Lot 267
W. Bonsels. 6 maschinengeschr. Briefe mit U. Ambach, 1924.
Estimate
€ 200
Starting Price
€ 140
Hammer Price
€ 140
Lot:
267
Category:
Manuscripts and autographs
BONSELS, WALDEMAR (Ahrensburg 1880 - 1952 Ambach)
6 maschinengeschriebene Briefe. Jeweils mit eigenhändiger Unterschrift. Ambach am Starnberger See, 1924. 6 Blatt.
Der Schriftsteller Waldemar Bonsels erlangte in den 1910er- und 1920er-Jahren große Bekanntheit durch seine Bücher „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ (1912) und die Fortsetzung „Himmelsvolk“ (1915). Die hier angebotenen Briefe an die Buchhandlung Gustav Ernesti in Chemnitz geben einen Einblick in die Vortragstätigkeit und das Geschäftsgebaren eines der meistgelesenen Autoren im Deutschland der 1920er-Jahre.
1) Bonsels, Waldemar: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift. Ambach, 6. Januar 1924. 1 Seite. 28,4 x 22 cm. - An die „G. Ernstische Buchhandlung GmbH“ (Gustav Ernesti) in Chemnitz. - Bonsels antwortet auf die Anfrage der Buchhandlung nach einem Vortrag. Aufschlussreich sind seine Vergütungsvorstellungen: „[...] ob Ihnen dieses Datum und ein Honorar von 300 Goldmark recht ist. Ich wäre auch mit einer Beteiligung am Umsatz einverstanden der in anderen Städten gewöhnlich auf 50 % der Brutto-Einnahme festgelegt ist. Als Thema schlage ich Vorlesung aus eigenen Werken vor.“ (Leicht fleckig und eselsohrig. Gering gebräunt.)
2) Bonsels, Waldemar: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift. Ambach, 13. Januar 1924. 1 Seite. 27,5 x 22 cm. - An die Ernestische Buchhandlung in Chemnitz. - Einen Vortrag in Chemnitz betreffend. „Wenn der Abend in Chemnitz bekannt gegeben wird, so glaube ich, dass Sie mit 400 Personen bestimmt rechnen dürfen, da ich zum ersten Mal in Ihrer Stadt lese. Jedenfalls wünsche ich, dass das Honorar dem Erfolg angepasst wird, eine Angelegenheit, die ich übrigens am liebsten Ihrem Ermessen überlasse, nachdem wir miteinander ein Bild des Erfolgs hinter uns haben.“ (Gering gebräunt.)
3) Bonsels, Waldemar: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift. Ambach, 16. Januar 1924. 1 Seite. 27,5 x 22 cm. - An die Ernestische Buchhandlung in Chemnitz. - Bonsels erklärt sich mit dem vorgeschlagenen Datum für den Vortrag in Chemnitz einverstanden und ist guten Mutes, auch einen zweiten Vortragsabend am Folgetag zu veranstalten. „Ich bitte Sie darum, mir zum 26. abends im ersten Hotel Ihrer Stadt ein gutes Zimmer reservieren zu lassen und mir nach hier mitzuteilen, welches Hotel Sie gewählt haben.“ (Untere rechte Ecke angefalzt. Gering fleckig und gebräunt. Mit handschriftlichen Unterstreichungen und Korrekturen.)
4) Bonsels, Waldemar: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift. Ambach, 17. Januar 1924. 1 Seite. 27,5 x 22 cm. - An die Ernestische Buchhandlung in Chemnitz. - An eine Vorlesung aus der „Biene Maja“ und dem „Himmelsvolk“ sei nicht zu denken. Der Abend sei „für die gereifteren und vorgeschritteneren Leser meiner Bücher gedacht und die Auswahl aus meinen späteren Büchern bestimme ich“. (Gering fleckig und gebräunt. Mit handschriftlich eingefügter Interpunktion an zwei Stellen.)
5) Bonsels, Waldemar: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift. Ambach, 4. März 1924. 1 Seite. 27,8 x 21,3 cm. - An Herrn Richter von der Ernestischen Buchhandlung in Chemnitz, der über Bonsels offenbar einen Kontakt zu Thomas Mann herstellen wollte. Bonsels bittet Richter, sich direkt an Mann zu wenden, da eine schriftliche Anfrage seinerseits „bei ihm leicht die Anschauung erwecken könnte, als widmete ich seinen Angelegenheiten ein Interesse, das von ihm nicht erbeten worden ist. Ich kenne Thomas Mann gut, stehe ihm aber keinesfalls so nah, dass eine solche Aufforderung eine freundschaftliche Selbstverständlichkeit wäre“. (Das dünne Papier etwas löchrig und am Rand lädiert.)
6) Bonsels, Waldemar: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift. Ambach, 16. September 1924. 27,8 x 21,3 cm. - An Herrn Richter von der Ernestischen Buchhandlung in Chemnitz. - Bonsels bedankt sich, nachdem er von einer Reise nach Brasilien zurückgekehrt ist, bei Richter für dessen Brief. Ein erneuter Vortragsabend ließe sich einrichten, da Bonsels im Januar 1925 „als Gast der Liga zum Schutz der deutschen Kultur in einigen sächsischen Provinzstädten“ gastiere. Bonsels lehnte einen weiteren Vortrag in Chemnitz zunächst ab, ist nun aber bereit, „einen Teil des Abends mit brasilianischen Reiseeindrücken zu füllen“. Als Honorar erbittet er sich „50 % der Brutto-Einnahme (Abzüglich Steuer) mindestens jedoch 400 Mark“.
6 maschinengeschriebene Briefe. Jeweils mit eigenhändiger Unterschrift. Ambach am Starnberger See, 1924. 6 Blatt.
Der Schriftsteller Waldemar Bonsels erlangte in den 1910er- und 1920er-Jahren große Bekanntheit durch seine Bücher „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ (1912) und die Fortsetzung „Himmelsvolk“ (1915). Die hier angebotenen Briefe an die Buchhandlung Gustav Ernesti in Chemnitz geben einen Einblick in die Vortragstätigkeit und das Geschäftsgebaren eines der meistgelesenen Autoren im Deutschland der 1920er-Jahre.
1) Bonsels, Waldemar: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift. Ambach, 6. Januar 1924. 1 Seite. 28,4 x 22 cm. - An die „G. Ernstische Buchhandlung GmbH“ (Gustav Ernesti) in Chemnitz. - Bonsels antwortet auf die Anfrage der Buchhandlung nach einem Vortrag. Aufschlussreich sind seine Vergütungsvorstellungen: „[...] ob Ihnen dieses Datum und ein Honorar von 300 Goldmark recht ist. Ich wäre auch mit einer Beteiligung am Umsatz einverstanden der in anderen Städten gewöhnlich auf 50 % der Brutto-Einnahme festgelegt ist. Als Thema schlage ich Vorlesung aus eigenen Werken vor.“ (Leicht fleckig und eselsohrig. Gering gebräunt.)
2) Bonsels, Waldemar: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift. Ambach, 13. Januar 1924. 1 Seite. 27,5 x 22 cm. - An die Ernestische Buchhandlung in Chemnitz. - Einen Vortrag in Chemnitz betreffend. „Wenn der Abend in Chemnitz bekannt gegeben wird, so glaube ich, dass Sie mit 400 Personen bestimmt rechnen dürfen, da ich zum ersten Mal in Ihrer Stadt lese. Jedenfalls wünsche ich, dass das Honorar dem Erfolg angepasst wird, eine Angelegenheit, die ich übrigens am liebsten Ihrem Ermessen überlasse, nachdem wir miteinander ein Bild des Erfolgs hinter uns haben.“ (Gering gebräunt.)
3) Bonsels, Waldemar: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift. Ambach, 16. Januar 1924. 1 Seite. 27,5 x 22 cm. - An die Ernestische Buchhandlung in Chemnitz. - Bonsels erklärt sich mit dem vorgeschlagenen Datum für den Vortrag in Chemnitz einverstanden und ist guten Mutes, auch einen zweiten Vortragsabend am Folgetag zu veranstalten. „Ich bitte Sie darum, mir zum 26. abends im ersten Hotel Ihrer Stadt ein gutes Zimmer reservieren zu lassen und mir nach hier mitzuteilen, welches Hotel Sie gewählt haben.“ (Untere rechte Ecke angefalzt. Gering fleckig und gebräunt. Mit handschriftlichen Unterstreichungen und Korrekturen.)
4) Bonsels, Waldemar: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift. Ambach, 17. Januar 1924. 1 Seite. 27,5 x 22 cm. - An die Ernestische Buchhandlung in Chemnitz. - An eine Vorlesung aus der „Biene Maja“ und dem „Himmelsvolk“ sei nicht zu denken. Der Abend sei „für die gereifteren und vorgeschritteneren Leser meiner Bücher gedacht und die Auswahl aus meinen späteren Büchern bestimme ich“. (Gering fleckig und gebräunt. Mit handschriftlich eingefügter Interpunktion an zwei Stellen.)
5) Bonsels, Waldemar: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift. Ambach, 4. März 1924. 1 Seite. 27,8 x 21,3 cm. - An Herrn Richter von der Ernestischen Buchhandlung in Chemnitz, der über Bonsels offenbar einen Kontakt zu Thomas Mann herstellen wollte. Bonsels bittet Richter, sich direkt an Mann zu wenden, da eine schriftliche Anfrage seinerseits „bei ihm leicht die Anschauung erwecken könnte, als widmete ich seinen Angelegenheiten ein Interesse, das von ihm nicht erbeten worden ist. Ich kenne Thomas Mann gut, stehe ihm aber keinesfalls so nah, dass eine solche Aufforderung eine freundschaftliche Selbstverständlichkeit wäre“. (Das dünne Papier etwas löchrig und am Rand lädiert.)
6) Bonsels, Waldemar: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift. Ambach, 16. September 1924. 27,8 x 21,3 cm. - An Herrn Richter von der Ernestischen Buchhandlung in Chemnitz. - Bonsels bedankt sich, nachdem er von einer Reise nach Brasilien zurückgekehrt ist, bei Richter für dessen Brief. Ein erneuter Vortragsabend ließe sich einrichten, da Bonsels im Januar 1925 „als Gast der Liga zum Schutz der deutschen Kultur in einigen sächsischen Provinzstädten“ gastiere. Bonsels lehnte einen weiteren Vortrag in Chemnitz zunächst ab, ist nun aber bereit, „einen Teil des Abends mit brasilianischen Reiseeindrücken zu füllen“. Als Honorar erbittet er sich „50 % der Brutto-Einnahme (Abzüglich Steuer) mindestens jedoch 400 Mark“.