Lot 1288
B. Peret, Je sublime. Paris 1936. Mit 4 Frottagen von Max Ernst. Ex. Nr. 6/16 (GA 241).
Estimate
€ 20.000
Starting Price
€ 15.000
Lot:
1288
Category:
Illustrated Books, portfolios and art literature until 1945
Je sublime.
13,8 x 9,4 cm..
((Schuber und Umschlagdecke minimal berieben. Innen gebräunt.).)
MAX ERNST
BENJAMIN PÉRET: Je sublime. Paris: Editions surréalistes 1936. 13,8 x 9,4 cm. Mit 4 farb. Frottagen von Max Ernst. 2 w. Bll., 1 Bl., 3 w., 22 nn., 6 w. Bll. Signierter Meistereinband von Leroux aus grünem geglätteten Ldr. mit horizontal verlaufenden intarsierten silbernen Lederstreifen und einer eingelassenen, aus schwarzen Lederintarsien, klebstoffgetränkten Fasern und dunklen Harzgüssen bestehenden Deckelcollage auf silbernem Grund, eine stilisierte Totenkopf-Silhouette darstellend. Mit purpurnen Wildlederdublüren, Vollgoldschnitt und schwarzgepr. Rt., Umschlagdecke aus geglättetem grünen HLdr. mit violettem Innenbezug und goldgepr. Rt.; zusammen in Pp.-Schuber in grauer Holzfurnieroptik.
(Schuber gering berieben. Umschlagdecke minimal berieben. Unregelmäßig beschnitten.)
Monod 8962. Spies 16B. - Nr. 6 von 16 Ex. (GA 241) der Vorzugsausgabe auf Japon impérial. - Enthält 16 Gedichte von Benjamin Péret (1899-1959). - Péret, der vergessene und vielleicht verkannte französische Dichter, lernte früh den späteren Illustrator seines hier angebotenen Werks, Max Ernst, unter den Pariser Dadaisten kennen. Nach den Auseinandersetzungen zwischen Tristan Tzara und André Breton, die im Bühnensturm im Pariser Théâtre Michel 1923 gipfelten und das Ende des Dadaismus einläuteten, schloss sich Péret der neuen intellektuellen Strömung des Surrealismus an, die zunächst philosophisch-literarischen Ausdruck fand. Mit André Breton als Wortführer gelang es, ehemalige Dadaisten, aber auch neue, an revolutionären sozialpolitischen und künstlerischen Ideen interessierte Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler in die Bewegung zu integrieren. Ihr Schaffen sollte sich unabhängig von Vernunftgrenzen, jenseits realistischer Strukturen und in der Beschäftigung mit neuen psychoanalytischen Erkenntnissen frei entfalten können. Aus den Gedichten Pérets spricht die von Breton geforderte Befreiung und Erneuerung der Sprache, die als automatische, von innerer Zensur durch Moral, Logik oder Motiv befreite Niederschrift des Gedankenflusses verstanden wurde. Innerhalb der Gruppe der Pariser Surrealisten waren die Texte Pérets äußerst beliebt, außerhalb fanden sie nie ein großes Publikum. Seine Werke illustrierten neben Max Ernst auch Hans Arp, Pablo Picasso und Yves Tanguy. - Die 4 mehrfarbigen Illustrationen sind in der Frottage-Technik gestaltet, die Max Ernst in den 1920er-Jahren weiterentwickelte und für die Bildende Kunst neu entdeckte. Dabei übertrug er die Oberflächenstruktur eines Materials mit Bleistift oder Kreide durch Abrieb auf ein Blatt Papier, was Ernst als Ausgangspunkt für gegenständliche Assoziationen nutzte. Die hier beigebundenen Frottagen zeigen totenkopfartige Gebilde, die mit abstrakten figürlichen Darstellungen verschmelzen. - Ein literarisches wie illustratorisches Musterbeispiel aus der Blütezeit des Surrealismus.
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13,8 x 9,4 cm..
((Schuber und Umschlagdecke minimal berieben. Innen gebräunt.).)
MAX ERNST
BENJAMIN PÉRET: Je sublime. Paris: Editions surréalistes 1936. 13,8 x 9,4 cm. Mit 4 farb. Frottagen von Max Ernst. 2 w. Bll., 1 Bl., 3 w., 22 nn., 6 w. Bll. Signierter Meistereinband von Leroux aus grünem geglätteten Ldr. mit horizontal verlaufenden intarsierten silbernen Lederstreifen und einer eingelassenen, aus schwarzen Lederintarsien, klebstoffgetränkten Fasern und dunklen Harzgüssen bestehenden Deckelcollage auf silbernem Grund, eine stilisierte Totenkopf-Silhouette darstellend. Mit purpurnen Wildlederdublüren, Vollgoldschnitt und schwarzgepr. Rt., Umschlagdecke aus geglättetem grünen HLdr. mit violettem Innenbezug und goldgepr. Rt.; zusammen in Pp.-Schuber in grauer Holzfurnieroptik.
(Schuber gering berieben. Umschlagdecke minimal berieben. Unregelmäßig beschnitten.)
Monod 8962. Spies 16B. - Nr. 6 von 16 Ex. (GA 241) der Vorzugsausgabe auf Japon impérial. - Enthält 16 Gedichte von Benjamin Péret (1899-1959). - Péret, der vergessene und vielleicht verkannte französische Dichter, lernte früh den späteren Illustrator seines hier angebotenen Werks, Max Ernst, unter den Pariser Dadaisten kennen. Nach den Auseinandersetzungen zwischen Tristan Tzara und André Breton, die im Bühnensturm im Pariser Théâtre Michel 1923 gipfelten und das Ende des Dadaismus einläuteten, schloss sich Péret der neuen intellektuellen Strömung des Surrealismus an, die zunächst philosophisch-literarischen Ausdruck fand. Mit André Breton als Wortführer gelang es, ehemalige Dadaisten, aber auch neue, an revolutionären sozialpolitischen und künstlerischen Ideen interessierte Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler in die Bewegung zu integrieren. Ihr Schaffen sollte sich unabhängig von Vernunftgrenzen, jenseits realistischer Strukturen und in der Beschäftigung mit neuen psychoanalytischen Erkenntnissen frei entfalten können. Aus den Gedichten Pérets spricht die von Breton geforderte Befreiung und Erneuerung der Sprache, die als automatische, von innerer Zensur durch Moral, Logik oder Motiv befreite Niederschrift des Gedankenflusses verstanden wurde. Innerhalb der Gruppe der Pariser Surrealisten waren die Texte Pérets äußerst beliebt, außerhalb fanden sie nie ein großes Publikum. Seine Werke illustrierten neben Max Ernst auch Hans Arp, Pablo Picasso und Yves Tanguy. - Die 4 mehrfarbigen Illustrationen sind in der Frottage-Technik gestaltet, die Max Ernst in den 1920er-Jahren weiterentwickelte und für die Bildende Kunst neu entdeckte. Dabei übertrug er die Oberflächenstruktur eines Materials mit Bleistift oder Kreide durch Abrieb auf ein Blatt Papier, was Ernst als Ausgangspunkt für gegenständliche Assoziationen nutzte. Die hier beigebundenen Frottagen zeigen totenkopfartige Gebilde, die mit abstrakten figürlichen Darstellungen verschmelzen. - Ein literarisches wie illustratorisches Musterbeispiel aus der Blütezeit des Surrealismus.
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