Lot 1800
(L. Becher, Hrsg.), Der gelbe Fleck. Vorwort von L. Feuchtwanger. Paris 1936.
Estimate
€ 200
Starting Price
€ 140
Hammer Price
€ 140
Lot:
1800
Category:
Illustrated Books, portfolios and art literature until 1945
LILLY BECHER (Hrsg.)
Der gelbe Fleck. Die Ausrottung von 500000 deutschen Juden. Mit einem Vorwort von Lion Feuchtwanger. Paris: Carrefour 1936. 23 x 15,4 cm. Mit 10 beidseitig bedruckten Tafeln und zahlr. Textabb. 287 SS., 1 nn. S. Schwarzes OrLn. mit gelbgepr. Deckel- und Rückentitel; auf dem Vorderdeckel ein großer, runder, gelbgepr. Fleck.
(Minimal berieben, Rücken mit wenigen kleinen Fleckchen. Vorwort und folgende 2 Bll. leicht altersfleckig. Mit wenigen Anstreichungen in Bleistift. Schwach gebräunt.)
Dt. Exilarchiv 1827. Sternfeld/T. (1970), S. 581. Wilpert/G. 38. - Erste Ausgabe. Gebunden in schwarzes Leinen; es existiert eine weitere Einbandvariante in rotem Leinen. - „Dieses Buch stellt mit vorbildlicher Sachlichkeit das Material zusammen über das, was man im Dritten Reich ‚Die Lösung der Judenfrage‘ nennt. Man liebt es heute, dieses Reich mittelalterlich zu nennen. Wer das Buch ‚Der gelbe Fleck‘ gelesen hat, wird daran zweifeln, ob diese Charakterisierung stimmt. Die dumpfe Grausamkeit mittelalterlicher Judenverfolgungen wirkt menschlich, misst man sie an der organisierten Brutalität, an der disziplinierten Narrheit des heutigen Deutschland“ (aus dem Vorwort von Lion Feuchtwanger). - Herausgeberin Lilly Becher (1901–1978), die das Buch anonym bzw. nur unter Nennung des Verfassers des Vorworts erscheinen ließ, engagierte sich in den 1920er-Jahren für die KPD, arbeitete beim Delphinverlag, für Ullstein und 1921 für die Zeitung ‚Rote Fahne‘ in Berlin.1922–23 war sie Frauenleiterin der KPD Berlin-Neukölln. Von 1924 bis 1926 leitete Becher die von ihr gegründete Frauenzeitschrift ‚Die Arbeiterin‘, war dann bis 1933 Lektorin und Redakteurin des Neuen Deutschen Verlags und daneben 1932–33 Chefredakteurin der Arbeiter-Illustrierte-Zeitung. 1933–34 lebte sie in Wien und war dann bis 1936 Mitarbeiterin des Verlages Editions de Carrefour in Paris tätig. 1936 gab sie ihre erste Dokumentation über die Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus unter dem Titel ‚Der gelbe Fleck‘ heraus. Bis 1945 lebte Becher als Übersetzerin des Staatsverlags in Moskau, wo sie außerdem für die Zeitschrift ‚Internationale Literatur‘, die deutsche Abteilung des Moskauer Rundfunks und das Nationalkomitee Freies Deutschland arbeitete. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland trat sie der SED bei, war als Chefredakteurin für die Neue Berliner Illustrierte verantwortlich und wurde mit dem Vaterländischen Verdienstorden, dem Banner der Arbeit und der Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden ausgezeichnet.
Der gelbe Fleck. Die Ausrottung von 500000 deutschen Juden. Mit einem Vorwort von Lion Feuchtwanger. Paris: Carrefour 1936. 23 x 15,4 cm. Mit 10 beidseitig bedruckten Tafeln und zahlr. Textabb. 287 SS., 1 nn. S. Schwarzes OrLn. mit gelbgepr. Deckel- und Rückentitel; auf dem Vorderdeckel ein großer, runder, gelbgepr. Fleck.
(Minimal berieben, Rücken mit wenigen kleinen Fleckchen. Vorwort und folgende 2 Bll. leicht altersfleckig. Mit wenigen Anstreichungen in Bleistift. Schwach gebräunt.)
Dt. Exilarchiv 1827. Sternfeld/T. (1970), S. 581. Wilpert/G. 38. - Erste Ausgabe. Gebunden in schwarzes Leinen; es existiert eine weitere Einbandvariante in rotem Leinen. - „Dieses Buch stellt mit vorbildlicher Sachlichkeit das Material zusammen über das, was man im Dritten Reich ‚Die Lösung der Judenfrage‘ nennt. Man liebt es heute, dieses Reich mittelalterlich zu nennen. Wer das Buch ‚Der gelbe Fleck‘ gelesen hat, wird daran zweifeln, ob diese Charakterisierung stimmt. Die dumpfe Grausamkeit mittelalterlicher Judenverfolgungen wirkt menschlich, misst man sie an der organisierten Brutalität, an der disziplinierten Narrheit des heutigen Deutschland“ (aus dem Vorwort von Lion Feuchtwanger). - Herausgeberin Lilly Becher (1901–1978), die das Buch anonym bzw. nur unter Nennung des Verfassers des Vorworts erscheinen ließ, engagierte sich in den 1920er-Jahren für die KPD, arbeitete beim Delphinverlag, für Ullstein und 1921 für die Zeitung ‚Rote Fahne‘ in Berlin.1922–23 war sie Frauenleiterin der KPD Berlin-Neukölln. Von 1924 bis 1926 leitete Becher die von ihr gegründete Frauenzeitschrift ‚Die Arbeiterin‘, war dann bis 1933 Lektorin und Redakteurin des Neuen Deutschen Verlags und daneben 1932–33 Chefredakteurin der Arbeiter-Illustrierte-Zeitung. 1933–34 lebte sie in Wien und war dann bis 1936 Mitarbeiterin des Verlages Editions de Carrefour in Paris tätig. 1936 gab sie ihre erste Dokumentation über die Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus unter dem Titel ‚Der gelbe Fleck‘ heraus. Bis 1945 lebte Becher als Übersetzerin des Staatsverlags in Moskau, wo sie außerdem für die Zeitschrift ‚Internationale Literatur‘, die deutsche Abteilung des Moskauer Rundfunks und das Nationalkomitee Freies Deutschland arbeitete. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland trat sie der SED bei, war als Chefredakteurin für die Neue Berliner Illustrierte verantwortlich und wurde mit dem Vaterländischen Verdienstorden, dem Banner der Arbeit und der Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden ausgezeichnet.