Lot 163

E. Beneš. 2 Briefe (1 eigenh. u. 1 masch.) mit eigenh. U. und 1 eigenh. unterzeichnetes Zeugnis. Prag, 1915-1928.

Estimate
€ 400
Starting Price
€ 300
Lot: 163
Category: Manuscripts and autographs
BENEŠ, EDVARD (1884 Kožlany - 1948 Sezimovo Ústí)

2 Briefe mit eigenhändiger Unterschrift und 1 eigenhändig unterzeichnetes Zeugnis. Prag, 1915-1928.

1) Beneš, Edvard. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift („Dr E Benes“). (Prag), 26. Juli 1926. 1 Blatt. 20,6 x 14 cm. - Begleitschreiben zur Übersendung von 10.000 Kronen an seinen Parteikollegen Krouski. (Stockfleckig. Eingerissene Mittelfalze rückseitig mit Klebeband hinterlegt. Randläsuren.)

2) Beneš, Edvard. Maschinengeschriebener Brief mit eigenhändiger Unterschrift („Dr Edvard Benes“). Prag, 17. Juli 1928. 1 Doppelblatt (Gegenblatt leer). Mit Briefkopf des Außenministeriums der tschechoslowakischen Republik. 32,2 x 21 cm. (Etwas knittrig und gebrauchsfleckig.)

3) Beneš, Edvard. Zeugnis eines Absolventen der Philosophischen Fakultät der Karl-Ferdinand-Universität in Prag mit eigenhändiger Unterschrift Beneš („Dr Edvard Benes“). Prag, 13. März 1915. 1 Blatt. 35,9 x 22,1 cm. (Leicht gebräunt. Die Falze an den Rändern eingerissen.)

Nach seinem Studium in Prag, Paris und Dijon trat Edvard Beneš eine Professur für Soziologie an der Prager Karl-Ferdinand-Universität an. Während des Ersten Weltkriegs setzte er sich für die Zerschlagung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie ein und trat von Paris aus für tschechische und slowakische Nationalbestrebungen ein. Von 1918 an hatte Beneš das Amt des Außenministers der Ersten Tschechoslowakischen Republik inne, bis er 1935 Staatspräsident wurde. Von den europäischen Großmächten nach dem Münchener Abkommen im Stich gelassen, trat Beneš am 5. Oktober 1938 zurück, emigrierte nach London und leitete von dort aus wenig später die tschechoslowakische Exilregierung. 1945 kehrte er als Staatspräsident zurück, nachdem er während des Zweiten Weltkriegs die Annäherung an die Sowjetunion als Garantiemacht für die Wiedererrichtung des tschechoslowakischen Staates gesucht hatte. Während des Februarumsturzes nahm der bereits schwer kranke Beneš das Rücktrittsangebot der nichtkommunistischen Minister an. Seine Unterschrift unter die neue kommunistische Verfassung unter Klement Gottwald verweigerte er.