Los 402

G. Agricola, Vom Bergkwerck XII Bücher. Basel 1557.

Schätzpreis
€ 5.000
Ausrufpreis
€ 4.000
Zuschlag
€ 6.000
Los: 402
Kategorie: Alte Drucke bis 1600
Künstler*in: Georg Agricola
Agricola, Georg: Vom Bergkwerck xij. Bücher darin(n) alle Empter, Instrument, Gezeuge, unnd alles zu(o) disem Handel gehörig, mitt schönen figuren vorbildet, und klärlich beschriben seindt ... jezundt aber verteüscht, durch ... Philippum Bechium. Basel: Froben u. Bischoff (Episcopius) 1557. 33 x 22 cm. Mit 2 Hz.-Druckermarken (davon 1 auf dem Titel), 1 doppelblattgr. Hz.-Tafel und 290 t. ganzs. Textholzschnitten von Hans Rudolf Manuel Deutsch u. a. nach Basilius Wefring. 4 Bll., 491 röm. num. SS., 6 Bll. Blindgepr. Schweinsleder über Holzdeckeln auf vier Bünden mit biblischen Rollenstempeln und 2 Lederschließen mit Metallbeschlag.

(Berieben. Eine Schließe abgerissen; liegt dem Buch separat bei. Einband mit mehreren Restaurierungen. Kapitale mit Bezugsfehlstellen und geklebten Einrissen. Vorsätze erneuert. Titel angerändert, knittrig, braunfleckig und mit Papierläsuren an den Rändern. Die 3 Bll. Vorrede stark braunfleckig. Die Lagen a bis f im Ober- und unteren Außenrand mit Wasser- bzw. Braunfleck. Der Braunfleck am Oberrand sich schwächer werdend bis Lage z fortsetzend. Die Lagen m bis s im Bundsteg mit Braunfleck; von Lage o bis r in den Satzspiegel bzw. Bildbereich ausgedehnt. Das letzte Blatt der Vorrede sowie die Bll. a⁶, k⁵, l², q⁴, x¹-y¹, z², A⁴, A⁵, D⁶ mit restaurierten Einrissen im Unter- oder Oberrand. Blatt l⁶ mit restaur. Durchriss und hinterlegtem Einriss im Unterrand. Blatt o² mit hs. Notiz in Tinte im Unterrand. Blatt z² mit hs. Notiz in Bleistift im Außenrand. Blatt F⁶ mit großem, ins Bild reichenden restaur. Einriss im Oberrand. Blatt G⁶ mit ergänztem Eckausriss und Wortverlust verso. Blatt H⁵ mit restaur. Einriss im Oberrand, verso ins Bild reichend. Die häufig getrennt eingebundenen Tafeln mit den Motiven von Winkelscheibe und Maßstab hier zusammengefügt; der Maßstab mit restaur. Einriss im Oberrand. Register und letzte 2 Bll. stärker wasserfleckig; das letzte Blatt mit der Druckermarke finger-, alters-, feuchtfleckig und abgegriffen. Weitere Blätter mit kleineren Papierläsuren. Stellenweise gebrauchs- und altersfleckig. Gering gebräunt.)

BM STC, German books, S. 8. Darmstaedter, Agricola, S. 45-70 u. 88. Graesse I, 43. Lipperheide Pd 1. VD16 A 935. Wellcome I, 70. - Sehr seltene erste deutsche Ausgabe des erstmals 1556 ebenfalls bei Froben und Bischoff erschienenen ‚De re metallica‘. Das in zwölf Teile gegliederte Buch ist ein einzigartiges kulturhistorisches Zeugnis für den Stand der Technik und Wissenschaft im 16. Jahrhundert, bietet eine nicht hoch genug zu schätzende Sammlung des zeitgenössischen Wissens über zahlreiche Aspekte des Bergbaus und der Metallurgie und gehört zu den bedeutendsten frühneuzeitlichen Werken zu diesen Themen. Behandelt und in detailreichen Holzschnitten illustriert werden die Grundlagen des Bergbaus (geologische Voraussetzungen, Lagerstätten, Bodenarten, Prospektion), die Organisation des Bergwesens (Darstellung der Zuständigkeiten im Bergwerk), Technik und Gerätschaften, Abbau- und Fördermethoden (Förderung von Erzen aus unterschiedlichen Tiefen, Sicherung und Belüftung der Schächte), Verhüttung und Metallgewinnung sowie rechtliche und wirtschaftliche Aspekte (Bergordnungen, Pachtregelungen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen). Eines der Bücher ist der physikalischen Geologie, der Gestaltung der Landschaft durch Wasser und Wind und der Abfolge der Gesteinsschichten unter der Erdoberfläche gewidmet. - Der Chemnitzer Stadtphysikus Georg Agricola (1494-1555) lebte von 1527 bis 1533 in Joachimsthal, dem Zentrum des Silberbergbaus. Die zahlreichen Maschinen zum Absaugen des Grubenwassers, zum Antrieb der Fördermaschinen, zur Bedienung der Blasebälge in den Hütten etc. wurden von Basilius Wefring und seinen Mitarbeitern aus Joachimsthal gezeichnet; über sechzig dieser Darstellungen hat der Berner Künstler Hans Rudolf Manuel Deutsch auf den Holzstock übertragen. Der Übersetzer dieser Ausgabe Philipp Bech, seinerzeit Professor für griechische Sprache und Logik in Basel, hatte auf seinen Reisen ins Erzgebirge die Gruben und Hütten kennengelernt, war also durchaus mit der behandelten Materie vertraut. Die deutsche Ausgabe von 1557 trug wesentlich dazu bei, Agricolas Erkenntnisse einem breiten Fachpublikum zugänglich zu machen.