Lot 273
O. Hahn. Eigenh. Brief mit U. O. O., 31.V.1918.
Estimate
€ 400
Starting Price
€ 300
Hammer Price
€ 300
Lot:
273
Category:
Manuscripts and autographs
HAHN, OTTO (1879 Frankfurt am Main - 1968 Göttingen)
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift („dein Otto“). Ohne Ortsangabe, 31. Mai 1918. 1 Blatt (2 beschriebene Seiten). 19,5 x 16,4 cm.
(Minimal gebräunt.)
An seine Ehefrau Edith: „Morgen früh fahre ich mit dem General per Auto nach Spa; er hat dort zu tun, und ich kann es bei dieser Gelegenheit gleich bequem sehen. Mit der elektrischen Bahn fährt man nämlich über 5/4 Stunden hin, das ist uns zu viel. [...] Der ärztliche Antrag über 4 Wochen Nauheim geht morgen fort [...] Hier ist alles reichlich vorhanden, nur Kaffee ist knapp. Ausser dem Morgenkaffee, den wir so kriegen, müssen wir jeden anderen Kaffee mit 30 Pfennig pro Tasse zahlen. Deshalb schlage ich dir vor, mir von meinem Institutskaffeevorrat bald 1/2 Kilo als Feldpostpaketchen zu schicken. [...] War das gestern an unserem letzten Abend nicht wie verhext mit den vielen Besuchern? [...] Die beiden Doppelstullen haben mir heute früh beim „Kaffee“ mit Zucker in meinem Schlafwagen 1. Kl. sehr gut gemundet [...]“.
Unter der Aufsicht des Chemikers und Nobelpreisträgers Fritz Haber wurde 1915 eine Spezialeinheit für den Gaskampf gebildet, in der Otto Hahn bis zum Ende des Krieges Mitglied war. Im Rahmen der Tätigkeiten der „Gastruppe“ reiste Hahn mehrmals an die deutsch-französische Front, um das Militär in der Anwendung von Giftgas zu schulen, Einsatzvorbereitungen zu koordinieren und Gasangriffe zu überwachen.
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift („dein Otto“). Ohne Ortsangabe, 31. Mai 1918. 1 Blatt (2 beschriebene Seiten). 19,5 x 16,4 cm.
(Minimal gebräunt.)
An seine Ehefrau Edith: „Morgen früh fahre ich mit dem General per Auto nach Spa; er hat dort zu tun, und ich kann es bei dieser Gelegenheit gleich bequem sehen. Mit der elektrischen Bahn fährt man nämlich über 5/4 Stunden hin, das ist uns zu viel. [...] Der ärztliche Antrag über 4 Wochen Nauheim geht morgen fort [...] Hier ist alles reichlich vorhanden, nur Kaffee ist knapp. Ausser dem Morgenkaffee, den wir so kriegen, müssen wir jeden anderen Kaffee mit 30 Pfennig pro Tasse zahlen. Deshalb schlage ich dir vor, mir von meinem Institutskaffeevorrat bald 1/2 Kilo als Feldpostpaketchen zu schicken. [...] War das gestern an unserem letzten Abend nicht wie verhext mit den vielen Besuchern? [...] Die beiden Doppelstullen haben mir heute früh beim „Kaffee“ mit Zucker in meinem Schlafwagen 1. Kl. sehr gut gemundet [...]“.
Unter der Aufsicht des Chemikers und Nobelpreisträgers Fritz Haber wurde 1915 eine Spezialeinheit für den Gaskampf gebildet, in der Otto Hahn bis zum Ende des Krieges Mitglied war. Im Rahmen der Tätigkeiten der „Gastruppe“ reiste Hahn mehrmals an die deutsch-französische Front, um das Militär in der Anwendung von Giftgas zu schulen, Einsatzvorbereitungen zu koordinieren und Gasangriffe zu überwachen.