Los 455
Biblia latina vulgata. - Einzelblatt aus einer Bibelhandschrift. Paris oder Nordfrankreich, Mitte des 13. Jahrhunderts.
Schätzpreis
€ 3.000
Ausrufpreis
€ 2.000
Zuschlag
€ 2.600
Los:
455
Kategorie:
Manuskripte und Autographen
Biblia latina vulgata. - Einzelblatt aus einer Bibelhandschrift. Paris oder Nordfrankreich, Mitte des 13. Jahrhunderts.
(Verso mit zwei Klebestreifen auf Passepartout montiert. Montagerest am rechten Unterrand verso. Stark lichtrandig bzw. verblasst. Im Unterrand eine 5 cm lange, aufgefüllte Fehlstelle. Am unteren linken Rand ein kleiner Einriss. Minimal fleckig.)
Pergament. 283 x 188 mm. Schriftspiegel ca. 181 x 117 mm. Zweispaltig zu recto 53 und verso 54 Zeilen in winziger, dunkelbrauner Textura. Textauszeichnungen in Rot. Kolumnentitel und Paginierung in Rot und Blau. Rubriziert. Rectoseite beginnend mit dem Prolog des Lukas-Evangeliums (lateinische Vulgata): „Quaniam quidem multi conati sunt ordinare narrationem, quae in nobis completae sunt“. Zu Beginn eine mehrzeilige Initiale „Q“ mit Buchstabenkörper in Blau, zartem Rot-Braun und mit Filigran in Weiß auf blauem und rot-braunem Grund. Im Innenfeld auf goldenem Grund die Darstellung des geflügelten Stieres in Rot mit weißen Flügeln. Der Schwanz des Buchstabens am Textrand lang ausgezogen bis in die untere Hälfte des Blattes. Die zweite Spalte mit einer Initiale „F“ („Fuit in diebus Herodis, regis Jud(a)e(a)e, sacerdos quida(m) no(m)i(n)e Zacharias de vice Abia, uxor illi(us) de filiab(us) Aaron, et nomen eius Elizabeth“). Innerhalb des Buchstabens die Darstellung der Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers an Zacharias durch den Engel Gabriel. Der Schaft des Buchstabens ebenfalls mit langem Ausläufer nach unten und kleinen Ausläufern in den Oberrand. - Die lateinische Vulgata des Hieronymus setzte sich zwar gegenüber anderen Textversionen durch, wurde im Laufe der Jahrhunderte jedoch durch zahlreiche Abschreibfehler entstellt. Um 1200 wuchs besonders an der Pariser Universität und in den neuen Bettelorden der Bedarf nach einer einheitlichen, handlichen Bibelausgabe. Aus den bis dahin großformatigen, schwer transportierbaren Bänden entwickelte sich bis etwa 1240 die einbändige ‚Pariser Taschenbibel‘ oder ‚Perlbibel‘. Mit winziger Schrift auf dünnem Pergament, klarer Gliederung durch Kolumnentitel, Kapitelnummern sowie reichem Buchschmuck verband sie Benutzerfreundlichkeit mit ästhetischem Anspruch.
(Verso mit zwei Klebestreifen auf Passepartout montiert. Montagerest am rechten Unterrand verso. Stark lichtrandig bzw. verblasst. Im Unterrand eine 5 cm lange, aufgefüllte Fehlstelle. Am unteren linken Rand ein kleiner Einriss. Minimal fleckig.)
Pergament. 283 x 188 mm. Schriftspiegel ca. 181 x 117 mm. Zweispaltig zu recto 53 und verso 54 Zeilen in winziger, dunkelbrauner Textura. Textauszeichnungen in Rot. Kolumnentitel und Paginierung in Rot und Blau. Rubriziert. Rectoseite beginnend mit dem Prolog des Lukas-Evangeliums (lateinische Vulgata): „Quaniam quidem multi conati sunt ordinare narrationem, quae in nobis completae sunt“. Zu Beginn eine mehrzeilige Initiale „Q“ mit Buchstabenkörper in Blau, zartem Rot-Braun und mit Filigran in Weiß auf blauem und rot-braunem Grund. Im Innenfeld auf goldenem Grund die Darstellung des geflügelten Stieres in Rot mit weißen Flügeln. Der Schwanz des Buchstabens am Textrand lang ausgezogen bis in die untere Hälfte des Blattes. Die zweite Spalte mit einer Initiale „F“ („Fuit in diebus Herodis, regis Jud(a)e(a)e, sacerdos quida(m) no(m)i(n)e Zacharias de vice Abia, uxor illi(us) de filiab(us) Aaron, et nomen eius Elizabeth“). Innerhalb des Buchstabens die Darstellung der Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers an Zacharias durch den Engel Gabriel. Der Schaft des Buchstabens ebenfalls mit langem Ausläufer nach unten und kleinen Ausläufern in den Oberrand. - Die lateinische Vulgata des Hieronymus setzte sich zwar gegenüber anderen Textversionen durch, wurde im Laufe der Jahrhunderte jedoch durch zahlreiche Abschreibfehler entstellt. Um 1200 wuchs besonders an der Pariser Universität und in den neuen Bettelorden der Bedarf nach einer einheitlichen, handlichen Bibelausgabe. Aus den bis dahin großformatigen, schwer transportierbaren Bänden entwickelte sich bis etwa 1240 die einbändige ‚Pariser Taschenbibel‘ oder ‚Perlbibel‘. Mit winziger Schrift auf dünnem Pergament, klarer Gliederung durch Kolumnentitel, Kapitelnummern sowie reichem Buchschmuck verband sie Benutzerfreundlichkeit mit ästhetischem Anspruch.