Los 75

M. J. C. Kaukol, Christlicher Seelenschatz. Bonn 1729.

Schätzpreis
€ 200
Ausrufpreis
€ 140
Los: 75
Kategorie:
Christlicher Seelen-Schatz Außerlesener Gebetter. 17,5 x 11,5 cm. 128 in Kupfer gestochene Blatt einschließl. Titel, Wappen und 9 Zwischentiteln. Mit zahlreichen gest. Vignetten und Initialen. Maroquin mit reicher floral-ornamentaler Rv., verg. floraler Deckeleinfassung und Vollgoldschnitt in Kalblederschuber mit blindgepr. Fileten und Buntpapierauskleidung.

((Berieben und gering bestoßen. Vorderes fliegendes Vorsatzblatt verloren. Gering gebräunt und stellenweise leicht alters- bzw. gebrauchsfleckig.))

Kaukol, Maria Joseph Clemens: Christlicher Seelen-Schatz Außerlesener Gebetter. Bonn: F. Fabion 1729. 17,5 x 11,5 cm. Mit 128 in Kupfer gestochenen Blättern einschließl. Titel, Wappen und 9 Zwischentiteln. Mit zahlreichen gest. Vignetten und Initialen. Rotes Maroquin mit reicher floral-ornamentaler Rv., verg. floraler Deckeleinfassung und Goldschnitt.

(Berieben und gering bestoßen. Vorderes fliegendes Vorsatzblatt verloren. Gering gebräunt und stellenweise leicht alters- bzw. gebrauchsfleckig.)

Lanck./Oehler I, 79 f. Merlo 479. Rümann 504. Thieme/B. XX, 19. - Clemens August (1700-1761) aus dem Hause Wittelsbach, Bruder Kaiser Karls VII. und Großmeister des Deutschen Ordens, war der letzte und größte Kurfürst, den das bayerische Haus dem Kölner Thron stellte. Seine sowohl für die deutsche Geschichte als auch die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen interessante Tätigkeit wurde in der großen Gedächtnisausstellung in Schloss Augustusburg zu Brühl 1961 herausgestellt. Ganz nebenbei würdigte die Ausstellung den Kölner Erzbischof und Kurfürsten als herausragenden Förderer aller Künste, allen voran der Architektur. Ein Exemplar des ganz in Kupfer gestochenen Gebetsbuchs war auch ausgestellt. - Kaukol war Hofkammerrat, Hofkaplan, Kabinettssekretär und ein außergewöhnlich talentierter Kalligraph. Das hier angebotene Buch hat Kaukol zunächst ganz in Schönschrift geschrieben, dem Kurfürsten gewidmet und dann die Erlaubnis erhalten, es von dem Bonner Kupferstecher Friedrich Fabion vollständig in Kupfer stechen und drucken zu lassen. Man unterscheidet zwei Druckzustände, die v. a. hinsichtlich der Kupferinitialen und -vignetten variieren. In vorliegendem Exemplar befindet sich beispielsweise ein Wolf am unteren Rand der Initialvignette zum Abschnitt „Wan der Priester die Mesß anfangt“ (Blatt 20, Darstellung der Vertreibung aus dem Paradies), der die deutlich größer als im ersten Druckzustand ausgeführte figürliche Szene aus dem Unterholz betrachtet. - Kaukols Gebetbuch für Clemens August gilt als Meisterleistung der Kalligraphie und zählt im vollendeten zweiten Druckzustand zu den schönsten Büchern seiner Art überhaupt. Die besondere Ausrichtung auf den Kurfürsten wird anhand der niedergeschriebenen Gebete ersichtlich, die z. B. vor und nach dem Ankleiden, vor der Verrichtung der Arbeit oder bei besonderen Vorsätzen gesprochen werden sollten.