Lot 268

A. Dumas (père u. fils). Konvolut mit 5 Briefen und 3 Briefkarten mit U. O. O. u. D.

Estimate
€ 400
Starting Price
€ 260
Lot: 268
Category: Manuscripts and autographs
DUMAS, ALEXANDRE (père; Viller-Cotterêts 1802-1870 Puys/Dieppe) und DUMAS, ALEXANDRE (fils; Paris 1824 - 1895 Marie-le-Roi)

5 Briefe und 3 Briefkarten jeweils mit eigenhändiger Unterschrift bzw. Initialsignatur. Ohne Ortsangabe und Datierung.

1) Dumas, Alexandre (père). Eigenh. Brief mit U. 1 Bl. (1 beschriebene Seite). O. O. u. D. 23,8 x 15,8 cm. - Transkription: „Mon cher Leon, mardi matin si vous voulez car pour aujourd'hui la chose serait impossible. Mais demain sans faute à la même heure.“

2) Dumas, Alexandre (père). Eigenh. Brief mit U. 1 Bl. (1 beschriebene Seite). O. O. u. D. 11,9 x 8,9 cm. - An „chere Nana“, die Vacher kommen lassen soll, um ihm ein kleines Gedicht zu geben. (Unterer Rand ohne Textverlust eingerissen; Unterschrift durch den Einriss sehr knapp beschnitten.)

3) Dumas, Alexandre (fils). Eigenh. Brief mit Initialsignatur. 2 Bll. (3 beschriebene Seiten). O. O. u. D. 15,9 x 10 cm. - Alexandre Dumas, der sich in den Alpen aufhält, beschreibt begeistert den Mont Blanc und die ihn umgebenden Gebirgsketten: „Le mont blanc chargé de neige, dominant tout et une succession de montagnes de diverses formes et à divers plans qui ont l'air de vagues immenses.“ Er würde Janot gerne bei sich haben, doch er denkt, dass dieser sich langweilen würde; er solle daher in einer Gruppe kommen. „Je fais là des projets comme si tu n'avais pas vingt et un ans et comme si le mariage ne pouvait pas intervenir. Dieu veuille qu'il n'arrive que le plus tard possible. Tout ce que tu vois autour de toi ne doit guère t'y encourager.“ Janot soll ihm Bescheid geben, wenn Frau Flahaut angekommen ist, da diese in ihrem letzten Brief so niedergeschlagen wirkte. (Minimal gebräunt.)

4) Dumas, Alexandre (fils). Eigenh. Briefkarte mit U. 1 Bl. (1 beschriebene Seite). O. O. u. D. 8,9 x 11,3 cm. - Benachrichtigung an einen „cher ami“, dem Alexandre Dumas eine Unterkunft („une loge“) für den Abend zusagt. (Minimal gebräunt.)

5) Dumas, Alexandre (fils). Eigenh. Briefkarte mit U. 1 Bl. (1 beschriebene Seite). O. O. u. D. 8,8 x 11,2 cm. - An Monsieur Achille, der ihm den Band „Katzen und Hunde“ mit Vorwort „de votre serviteur affectionné“ nach Marly schicken soll. (Montagereste verso.)

6) Dumas, Alexandre (fils). Eigenh. Brief mit U. 1 gefalztes Bl. (3 beschriebene Seiten). O. O. u. D. 12,5 x 9,5 cm. - An Monsieur Blanche, dem er seinen „ancien camarade“ Darbonniers als „conseiller de la prefecture d'Alger“ empfiehlt. - Ein solcher Brief selten bei Dumas.

7) Dumas, Alexandre (fils). Eigenh. Briefkarte mit U. 1 Bl. (1 beschriebene Seite). O. O. u. D. 8,9 x 11,5 cm. - Dumas dankt seinem Freund Arsène Houssaye. (Untere linke Ecke angefalzt.)

8) Dumas, Alexandre (fils). Eigenh. Brief mit U. 1 gefalztes Bl. (2 beschriebene Seiten). O. O. u. D. 14 x 11 cm. - Dumas dankt seinem Freund Arsène Houssaye verspätet für dessen Brief. An einem anderen Tag habe Dumas nicht daran gedacht, Houssayes Sohn zum Kreuz (wohl der Ehrenlegion) zu gratulieren und bittet, dies in seinem Namen nachzuholen. (Minimal gebräunt.)

Alexandre Dumas (der Ältere oder auch „père“ genannt) wurde 1802 als Dumas Davy de la Pailleterie in Villers-Cotterêts geboren. Im Alter von 20 Jahren ging Dumas nach Paris, wo er zunächst für den Duc d'Orléans (den späteren „roi citoyen“ Louis-Philippe I.) arbeitete und seine schriftstellerische Tätigkeit intensivierte. Dumas versuchte sich in den modischen literarischen Genres der Zeit. Er begann mit dem Schreiben von Bühnenstücken, von denen das romantische Drama „Henri III et sa cour“ sowie das Stück „Mademoiselle de Belle-Isle“ großen Anklang fanden. Seit 1835 schrieb Dumas - dem Zeitgeist entsprechend - Novellen, verlegte sich aber, nachdem er die Bekanntschaft mit Auguste Maquet gemacht hatte, auf das Schreiben von Romanen. Dumas war schon in den späten 1830er-Jahren als Erfolgsautor in Frankreich bekannt, doch mit seiner professionellen, mit mehreren Angestellten aufgezogenen Romanproduktion, die innerhalb weniger Jahre ca. 600 Abenteuerromane herausbrachte, erlangte er bald Weltruhm. In diese Zeit fällt auch das Erscheinen derjenigen Romane, für die Dumas heute noch weltbekannt ist: „Die drei Musketiere“ (1844), „Der Graf von Monte Christo“ (1845) und „Der Mann mit der eisernen Maske“ (1845). - Sein unehelicher Sohn mit der Näherin Marie-Catherine Labay, Alexandre Dumas der Jüngere (oder schlicht „fils“ genannt), schlug ebenfalls eine schriftstellerische Laufbahn ein und wurde 1848 mit seinem Roman „La dame aux camélias“ (Die Kameliendame) bekannt.