Lot 184
F. N. Frhr. v. Kolff v. Vettelhoven u. Hausen, Handschrift. 1753.
Estimate
€ 300
Starting Price
€ 200
Lot:
184
Category:
24 x 18 cm. 1 w. Bl., 58, 2 w., 4, 29 w. Bll. Braunes Ldr. beidseitig mit goldgepr. Deckelvignette, goldgepr. Eckenstempeln und reicher goldgepr. Rückenvergoldung.
Kolff von Vettelhoven und Hausen, Franz Nikolaus Freiherr von: Eigenhändige Handschrift. 1753. 24 x 18 cm. 1 w. Bl., 58, 2 w., 4, 29 w. Bll. Braunes Ldr. beidseitig mit goldgepr. Deckelvignette, goldgepr. Eckenstempeln, reicher goldgepr. Rückenvergoldung und Kopfgoldschnitt.
(Einband stark berieben und am vorderen Rückengelenk gerissen. Rücken mit Bezugsdefekten. Vorsätze, erste und letzte Blätter leimschattig. Innen wenig fleckig und gebräunt.)
Franz Nikolaus Freiherr von Kolff von Vettelhoven und Hausen war ein rheinischer Adliger, der von 1767 bis 1770 als Komtur der Kommende Ramersdorf und von 1770 bis 1771 als Komtur der Deutschordenskommende St. Aegidius in Aachen fungierte. Am 24. September 1753 trat Franz Nikolaus in den Deutschen Orden ein. Aus dieser Zeit stammt die vorliegende, meist gut lesbare Handschrift in schwarzer Tinte auf beidseitig beschriebenen Blättern. Es scheint sich um ein Notiz- bzw. Konzeptbuch des Freiherrn von Kolff von Vettelhoven und Hausen zu handeln, das zum privaten Gebrauch und für Studienzwecke des Deutschordensnovizen diente. Der Hauptteil der Handschrift besteht aus der Niederschrift der 1606 vom Hoch- und Deutschmeister Maximilian von Österreich erlassenen Ordensregeln und -statuten, die den Veränderungen des Ordenslebens nach den Wirren der Reformationszeit Rechnung tragen und den Orden auf neue militärische Herausforderungen (Türkenabwehr) vorbereiten sollten. Das straff organisierte, aus 19 Regeln und 15 Statuten bestehende Regelwerk wurde zu dieser Zeit wohl nur in handschriftlicher Form innerhalb des Ordens verbreitet, wofür die hier angebotene Handschrift ein gutes Beispiel ist. Die Regeln tragen die Überschrift "Vom ursprung, auffnehmen, und bestättigung des ordens der brüder von dem teu[t]schen hauß unser lieben frauen von jerusalem". Nach den Regeln und Statuten folgen vier Blätter "Instructiones et Reversale" für den in der Deutschordensresidenz Mergentheim weilenden Novizen samt einem Prästandum, welches u. a. die Kosten "für daß opffer bey dem ritterschlag" anführt. Für den Verwendungszweck als Notizbuch spricht die nächste Eintragung des Freiherrn von Kolff von Vettelhoven und Hausen, in der er die vielzeilige Titulatur des Kölner Erzbischofs Clemens August sowie entsprechende Kurialien vermerkt hat. Die letzten vier Blätter enthalten das Konzept einer Verpflichtungserklärung des Schreibers und Dragonerregimentleutnants gegenüber dem Deutschen Orden mit der Bitte um Bewilligung, sich auch "in anderen Kriegs- und Politischen diensten zu üben". Dem Buch ist darüber hinaus ein von derselben Hand beschriebenes Blatt beigelegt, auf welchem ein Abriss weiterer Consuetudines in lateinischer Sprache sowie das Ordensgelübde in deutscher Sprache verzeichnet sind.
Kolff von Vettelhoven und Hausen, Franz Nikolaus Freiherr von: Eigenhändige Handschrift. 1753. 24 x 18 cm. 1 w. Bl., 58, 2 w., 4, 29 w. Bll. Braunes Ldr. beidseitig mit goldgepr. Deckelvignette, goldgepr. Eckenstempeln, reicher goldgepr. Rückenvergoldung und Kopfgoldschnitt.
(Einband stark berieben und am vorderen Rückengelenk gerissen. Rücken mit Bezugsdefekten. Vorsätze, erste und letzte Blätter leimschattig. Innen wenig fleckig und gebräunt.)
Franz Nikolaus Freiherr von Kolff von Vettelhoven und Hausen war ein rheinischer Adliger, der von 1767 bis 1770 als Komtur der Kommende Ramersdorf und von 1770 bis 1771 als Komtur der Deutschordenskommende St. Aegidius in Aachen fungierte. Am 24. September 1753 trat Franz Nikolaus in den Deutschen Orden ein. Aus dieser Zeit stammt die vorliegende, meist gut lesbare Handschrift in schwarzer Tinte auf beidseitig beschriebenen Blättern. Es scheint sich um ein Notiz- bzw. Konzeptbuch des Freiherrn von Kolff von Vettelhoven und Hausen zu handeln, das zum privaten Gebrauch und für Studienzwecke des Deutschordensnovizen diente. Der Hauptteil der Handschrift besteht aus der Niederschrift der 1606 vom Hoch- und Deutschmeister Maximilian von Österreich erlassenen Ordensregeln und -statuten, die den Veränderungen des Ordenslebens nach den Wirren der Reformationszeit Rechnung tragen und den Orden auf neue militärische Herausforderungen (Türkenabwehr) vorbereiten sollten. Das straff organisierte, aus 19 Regeln und 15 Statuten bestehende Regelwerk wurde zu dieser Zeit wohl nur in handschriftlicher Form innerhalb des Ordens verbreitet, wofür die hier angebotene Handschrift ein gutes Beispiel ist. Die Regeln tragen die Überschrift "Vom ursprung, auffnehmen, und bestättigung des ordens der brüder von dem teu[t]schen hauß unser lieben frauen von jerusalem". Nach den Regeln und Statuten folgen vier Blätter "Instructiones et Reversale" für den in der Deutschordensresidenz Mergentheim weilenden Novizen samt einem Prästandum, welches u. a. die Kosten "für daß opffer bey dem ritterschlag" anführt. Für den Verwendungszweck als Notizbuch spricht die nächste Eintragung des Freiherrn von Kolff von Vettelhoven und Hausen, in der er die vielzeilige Titulatur des Kölner Erzbischofs Clemens August sowie entsprechende Kurialien vermerkt hat. Die letzten vier Blätter enthalten das Konzept einer Verpflichtungserklärung des Schreibers und Dragonerregimentleutnants gegenüber dem Deutschen Orden mit der Bitte um Bewilligung, sich auch "in anderen Kriegs- und Politischen diensten zu üben". Dem Buch ist darüber hinaus ein von derselben Hand beschriebenes Blatt beigelegt, auf welchem ein Abriss weiterer Consuetudines in lateinischer Sprache sowie das Ordensgelübde in deutscher Sprache verzeichnet sind.