Los 12

J. N. Delisle und A. -G. Pingré, Déscription de la ville de Peking. Paris 1765.

Schätzpreis
€ 5.000
Ausrufpreis
€ 4.000
Los: 12
Kategorie: Geographie und Ansichtenwerke
Description de la ville de Peking. 24,6 x 21 cm. Mit 6 gest. Faltkupfern. 1 Bl., 44 SS., 1 Bl. Späterer Pp.

(Leicht gebrauchsfleckig. Innen vereinzelt l. feuchtfleckig bzw. l. gebräunt und altersfleckig)

Löwendahl I, 537. Poggendorff I, 543. - Der französische Astronom und Kartograph Delisle (1688-1768) war Sohn des Historikers und Geographen Claude Delisle und der jüngere Bruder des Kartographen Guillaume Delisle. Als Mitglied der französischen Akademie arbeitete er ab 1725 als Astronom für den Zaren Peter d. Großen und gründete eine Schule für Astronomie. Auf Grund seiner wissenschaftlich fundierten Arbeiten und gewissenhaft zusammengetragenen Datenberechnungen wurde er zum "Astronom der Marine" ernannt. Er explizierte die Entstehung des Regenbogens und berechnete Abstände der Erde zur Sonne. Nach ihm ist die sog. "Delisle-Skala" benannt, die Einteilung in Grade auf Temperaturanzeigen. Delisle pflegte über Jahre Kontakt mit den Jesuiten in China. Nur die elitärsten Gelehrten der westlichen Welt durften den Chinesen auf Augenhöhe begegnen und waren autorisiert astronomische Berechnungen und Vorhersagen für den Kaiser zu machen. Auch der Franzose Pingré (1711-1796) war als Astronom und Theologe einer von Ihnen und beschäftigte sich mit Berechnungen der Kometenlaufbahnen. Nach ihm ist der Mondkrater Pingré benannt.
Der noch heute zu besichtigende Arbeitsplatz der Jesuitenmissionare und Astronomen in Peking, das "Alte Observatorium" ist eines der bedeutendsten kulturwissenschaftlichen Zeugnisse des chinesisch-europäischen Austauschs. - Die Kupfer zeigen einen großen gefalteten Stadtplan Pekings, 2 Pläne des Tien-Tan Tempels (Himmelsaltar), Konfuziustempel, Stadtplan des zweigeteilten Pekings (Tartarenstadt) und einen Plan des Kaiserpalastes.