Lot 264

Heinrich Heine. E. Stammbuchblatt m. U.; o. O. u. Dat. (Paris, um 1851). Quer-8°. - 5. Strophe aus "Bei den Wassern Babels saßen..."

Estimate
€ 9.000
Starting Price
€ 6.000
Lot: 264
Category:
E. Gedicht m. U. auf Stammbuchblatt; 230 x 138 mm. 5 Zeilen auf losem Stammbuchblatt aus dünnem Bütten,
"Jahre kommen und vergehen – / In dem Webstuhl läuft geschäftig / Schnurrend hin und her die Spule – / Was er webt das weiß kein Weber".

Heine, Heinrich; Dichter (Düsseldorf 1797 - 1856 Paris). E. Gedicht m. U. auf Stammbuchblatt; o. O. u. Dat. [Paris, 1851 od. 1852). 5 Zeilen auf losem Stammbuchblatt aus sehr dünnem Büttenpapier, 230 x 138 mm.
"Jahre kommen und vergehen – / In dem Webstuhl läuft geschäftig / Schnurrend hin und her die Spule – / Was er webt das weiß kein Weber".

Die 5. Strophe aus dem Gedicht "Bei den Wassern Babels saßen", erstmals erschienen in 'Romanzero', 1851, 3. Buch, Hebräische Melodien: Jehuda ben Halevy, 2.

Das Stammbuchblatt ist ein Beitrag für das von Franz Schlodtmann herausgegebene "Deutsches Stammbuch. Autographisches Album der Gegenwart. Zweites Heft", Bremen: Verlag v. Franz Schlodtmann, 1852. Das vorliegende Autograph wurde darin als Faksimile in Originalgröße wiedergegeben und vom Herausgeber mit der lithogr. Überschrift "Aus früherer Zeit" versehen.
Im Vorwort zur 3. verm. Auflage von 1860 erläutert Schlodtmann sein Projekt: "Das 'Deutsche Stammbuch' enthält nicht zufällig aufgefundene Scripta, sondern (mit nur zwei Ausnahmen) eigens zur Veröffentlichung erhaltene handschriftliche , lithographisch treu wiedergegebene Beiträge der bedeutenden oder notablen Männer und Frauen der Gegenwart aus dem Gebiete der Poesie, der Künste, der Wissenschaft oder der Politik, Inedita, zumeist charakteristisch für den betreffenden Autor und von literarischem und biographischem Werthe ... ". Die Sammlung enthielt in der ersten Auflage, die von 1852 bis 1855 in zehn Heften erschien, 120 Faksimiles und wurde bis zur 3. Auflage von 1860 auf 133 Beiträge vermehrt.

Heines Gedicht "Bei den Wassern Babels saßen" paraphrasiert zum einen die Verse des Psalms 137, nämlich die Klage des gefangenen Volkes Israel zu Babel, zum andern singt es ein Loblied auf den im 12. Jahrhundert in Toledo lebenden jüdischen Autor Jehuda Halevi, der dieselben Verse als Grundlage für seine Zionsgedichte aufgenommen hatte. Halevi genoss bei Heine eine besondere Verehrung, ihm widmete er im 'Romanzero' ein eigenes Kapitel.