Los 407

Biblia latina. - Biblia Sacra iuxta Germanam Hebraici idiomatis proprietatem. Köln 1541.

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€ 800
Los: 407
Kategorie: Alte Drucke bis 1600
Biblia latina. - Biblia Sacra iuxta Germanam Hebraici idiomatis proprietatem ... Interprete Xante Pagnino Lucense. Köln: Melchior von Neuss für Arnold Birckmann 1541. 31,3 x 20 cm. Mit Hz.-Druckermarke und figürl. Hz.-Bordüre auf dem Titel sowie zahlr. Hz.-Initialen (davon einige 8- bis 9-zeilig, teils mit figürl. Motiven und 5 große Initialen mit der Darstellung von Putten). 6 nn. Bll., 364 röm. num. Bll.; 170 nn. Bll. Blindgepr., braungefärbtes Schweinsleder auf 5 Bünden über Holzdeckeln mit 2 Messingschließen und Rs. Die Deckel neben von Fileten begrenzten floral-ornamentalen Bordüren mit Porträt-Einzelstempeln (erkennbar: Hermes). Auf dem Vorderdeckel die Initialen „G K“, datiert 1560.

(Berieben und gering bestoßen. Schnitt gebräunt. Kleiner Kleberest bzw. Aufriss des fliegenden Vorsatzblattes auf dem Titel. Titel finger- und etwas stockfleckig und mit Besitzvermerk in dunkler Tinte. Die Blätter G¹ und Fff⁶ mit größeren Einrissen, sonst nur unbedeutende Papierläsuren. Stellenweise gering alters- und gebrauchsfleckig. Meist im Oberrand etwas feuchtfleckig. Die letzten Lagen im Außenrand wurmstichig. Mit zahlr. Marginalien, Unterstreichungen und Notabene-Zeichen. Vorsätze, das letzte bedruckte sowie das letzte weiße Blatt mit lateinischen und deutschen Annotationen von alten Händen. Vorderer Spiegel mit hs. Besitzvermerk „Georgius Liebhart“.)

Adams B 1024. - Lateinische Bibelübersetzung aus dem Hebräischen (AT) und Griechischen (NT) von Santi Pagnini. Mit kurzen Zusammenfassungen jedes Kapitels sowie mit Parallelstellen der Heiligen Schrift versehen. Enthält zudem das für Studienzwecke alphabetisch geordnete „Liber interpretationum Hebraicorum, Arabicorum, Graecorumque nominum“. - Auch nach Luthers Bibelübersetzung erschienen weiterhin nicht nur Bearbeitungen der Vulgata, sondern ebenfalls neue lateinische Übersetzungen. Die Übersetzung des aus Lucca stammenden Dominikaners Antonio Baldino Pagnini (1470-1541), der von Papst Leo X. nach Rom geladen worden war, um dort Hebräisch und Griechisch zu lehren, wurde erstmals 1527, nach 25-jähriger Arbeit, in Lyon veröffentlicht (Adams B 1008). Trotz der schon von Zeitgenossen kritisierten Eigenart, die Personen- und Ortsnamen in ihrer hebräischen Form wiederzugeben, erfuhr Pagninis Übersetzung wegen ihrer strikten Worttreue zahlreiche Nachdrucke und diente als Grundlage für viele Übertragungen in moderne Sprachen. - Der Drucker Melchior von Neuss war dem antireformatorischen Umfeld der Kölner Kartause St. Barbara verbunden. Der Druck aus dem Jahr 1541 entstand während der späten Amtszeit des Kölner Erzbischofs Hermann von Wied (1515–1547), der kurz darauf – jedoch ohne nachhaltigen Erfolg – den Versuch unternahm, eine gemäßigte Reformation durchzusetzen, wofür er Martin Bucer als Prediger berief. Der dreiseitige Widmungsbrief des Druckers richtet sich an den Kölner Domherrn Dr. Hieronymus Einhorn, Dekan des Andreasstifts und Generalvikar des Erzbischofs. (Vgl. Hans-Joachim Cristea (Bearb.), Gottes Wort in der Sprache des Volkes. Luthers Bibel und andere Bibelübersetzungen in Drucken des 15. und 16. Jahrhunderts. Trier 2017. S. 60 f.)