Los 228

Das neue graue Ungeheuer. Hrsg. v. A.G.F. Rebmann. 10 Hefte. 1795-1797.

Schätzpreis
€ 1.500
Ausrufpreis
€ 1.200
Los: 228
Kategorie:
Das neue graue Ungeheuer. Herausgegeben von einem Freund der Menschheit. Stücke 1-10 (alles Erschienene) in 10 Bden. 17 bis 19,3 x 10 bis 12 cm. Broschur, meist unbeschnitten.

((Rücken berieben. Insgesamt wenig Altersspuren).)

Das neue graue Ungeheuer. Herausgegeben von einem Freund der Menschheit. [d.i. Andreas Georg Friedrich Rebmann]. Stücke 1-10 (alles Erschienene) in 10 Bden. Altona: Aloys Schirach und Comp. (Stück 1; d.i. Erfurt, Vollmer) und Upsala, Gustav Erichson (d.i. Erfurt, später Altona, Vollmer) 1795-1797. 17 bis 19,3 x 10 bis 12 cm. Broschur, meist unbeschnitten.

(Rücken berieben. Insgesamt wenig Altersspuren).

Diesch 1245 und Kirchner 1748 (geben irrig 18 Hefte an). - Seltenes und vollständiges Exemplar des kämpferischen Journals. Die Bände 2-4 in 2. Auflage, sonst erste Ausgabe. „Aufsätze [in der 2. Auflage] mit andern zu vertauschen, erlaubt mir ... weder die Zeit, noch die Billigkeit gegen die ersten Käufer, ich suche daher blos durch Noten zu berichtigen, was ich gerne theils ganz weggelassen, theils umgeändert hätte.“ (Vorwort von Band 2). „Vom ‚Neuen grauen Ungeheuer' erscheinen zwischen Ende 1794 und Anfang 1797 in unregelmäßiger Folge 10 Hefte. Rebmann ist für die Hefte 1-5 Herausgeber und Redakteur, auch Verfasser der meisten Beiträge. Die Zeitschrift erscheint anonym und mit fingierter Verlagsangabe. Ihr Verleger ist Vollmer, als Verlagsort ist daher für H. 1-5 Erfurt anzunehmen. Die meisten dieser Hefte wurden geheim und ohne Zensur bei Kramer in Erfurt gedruckt. Die Verlagsgesellschaft wird in H. 5 (S. 139) zwar als der verantwortliche Verlag genannt, doch ist sie zu dieser Zeit lediglich eine juristische Fiktion.“ (Kawa S. 648 ff. mit den Kennzeichen der Nachdrucke und sehr ausführlicher Inhaltsangabe der ersten 5 Hefte). Als in Erfurt gegen das ‚Neue graue Ungeheuer' und seinen Verleger/Herausgeber/Redakteur ermittelt wurde - vermutlich auf Betreiben des Buchhändlers und Konkurrenten Keyser - flüchtete Rebmann nach Altona (angeblich London) und später nach Paris. Die radikale Zeitschrift beginnt mit dem Beitrag ‚Wekherlin. Eine Urne auf ein Grab' und enthält ferner Beiträge über die Teilung Polens, über französische Emigranten in Deutschland, Revolutionslieder, Berichte und Beiträge aus Frankreich sowie zahlreiche radikal-republikanische sowie kritisch-satirische Beiträge. Laut Kawa erschienen die Hefte 6-10 nach Vollmers Übersiedlung in der Altonaer Verlagsgesellschaft. Vollmer gilt als Herausgeber unter Beteiligung Wilhelm v. Schütz' und Friedrich Bechtolds. Von Rebmann stammt noch ein Artikel in Heft 10, S. 55-98 ‚Ein Abend in Paris'. Unter den umfangreichen Verlagsanzeigen auch die der Verlagsgesellschaft Altona und von Vollmer in Erfurt. - Bis auf Band 1 unbeschnittenes Exemplar aus der Großherzoglichen Bibliothek Neustrelitz.