einen Werwolf, möglich? Kann man sich unsichtbar machen oder an einem anderen Ort erscheinen? Ist es möglich, Menschen zu verwünschen? Und ist es gut, sein künftiges Schicksal zu wissen?