Lot 906
* Guido de Monte Rocherii, Manipulus curatorum. (Blaubeuren, 1474). Handschrift des 15. Jh. angebunden.
Estimate
€ 12.000
Starting Price
€ 6.000
Lot:
906
Category:
Old prints up to 1600
Guido de Monte Rocherii: Manipulus curatorum. (Blaubeuren? Drucker des Lotharius, d. i. Konrad Mancz?, nicht nach 22.III.1474).
29,4 x 21 cm. 138 Bll. (das erste leer). Lagen: a-p⁸, q-s⁶. 29-31 Zeilen. Gotische Typen. Mit einer rot eingemalen Initiale am Textbeginn mit ausgesparten Ornamenten im Stamm, Maiblumendekor als Binnen- und Außenmotiv sowie Fleuronnée in brauner Federzeichnung. Rot eingemalte Lombarden über hs. Repräsentanten, rubriziert. Ursprüngliche Lagenbezeichnungen teilweise erhalten. Blindgepr. gotischer Ledereinband über Holzdeckeln auf vier Bünden mit Pgt.-Titelschild auf dem Vorderdeckel und zwei Metallschließen; mit später erneuertem verg. Rückenbezug des 17. Jahrhunderts mit Rs. Die Deckel eingefasst von breiter Viereckbordüre, das Mittelfeld mit Rautenmuster, die Rauten eingefasst von Kopfstempeln, darin Einzelstempel wie Blattwerk, Basilisk im Spitzoval, Eichel, Rosetten u. a. Die Spiegel mit Bezug aus liturgischer Pergamenthandschrift des 15. Jahrhunderts, daraus auch die Heftstreifen in den Lagenmitten.
(Buchschonerknöpfe und Schließbänder verloren. Berieben. Der Rücken mit Bezugsdefekten, das Deckelschild mit Fehlstelle. Das erste leere Blatt mit zeitgenössischen Notizen. Das erste und letzte Textblatt und das letzte Blatt der angebundenen Handschrift mit gelöschtem runden Stempel, darauf auch zwei neuere rote Besitzerstempel, das erste Textblatt mit teilw. gelöschtem alten Besitzeintrag. Innen vereinzelt etwas tinten- und altersfleckig.)
GW 11726 (mit unkorrigiertem Druckzustand lt. Anm. 2). Hain 8157. BSB-Ink G-442. - Der Autor, dessen Name u. a. auch mit Guido de Monte Rotherii oder Guido de Monte Rochen überliefert ist, war Professor der Theologie und Pfarrer von Teruel (Aragón). Er schrieb 1333 das in ca. 180 Handschriften nachweisbare Werk, eine Unterweisung über die Aufgaben des Pfarrers, besonders über die Spendung der Sakramente. Der erste Druck erfolgte 1473, es erschienen allein in der Inkunabelzeit ca. 118 weitere Drucke in ganz Europa. - Die Zuschreibung des vorliegenden Druckes an den von ca. 1474 bis um 1479 in Blaubeuren ansässigen Drucker Konrad Mancz erfolgte durch Peter Amelung (Der Frühdruck im dt. Südwesten 1473-1500, I, 1979, S. XVII), der ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit als sogenannten „Drucker des Lotharius“ identifizierte. Die Datierung dieser sehr frühen Ausgabe folgt einem Rubrikatorenvermerk im Augsburger Exemplar. - Die angebundene anonyme kirchenrechtliche Handschrift ist, wie das unter ähnlichem Titel „Margarita Decreti“ laufende Werk des Martin von Troppau, eine Stichwortkonkordanz mit dem Decretum Gratiani und den Decretalien Gregors IX. Es weicht allerdings in Text und Umfang völlig von diesem ab und konnte von uns nicht anderweitig nachgewiesen werden. - Am Kopf der Tabula zum „Manipulus curatorum“ findet sich der teilweise gelöschte alte Besitzeintrag der Stiftsbibliothek Melk „Catalogo Monasterij Mellicensis hanc librum inscriptus“. Die Stempel gehören zur „Kupferstich- u. Holzschnittsammlung Leop. Langer“. Leopold Langer (1852-1938) war Bankier in Wien. Seine Sammlung von Alten Drucken wurde vom österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este erworben, dessen Ermordung in Sarajewo den Ersten Weltkrieg auslöste. Möglicherweise weisen die gelöschten Stempel auf die Sammlung Franz Ferdinands hin.
Angebunden: Auctoritates super Margarita Decreti. Handschrift des 15. Jahrhunderts. 26 Bll. (das letzte leer). Lagen: a⁷, b⁶. Text in dunkelbrauner Tinte von einer Hand in bayrisch-österreichischer Bastarda. Zweispaltig zu 51-56 Zeilen. Die ersten 12 Bll. mit eingemalten Lombarden in Rot bzw. alternierend in Rot und Grün, die Anfangsbuchstaben rot bzw. rot oder grün gestrichelt. - Der Text beginnt mit „[A]bstinentia sanat quos superfluitas ciborum inficit...“ und endet mit „Zizania a mali sunt tollerandi ... Finis. Auctoritates super Margarita decreti foeliciter expliciunt“.
29,4 x 21 cm. 138 Bll. (das erste leer). Lagen: a-p⁸, q-s⁶. 29-31 Zeilen. Gotische Typen. Mit einer rot eingemalen Initiale am Textbeginn mit ausgesparten Ornamenten im Stamm, Maiblumendekor als Binnen- und Außenmotiv sowie Fleuronnée in brauner Federzeichnung. Rot eingemalte Lombarden über hs. Repräsentanten, rubriziert. Ursprüngliche Lagenbezeichnungen teilweise erhalten. Blindgepr. gotischer Ledereinband über Holzdeckeln auf vier Bünden mit Pgt.-Titelschild auf dem Vorderdeckel und zwei Metallschließen; mit später erneuertem verg. Rückenbezug des 17. Jahrhunderts mit Rs. Die Deckel eingefasst von breiter Viereckbordüre, das Mittelfeld mit Rautenmuster, die Rauten eingefasst von Kopfstempeln, darin Einzelstempel wie Blattwerk, Basilisk im Spitzoval, Eichel, Rosetten u. a. Die Spiegel mit Bezug aus liturgischer Pergamenthandschrift des 15. Jahrhunderts, daraus auch die Heftstreifen in den Lagenmitten.
(Buchschonerknöpfe und Schließbänder verloren. Berieben. Der Rücken mit Bezugsdefekten, das Deckelschild mit Fehlstelle. Das erste leere Blatt mit zeitgenössischen Notizen. Das erste und letzte Textblatt und das letzte Blatt der angebundenen Handschrift mit gelöschtem runden Stempel, darauf auch zwei neuere rote Besitzerstempel, das erste Textblatt mit teilw. gelöschtem alten Besitzeintrag. Innen vereinzelt etwas tinten- und altersfleckig.)
GW 11726 (mit unkorrigiertem Druckzustand lt. Anm. 2). Hain 8157. BSB-Ink G-442. - Der Autor, dessen Name u. a. auch mit Guido de Monte Rotherii oder Guido de Monte Rochen überliefert ist, war Professor der Theologie und Pfarrer von Teruel (Aragón). Er schrieb 1333 das in ca. 180 Handschriften nachweisbare Werk, eine Unterweisung über die Aufgaben des Pfarrers, besonders über die Spendung der Sakramente. Der erste Druck erfolgte 1473, es erschienen allein in der Inkunabelzeit ca. 118 weitere Drucke in ganz Europa. - Die Zuschreibung des vorliegenden Druckes an den von ca. 1474 bis um 1479 in Blaubeuren ansässigen Drucker Konrad Mancz erfolgte durch Peter Amelung (Der Frühdruck im dt. Südwesten 1473-1500, I, 1979, S. XVII), der ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit als sogenannten „Drucker des Lotharius“ identifizierte. Die Datierung dieser sehr frühen Ausgabe folgt einem Rubrikatorenvermerk im Augsburger Exemplar. - Die angebundene anonyme kirchenrechtliche Handschrift ist, wie das unter ähnlichem Titel „Margarita Decreti“ laufende Werk des Martin von Troppau, eine Stichwortkonkordanz mit dem Decretum Gratiani und den Decretalien Gregors IX. Es weicht allerdings in Text und Umfang völlig von diesem ab und konnte von uns nicht anderweitig nachgewiesen werden. - Am Kopf der Tabula zum „Manipulus curatorum“ findet sich der teilweise gelöschte alte Besitzeintrag der Stiftsbibliothek Melk „Catalogo Monasterij Mellicensis hanc librum inscriptus“. Die Stempel gehören zur „Kupferstich- u. Holzschnittsammlung Leop. Langer“. Leopold Langer (1852-1938) war Bankier in Wien. Seine Sammlung von Alten Drucken wurde vom österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este erworben, dessen Ermordung in Sarajewo den Ersten Weltkrieg auslöste. Möglicherweise weisen die gelöschten Stempel auf die Sammlung Franz Ferdinands hin.
Angebunden: Auctoritates super Margarita Decreti. Handschrift des 15. Jahrhunderts. 26 Bll. (das letzte leer). Lagen: a⁷, b⁶. Text in dunkelbrauner Tinte von einer Hand in bayrisch-österreichischer Bastarda. Zweispaltig zu 51-56 Zeilen. Die ersten 12 Bll. mit eingemalten Lombarden in Rot bzw. alternierend in Rot und Grün, die Anfangsbuchstaben rot bzw. rot oder grün gestrichelt. - Der Text beginnt mit „[A]bstinentia sanat quos superfluitas ciborum inficit...“ und endet mit „Zizania a mali sunt tollerandi ... Finis. Auctoritates super Margarita decreti foeliciter expliciunt“.