Lot 164

Bernhard, Herzog v. Sachsen-Weimar. Schriftstück mit eigenh. U. Fallon, 8.VII.1637.

Estimate
€ 400
Starting Price
€ 300
Hammer Price
€ 300
Lot: 164
Category: Manuscripts and autographs
BERNHARD, HERZOG VON SACHSEN-WEIMAR (1604 Weimar - 1639 Neuenburg)

Schriftstück mit eigenhändiger Unterschrift. Fallon, 8. Juli 1637. 1 Blatt. 28 x 18 cm.

(Gebräunt. Kleinere Randläsuren. Verso mit zeitgenössischer handschriftlicher Notiz.)

Anweisung „für den Rittmeister Fog sein hinterstelliger Monatsoldt“. Darunter die Quittung des Regimentssekretärs Daniel Spengel. Der Rittmeister soll einen Sold in Höhe von „dreyhundert Sechzehn Thaler[n]“ erhalten.

Bernhard von Sachsen-Weimar begann seine militärische Laufbahn nach Ausbruch des Böhmischen Krieges unter Ernst von Mansfeld und trat 1625 in das Heer König Christians IV. von Dänemark ein. 1630 schlug er sich auf die Seite des schwedischen Königs, der Bernhard die Führung seines Leibregiments zu Pferde übertrug und mit ihm die Feldzüge durch Franken focht. Nachdem Gustav II. Adolf in der Schlacht bei Lützen getötet worden war, übernahm Bernhard den Befehl über die schwedischen protestantischen Truppen und konnte dem von Wallenstein geführten Heer katholischer kaiserlicher Truppen ein Unentschieden abtrotzen. Axel Oxenstierna anvertraute Bernhard im Folgejahr den Oberbefehl in Franken, von wo er nach Bayern zog und den Reitergeneral Johann von Werth schlagen konnte. Mit großen militärischen Erfolgen dekoriert, begab sich Bernhard zum schwedischen Kanzler Oxenstierna nach Frankfurt am Main, um das ihm von Gustav II. Adolf zugesicherte Herzogtum Franken zu beanspruchen. 1633 eroberte Bernhards Heer die Stadt Regensburg, deren baldiger und dauerhafter Verlust als entscheidender strategischer Fehler Bernhards und Gustaf Horns angesehen wird. In der berühmten Schlacht von Nördlingen wurden die unter anderem von Bernhard befehligten schwedischen Truppen vernichtend geschlagen. Seine militärische Zukunft legte er daraufhin in französische Hände, bis er am 18. Juli 1639 in Neuenburg am Rhein unter ungeklärten Umständen zu Tode kam. Ob er auf Veranlassung Richelieus vergiftet wurde, ist bis heute nicht geklärt.