Lot 227
A. v. Wallenstein. Eigenh. Brief mit U. Feldlager bei Wolgast, 23.VIII.1628.
Estimate
€ 6.000
Starting Price
€ 4.000
Hammer Price
€ 4.000
Lot:
227
Category:
Manuscripts and autographs
WALLENSTEIN, ALBRECHT VON (1583 Hermanitz - 1634 Eger)
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift („AHzF“). „Feldtlager bey Wolgast“, 23. August 1628. 1 Doppelblatt (1 beschriebene Seite). Mit Adresse und Ringsiegel auf dem Gegenblatt verso. 29,8 x 17,3 cm.
(Punktuell auf Unterlagekarton montiert. Der Mittelfalz verstärkt. Das Gegenblatt mit ergänztem Ausschnitt, der durch die Brieföffnung entstanden ist. Im Oberrand minimal altersfleckig.)
An den österreichischen Kammerherrn und Geheimen Rat Franz Christoph von Khevenhüller: „Hoch undt wolgeborner Graf. Ich kan nicht unterlassen meinem herrn brudern parte zu geben wie der Künig von Denemarck auf anhalten der Pomrischen ständt den fus ans landt mitt 6 Regimenten zu fus neben 15 Comp: reiter, gesetzt, sich der Insel Usedom wie auch der fürstlichen residenz Wolgast bemechtigt auch stündlich noch 6000 man aus Schweden erwarth auch die meisten Unser stätt, auf anhalten der schelmen der Hollander, mitt ihm unter der decken gelegen. Diesem bösen zeitlich vorzukommen hab ich das volck so ich zur belagerung [von] Stralsundt gebraucht genommen auf den Künig zugezogen den selbigen an einen Morast alda er sich fortificirt angetrofen das volck in bataglia gestelt mitt meiner artoleri starck sein squadroni undt Dropen beschossen gegen dem abendt ein pas uber bemeldten morast gefunden drüber gesezt undt ihn mitt der hülff Gottes, geschlagen. Der Künig hatt sich sampt seinem eltern princen im Schief solirt wehre die nacht nicht eingefallen so wehren sie gewis nicht darvon kommen. Des andern tags, das ist den 23. Augusti hatt sich das Schlos in Wolgast auch ergeben. Die 600 man so drin gelegen seindt hab ich in Ihr Matt: Dienst genommen [...]“.
Am 2. September 1628 besiegten kaiserliche Truppen unter Wallenstein das Heer des dänischen Königs Christian IV. in der Schlacht bei Wolgast. Zuvor hatte Wallenstein erfolglos die als uneinnehmbar geltende Stadt Stralsund belagert, wo Christian IV. mit 100 Schiffen und 8000 Mann im Sommer 1628 eingetroffen war. Am 21. August landete die dänische Flotte auf der von kaiserlichen Truppen besetzten Insel Usedom und nahm am 24. August Wolgast ein. Der in Mecklenburg weilende Wallenstein eilte nach Pommern und stellte 6 Regimenter auf, um die Dänen daran zu hindern, in Wolgast eine ähnlich uneinnehmbare Festung wie in Stralsund zu etablieren. Von den Nachrichten über ein Vorrücken schwedischer Truppen zum Handeln getrieben, griff Wallenstein am 2. September eine halbe Meile westlich von Wolgast an. Nach drei verlustreichen Angriffen konnte Wolgast zurückerobert werden. Für Wallenstein war der Sieg besonders wichtig, da er nach seinem Scheitern vor Stralsund Erfolgsnachrichten nach Wien senden musste, um einer Abberufung durch den Kaiser entgegenzuwirken. Darüber hinaus konnte er sich rühmen, den erkrankten General von Arnim siegreich vertreten zu haben, der krankheitsbedingt nicht an der Verteidigung Pommerns teilnehmen konnte. - Bedeutendes Selbstzeugnis aus der Feder der prägenden Persönlichkeit des Dreißigjährigen Krieges, dessen Aufstieg und Fall seit jeher fasziniert.
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift („AHzF“). „Feldtlager bey Wolgast“, 23. August 1628. 1 Doppelblatt (1 beschriebene Seite). Mit Adresse und Ringsiegel auf dem Gegenblatt verso. 29,8 x 17,3 cm.
(Punktuell auf Unterlagekarton montiert. Der Mittelfalz verstärkt. Das Gegenblatt mit ergänztem Ausschnitt, der durch die Brieföffnung entstanden ist. Im Oberrand minimal altersfleckig.)
An den österreichischen Kammerherrn und Geheimen Rat Franz Christoph von Khevenhüller: „Hoch undt wolgeborner Graf. Ich kan nicht unterlassen meinem herrn brudern parte zu geben wie der Künig von Denemarck auf anhalten der Pomrischen ständt den fus ans landt mitt 6 Regimenten zu fus neben 15 Comp: reiter, gesetzt, sich der Insel Usedom wie auch der fürstlichen residenz Wolgast bemechtigt auch stündlich noch 6000 man aus Schweden erwarth auch die meisten Unser stätt, auf anhalten der schelmen der Hollander, mitt ihm unter der decken gelegen. Diesem bösen zeitlich vorzukommen hab ich das volck so ich zur belagerung [von] Stralsundt gebraucht genommen auf den Künig zugezogen den selbigen an einen Morast alda er sich fortificirt angetrofen das volck in bataglia gestelt mitt meiner artoleri starck sein squadroni undt Dropen beschossen gegen dem abendt ein pas uber bemeldten morast gefunden drüber gesezt undt ihn mitt der hülff Gottes, geschlagen. Der Künig hatt sich sampt seinem eltern princen im Schief solirt wehre die nacht nicht eingefallen so wehren sie gewis nicht darvon kommen. Des andern tags, das ist den 23. Augusti hatt sich das Schlos in Wolgast auch ergeben. Die 600 man so drin gelegen seindt hab ich in Ihr Matt: Dienst genommen [...]“.
Am 2. September 1628 besiegten kaiserliche Truppen unter Wallenstein das Heer des dänischen Königs Christian IV. in der Schlacht bei Wolgast. Zuvor hatte Wallenstein erfolglos die als uneinnehmbar geltende Stadt Stralsund belagert, wo Christian IV. mit 100 Schiffen und 8000 Mann im Sommer 1628 eingetroffen war. Am 21. August landete die dänische Flotte auf der von kaiserlichen Truppen besetzten Insel Usedom und nahm am 24. August Wolgast ein. Der in Mecklenburg weilende Wallenstein eilte nach Pommern und stellte 6 Regimenter auf, um die Dänen daran zu hindern, in Wolgast eine ähnlich uneinnehmbare Festung wie in Stralsund zu etablieren. Von den Nachrichten über ein Vorrücken schwedischer Truppen zum Handeln getrieben, griff Wallenstein am 2. September eine halbe Meile westlich von Wolgast an. Nach drei verlustreichen Angriffen konnte Wolgast zurückerobert werden. Für Wallenstein war der Sieg besonders wichtig, da er nach seinem Scheitern vor Stralsund Erfolgsnachrichten nach Wien senden musste, um einer Abberufung durch den Kaiser entgegenzuwirken. Darüber hinaus konnte er sich rühmen, den erkrankten General von Arnim siegreich vertreten zu haben, der krankheitsbedingt nicht an der Verteidigung Pommerns teilnehmen konnte. - Bedeutendes Selbstzeugnis aus der Feder der prägenden Persönlichkeit des Dreißigjährigen Krieges, dessen Aufstieg und Fall seit jeher fasziniert.