Los 690

Das Plenarium oder ewangely buoch. Mit Hz. v. Schäufelein. Basel 1516.

Schätzpreis
€ 15.000
Ausrufpreis
€ 14.250
Los: 690
Kategorie: Alte Drucke bis 1600
Das Plenarium oder Ewangely buoch: Summer vñ Winterteyl/ durch das gantz iar in eine(n) iede(n) Sontag/ von der zeyt/ vnd von de(n) Heiligen ... 29,7 x 20,3 cm. Titel in Rot und Schwarz mit kolor. Holzschnitteinfassung von Urs Graf sowie insgesamt 136 kolor. Holzschnitte im Text, darunter 7 nahezu blattgr. (2 wdh.) und 53 Texthz. (7 wdh.) von Hans Schäufelein, zahlr. kl. Schnitte von Urs Graf und 18 Kopien nach B Blindgepr. Schweinsleder über Holzdeckeln auf vier Bünden, mit Rollenstempeln (u.a. Salvator-David-Paulus-Johannes / Vier Köpfe mit Blattwerk); 2 Metallschließen.

((Vorderes Rückengelenk oben mit kl. Einriss, Bezug nur gering berieben und fleckig. Zweite Hälfte des Buchblocks teilw. unten und außen wasserrandig. Leichte Fingerspuren und Altersflecken. Ein kl. Eckausriss).)

Das Plenarium oder Ewangely buoch: Summer vñ Winterteyl/ durch das gantz iar in eine(n) iede(n) Sontag/ von der zeyt/ vnd von de(n) Heiligen ... (Am Schluss:) Basel: Adam Petri, 8.VIII.1516. 29,7 x 20,3 cm. Titel in Rot und Schwarz mit kolor. Holzschnitteinfassung von Urs Graf sowie insgesamt 136 kolor. Holzschnitten im Text, darunter 7 nahezu blattgr. (2 wdh.) und 53 Texthz. (7 wdh.) von Hans Schäufelein, zahlr. kl. Schnitte von Urs Graf und 18 Kopien nach Baldung; zahlr. teils kolorierte Hz.-Initialen. 8 Bll., 278 röm. gez. Bll.
Blindgepr. Schweinsleder über Holzdeckeln auf vier Bünden, mit Rollenstempeln (u.a. Salvator-David-Paulus-Johannes / Vier Köpfe mit Blattwerk); 2 Metallschließen.

(Vorderes Rückengelenk oben mit kl. Einriss, Bezug nur gering berieben und fleckig. Zweite Hälfte des Buchblocks teilw. unten und außen wasserrandig. Leichte Fingerspuren und Altersflecken. Ein kl. Eckausriss).

VD16 E 4460. Pietsch, U². Oldenbourg, Schäufelein, L 99. Vgl. Fairfax Murray 338 (Ausg. 1514). - Die zweite Ausgabe des hervorragend illustrierten und mit ansprechendem alten Kolorit versehenen Plenars. Von der ebenfalls bei Petri in Basel gedruckten Erstausgabe von 1514 mit gleicher Kollation unterscheidet sie sich in den Illustrationen lediglich durch eine neue Titelbordüre und den Tausch eines wiederholten Textholzschnitts. Die großen Holzschnitte von Hans Schäufelein zeigen die Kreuzigung, Pfingsten, Geburt, Anbetung der Könige und Auferstehung; vom selben Künstler stammt eine Folge von 46 Textholzschnitten aus dem Leben Christi. - Der volkstümliche Charakter der Plenarien kommt besonders in den Exempeln und Auslegungen zum Ausdruck. In der Glosse zum 18. Sonntag nach Trinitatis findet sich ein Kapitel: "Wie gu(o)t vnd köstlich ist die kunst des truckenß". Darin heißt es z.B.: "Merck/ es werden auch vil dörlicher bücher gemacht der weltlichen fabelen vnd üppigen historien/ welche bücher hie nit gemeint: aber ist es sach d(a)z du lesen kanst/ so ist nit not groß gelt aus zu(o) geben/ die weil sie vmb ein spot/ verstand wolfeyl geben werden/ kunstreiche vnd andechtige bücher/ auß welchen wol ein mensch leren vnd vnderricht mag werden/ den willen gottes zu(o) volbringen ... Aber die welt ist yetzund so schamper/ ee man außgeb ein schilling vmb ein bu(o)ch/ man verzerte lieber drey schilling in dem weinhauß ..."
Im Spiegel eingeklebt das ganzs. typographische Exlibris des Johann Hartmann jun. aus Forchheim: Sum ex Libris Ioannis Hartmanni ivnioris Forcemii ... 1581. (Warnecke, Bücherzeichen, Nr. 766). Auf dem fliegenden Vorsatzblatt das Wappenexlibris des Anton Graf von Pergen.