Los 684

J. L. Vives, De institutione fœminæ Christianae, libri tres. Antwerpen 1524.

Schätzpreis
€ 12.000
Ausrufpreis
€ 10.000
Los: 684
Kategorie: Alte Drucke bis 1600
De institutione fœminæ Christianae, libri tres. 20 x 14,8 cm. 96 nn. Bll. (A-Z4, &4). Titelbordüre in Holzschnitt und Holzschnittinitialen. Flexibles Pgt. mit Rt.

((Schließbänder fehlen, Bezug gering fleckig. Stempel auf Titel, teils gering gebrauchsfleckig, ca. 10 Bll. im äußersten w. Rand gering farbfleckig, teils zeitgenössische Marginalien).)

Vives, Juan Luis: De institutione fœminæ Christianae, libri tres. Antwerpen: Mich. Hillen van Hoochstraten für Franz Birckmann Coloniensis 1524. 20 x 14,8 cm. 96 Bll. (A-Z4, &4). Titelbordüre in Holzschnitt und Holzschnittinitialen. Flexibles Pgt. mit Rt.

(Schließbänder fehlen, Bezug gering fleckig. Stempel auf Titel, teils gering gebrauchsfleckig, ca. 10 Bll. im äußersten w. Rand gering farbfleckig, teils zeitgenössische Marginalien).

Nijhoff/Kronenberg 2167. Adams V 951. Brunet V, 1333. Esteleich 136. - Seltene erste Ausgabe. Das wichtigste Werk der Renaissance über weibliche Erziehung und eines der meistgelesenen Bücher des 16. Jahrhunderts.
Der aus Spanien gebürtige Vives widmete seine Schrift Katharina von Aragon, der späteren Königin von England und Gattin von Heinrich VIII. Es ist unterteilt in drei Bücher: Über die Jungfrauen; Über die Gattinnen; Über die Witwen.
Im Verlauf der Reformation kam es zu einer Blüte humanistischer Erziehungsliteratur. Erasmus von Rotterdam schrieb mehrere an Männer gerichtete Eheschriften. Vives veröffentlichte 1528 als Gegenstück die an Männer adressierte Schrift De officio mariti.
Das Werk dokumentiert den Veränderungsprozess im Geschlechterverhältnis im Reformationszeitalter und auch das Selbstverständnis der Frau in der Gesellschaft. Die Befürwortung der humanistischen Bildung für die Frauen, das neue Selbstverständins der Ehe, das sich in der Reformation entwickelte und viele weitere Positionen von Vives überdauerten die Zeiten. 1996 erschien die erste kritische Ausgabe des Werkes und im Zuge dieser Neuedition begann die Frauen- und Geschlechterforschung das Werk wieder genauer zu untersuchen (J. Jacobi: J. L. Vives. 2011. URL: http://www.europa.clio-online.de/2011/Article=495 vom 22.12.2015).